Auto Assault (Preview)
von Nedzad Hurabasic

Wir schreiben das Jahr, ähm unbekannt, aber es ist in einer fernen Zukunft der Erde. Bei einem außerirdischen Angriff wird die Erde dermaßen kontaminiert, dass sich ein Teil der Bevölkerung in Mutanten verwandelt. Bei dem Versuch, die

Kontrolle über ihre Heimat zurückzugewinnen, verwandelt die Menschheit den blauen Planeten in einen unbewohnbaren Klumpen Dreck. Dumm gelaufen, mag man denken. Das denken auch die Biomeks, eine Mischung aus Mensch und Maschine, die zur Bekämpfung der feindlichen Spezies an der Erdoberfläche zurückbleiben

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müssen. Nachdem die überlebenden Menschen nach zweihundert Jahren aus ihren Höhlen zurück ans Licht kriechen, sehen sie, dass sich nicht viel geändert hat. Außer vielleicht: Mutanten und Biomeks wollen sich nicht ins zweite Glied zurückstufen lassen und so kämpfen die drei Parteien um die Vorherrschaft auf dem ehemals blauen Planeten. Nette Story, aber ergibt das auch ein nettes Spiel?

Dieses konnten wir auf der zurückliegenden Games Convention in einer Pressevorführung höchstpersönlich in Augenschein nehmen. Bei Auto Assault (AA) handelt es sich um ein Action-Onlinespiel mit Rollenspielelementen. Ein "richtiges" MMORPG ist es nicht, aber die Grenzen sind da ja ohnehin fließend. Jede der drei verfeindeten Spezies unterteilt sich in vier Charakterklassen. Im Grunde handelt es sich dabei um Tanks, Ingenieure (respektive Heiler), Kommander (Pet-Klasse) und Ranger/Aufklärer (getarnte Fahrzeuge). Diese unterscheiden sich nicht nur durch

das Aussehen der gepanzerten Vehikel voneinander, sondern natürlich auch durch ihre Fähigkeiten. Jede Klasse verfügt zunächst über ein Grundfahrzeug (im Verlaufe der Entwicklung sollen noch einige hinzugefügt werden), dessen Ausstattung und Aussehen mithilfe von erbeuteten Teilen aus- und umgebaut werden kann. Neben Panzern gibt es auch Motorräder, Autos und LKWs.

Von der Bereifung, über dre verschiedene Geschütze (vorne, oben, hinten) und Panzerung bis hin zu technischen Weiterentwicklungen, die die Effizienz des Kampfwagens steigern, lässt sich so ziemlich alles anpassen - ähnlich einem humanoiden Charakter bei Rollenspielen.

Dementsprechend im Mittelpunkt stehen die Fahrzeuge natürlich - daher auch der Titel des Spiels. Das humanoide Alter-Ego des Gamers wird bei AA allerdings nur eine kleine Nebenrolle spielen. Lediglich beim Betreten von Städten steigt man aus seinem Gefährt aus, um Geschäfte

Auto Assault - Zerstören, zerstören, zerstören! Und weiter?

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zu tätigen, mit NPCs zu sprechen, sich Missionen abzuholen oder an seinem Wagen zu werkeln.

Außerhalb der geschützten Städte wird nur der eigene Wagen zur Fortbewegung benutzt, per pedes wäre das in der feindlichen Umgebung auch viel zu gefährlich. Schließlich treiben sich außer den drei Völkern auch noch jede Menge andere Gegner wie z. B. Straßenbanditen, künstliche Lebensformen wie Roboter, versprengte Gruppen Überlebender und Gangster auf der zerschundenen Erde, den Highways usw. herum. Jedes Spielervolk verfügt über ein eigenes Gebiet, wer PvP betreiben möchte, nutzt die eigens eingerichteten Arenen in den Städten oder besucht die zentrale PvP-Zone, die inmitten der Weltkarte liegt. Aufgrund dieser Aufteilung wird auch niemand dazu gezwungen, sich in den Kampf zwischen den Spielern verwickeln zu lassen.

Packshot zu Auto AssaultAuto AssaultErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Die Kämpfe in der Außenwelt sind rasant. Praktisch an jeder Ecke gibt es Gegner, Langeweile droht nicht aufzukommen. Dafür sorgt auch die Havoc 2 Physikengine (bekannt aus Hali-Life 2), die dafür sorgt, dass die gesamte Umgebung und alle Gebäude zerstöbar sind. Das dient aber nur einem einzigen Zweck: dem Spielspaß. Erfahrungspunkte für die Vernichtung von Gebäuden wird es nicht geben.

Während die Grafik der Städte in der Präsentation noch unfertig und pixelig wirkt, kommt bei den Explosionen im Kampf schon ein ganz anderes Feeling auf. An allen Ecken explodiert ein Haus, ein Feind oder geht etwas in Flammen auf.

Die Effekte sind bereits jetzt oft eine Augenweide. Dabei ist für fast ständiges Dauerfeuer gesorgt, denn die Munition geht den Fahrzeugen niemals aus. Erst nach einer gehörigen Zeit der Ballerei muss eine kleine Feuerpause eingelegt werden. Eine Waffenzustandsanzeige gibt dabei Auskunft über den Grad der Erhitzung. Besonders eindrucksvoll ist der so genannte Hazard Mode, ein besonderer Kampfmodus, der
bei jeder Klasse anders aussieht. Er steht jedoch aufgrund seiner Mächtigkeit nicht immer zur Verfügung und muss zunächst aufgeladen werden. Kommandeure können auch besonders fiese Spezialangriffe wie Luftangriffe oder satellitengestützte Bombardements anordnen und so alles in Schutt und Asche legen.

Wer trotz waffenstarrender Vehikel doch einmal von den Gegnern überwältigt wird, muss sich nicht weiter grämen: Bis auf einen kleinen Zeitverlust entstehen dem Spieler dadurch keinerlei Nachteile, wie etwa der Verlust von Erfahrungspunkten oder Gegenständen. Der Schrotthaufen wird, wenn kein befreundeter Ingenieur zur Stelle ist und einem Selbst die Fähigkeit fehlt zur Reparatur fehlt, von einem fliegenden Reparaturdienst (INC = International Negotiables Consulting) abgeholt und zur nächstliegenden Werkstatt verfrachtet. Das alles geht sehr schnell und kostet lediglich ein paar Credits. Wertvolle Spiel- und Freizeit geht damit nicht verloren. Klasse.

Ähnlich funktioniert das zeitsparende Transportsystem des Spiels. Wo auch immer auf der Welt man sich gerade befindet, ein Klick genügt und schon erscheint einer der Lastenträger und transportiert das eigene Fahrzeug zu ausgewählten größeren Orten wie Städten oder auch einigen kleineren Versorgungsstationen. Nette Idee. Gruppen heißen in AA natürlich Konvois. Dem ersten Eindruck nach wird es sich bei Auto Assault um ein richtig flottes Spiel handeln, bei dem es zwar einige Rollenspielelemente gibt, der Fokus aber ganz klar auf rasantem, actiongeladenem Gameplay liegt.

Da uns der PvP-Modus noch nicht vorgeführt wurde, wird sich hier erst im Test zeigen müssen, wie motivierend der Kampf Spieler gegen Spieler sein wird, für den es später wohl Ranglisten geben wird. Letztendlich wird sich auch erst dann zeigen, ob den Spielern genug Langzeitmotivation geboten werden kann. Durch die Gegend zu fahren und Feinde umzunieten mag für eine gewisse Zeit ganz lustig sein, fragt sich nur, ob das auch über Monate hinweg der Fall sein wird. Kurz nach der GC wurde übrigens publik, dass sich die Veröffentlichung des Spiels von Oktober 2005 auf Anfang 2006 verschieben wird. Obwohl der europäische Beta-Test gerade

gestartet ist, wollen die Entwickler zunächst einige Anregungen aus den US-Tests (unter anderem Verbesserung von Client, schnellerer Levelaufstieg, individuellere Charaktererstellung, neue Gegenstände, mehr Auswahl an Chassis) integrieren. Zeit genug, das Spiel auf Hochglanz zu bringen.