Und das war's schon wieder. Kaum hat das Jahr begonnen, da endet es nun in wenigen Stunden. gamona wünscht der gesamten Community einen guten Rutsch ins neue Jahr 2018 mit einem kleinen Rückblick.

Aktuelles - Bye-bye 2017: Guten Rutsch wünscht gamona im Rückblick

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 8/111/11
Der Erste, der uns über Facebook eine Nachricht schickt und sagen kann, welches Spiel das hier ist, erhält eine Kleinigkeit!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Was hat das Jahr in Sachen Gaming und Filmunterhaltung nicht Großartiges gebracht!? Nehmen wir doch zum Beispiel Nintendo. Das Kyotoer Traditionsunternehmen hat es nach Jahren endlich wieder geschafft, den Zeitgeist zu treffen. Die Nintendo Switch hat sich mittlerweile mit Sicherheit über 13 Millionen Mal verkauft, wenn nicht noch mehr. Das ehrgeizige Ziel von Nintendo-Präsident Tatsumi Kimishima lautet daher nun, bis zum Ende des Fiskaljahres 2018 (April 2018 bis März 2019) über 20 Millionen Geräte an den Mann und die Frau gebracht zu haben. Ein ehrgeiziges Ziel, aber bereits die Kritiker und Zweifler der ersten Stunde wurden dieses Jahr eines Besseren belehrt. Lassen wir uns also überraschen. Immerhin zeigt die Switch, der Faktor der möglichen Mobilität ist einer, auf den die Community gewartet hat. Klar, den gab es schon mit dem 3DS. Und wenn man Wert auf gute Grafik legte, dann griff man zur PS Vita. Aber der Vorteil der Switch liegt auf der Hand: Sie ist das Flaggschiff Nintendos. Der geneigte Spieler erhält nicht etwa Portierungen und abgespeckte Versionen bekannter Marken und neuer Titel, er erhält den Hauptgang von Nintendo serviert. Und spätestens mit dem exklusiven Pokémon-Titel wird die Switch in noch schwindelerregende Höhen aufsteigen, soviel steht fest.

Und Microsoft? Die haben kurz vor Ende des Jahres die Xbox One X veröffentlicht, die geradezu nach Elite schreit. Ein Stück Hardware, das die Konkurrenz - und ja, selbst die PS4 Pro - weit hinter sich lässt. Oder lassen könnte. Aber Microsoft hat es verschlafen, notwendige Exklusivtitel als Verkaufsargument mitzuliefern. Haben sie vergessen, dass es noch immer die Software ist, die die Hardware verkauft und nicht umgekehrt? Der einzige Faktor, der für den Kauf der teuren Xbox One X spricht, ist doch im Grunde der Upgrade-Faktor, wenn man vom Preis absieht. Wer bereits eine Xbox One (S) besitzt und als treuer Hardware-Enthusiast immer das Beste vom Besten will, der wird es sich auch ohne passende Software besorgen (und bei passender Software sprechen wir hier nicht von auf 4K getrimmte Titel!). Und wer noch keine der aktuellen Konsolen besitzt, wird womöglich auch zur X greifen. Die PS4 Pro verfügt aber über das Argument des Kaufpreises und vor allem der Exklusivtitel - schwer zu schlagen. Wenn man es genau betrachtet, stehen sich hier Horizon Zero Dawn und PlayerUnknown's Battlegrounds gegenüber.

Aktuelles - Bye-bye 2017: Guten Rutsch wünscht gamona im Rückblick

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 8/111/11
Kann Crackdown 3 die Xbox One X pushen?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Aber 2018 wird sich das Rad erneut drehen. Und dann wird es schwer für die PS4 Pro sein, bei plattformübergreifenden Titeln die bessere Grafik zu liefern. Und wenn sich auch beim Durchschnittsnutzer herumspricht, dass die Xbox One X die schönere Darstellung liefert, werden nicht wenige hier zugreifen. Hier wird sich im neuen Jahr zeigen müssen, welche Exklusivtitel attraktiver sein werden: Sea of Thieves und Crackdown 3 auf der Xbox One X oder God of War und Death Stranding und womöglich The Last of Us 2 auf der PS4 Pro.

Grenze erreicht

Ein wichtiges Thema in diesem Jahr war die Kontroverse um Lootboxen und Mikrotransaktionen im Allgemeinen. Die Frage, ob es sich hierbei um Glücksspiel handelt, beschäftigt aktuell noch einige Institutionen wie die belgische Glücksspiel-Komission. Politiker wie Christopher Kalani Cushman Lee, Abgeordneter im Repräsentantenhaus des US-Bundesstaates Hawaii, gehen bereits weiter und bezichtigen Unternehmen wie EA der gezielten "Ausbeutung von Kindern". Für die Gaming-Community selbst ist klar: Wenn die Monetarisierung das Gameplay entscheidend beeinflusst, ist eine Grenze erreicht. Und dies bekam EA bei Star Wars Battlefront 2 zu spüren.

Satt gesehen

Große Veränderungen gab es auch in der Filmindustrie. Zwei (drei) Dinge dürften hier besonders herausgestochen sein: Zum einen nimmt die Attraktivität reiner Effekte-Blockbuster ab, zum anderen hat sich der Markt entscheidend verändert durch den Mega-Deal zwischen Disney und 21st Century Fox.

Das Kinojahr 2017 wird schlechter ausfallen als das vorige, denn die großen Sommerblockbuster sind fast durchwegs gefloppt. Gefloppt nicht im Sinne von Einnahmen, sondern im Sinne der Erwartungen. Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache, Die Mumie, Valerian - Die Stadt der tausend Planeten oder auch Transformers 5: The Last Knight: Sie alle hätten nach der Standard-Formel große Hits werden sollen, sie alle sind abgestraft worden. Selbst Star Wars: Episode VIII - Die letzten Jedi wird nicht mehr das einspielen, was Episode VII vermochte. Das Publikum, so macht es den Anschein, hat sich satt gesehen am Effektegewitter. Niemand geht ins Kino und zahlt zwischen 10 bis 16 Euro für ein Ticket, wenn er bereits im Vorfeld und spätestens mit einem Trailer weiß, was ihn erwartet. Man will überrascht werden mit einer klugen Story und Wendungen, die man nicht sehen kommt und Menschen, also tatsächlichen Charakteren und keinen seelenlosen Triggern für gewisse Ereignisse. Welch Ironie, dass ausgerechnet das Genre, das jahrelang als 08/10-Genre verschrien wurde, nun die notwendigen Akzente liefert, siehe Get Out und Es. Die echten menschlichen Geschichten sind aktuell im Horrorgenre zu finden.

Aktuelles - Bye-bye 2017: Guten Rutsch wünscht gamona im Rückblick

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 8/111/11
Seelenlose Effektegewitter wie Justice League wurden abgestraft, während Wonder Woman als Solofilm mit Origin-Story ein Hit wurde
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Und immer mehr ist der große Einfluss der Streaming-Dienste zu spüren. Netflix investiert im kommenden Jahr 2018 rund acht Milliarden in die Produktion eigener Filme. 80 sollen es werden. Und Amazon produziert eine groß angelegte Mittelerde-Serie gemeinsam mit dem Tolkie-Estate. Im Grunde ist der geneigte Zuschauer also bedient, er muss gar nicht mehr ins Kino. Disney hat das erkannt und arbeitet zügig am eigenen Streaming-Dienst und hat hierzu bereits den Vertrag mit Netflix aufgekündigt. Und vielleicht ist der Deal mit 21st Century Fox mit ein Schachzug, das Angebot bei den Konkurrenten zu schmälern, wenn ab 2019 der disney-eigene Dienst erscheint mit einem breiten Angebot an Filmen und Serien aus den Häusern Disney, Pixar, Marvel Studios, Lucasfilm und 20th Century Fox.

Dieser Megadeal ist es auch, der die Kinolandschaft über kurz oder lang verändern wird. Disneys Kauf der Film- und Fernsehdivision von 21st Century Fox für 52,4 Milliarden Dollar wird das große Studio 20th Century Fox unter das Disney-Banner stellen. Es ist nicht nur der Einfluss, der wächst, sondern auch die Erfahrung und vor allem der Pool an Lizenzen. Disney kann, wenn sie denn lustig sind, mal locker die Avengers in einem Crossover auf die Aliens treffen lassen. Ein enormes Shared-Universe? Warum nicht? Völlig undenkbar wäre das nicht mehr. Schon jetzt ist klar, dass die Avengers, die X-Men und Fantastic Four wieder vereint werden. Möglich wäre aber, dass 20th Century Fox' Bestreben, erwachsenere Superhelden-Unterhaltung zu produzieren, ein Riegel vorgeschoben wird.

Weinstein und Co

Und dann war da der Skandal auf dem Nebenschauplatz, der mit Harvey Weinstein losgetreten wurde. Zuvor hätte niemand gedacht, dass dieses eigentlich ohnehin offene Geheimnis sexueller Belästigungen jemals öffentlich ausgesprochen würde. Von Konsequenzen für die Täter ganz zu schweigen. Weinstein ist seinen Job und seine renommierten Mitgliedschaften los - und damit auch seinen Einfluss. Weitere große Namen wie Kevin Spacey folgten. Konsequenzen wie bei Alles Geld der Welt und House of Cards werden mit Sicherheit Schule machen. Jetzt heißt es mehr denn je: Aufpassen, was man sagt, tut und denkt. Ob das nun ausschließlich als positiv zu betrachten ist, sei dahingestellt.

Passt auf euch auf, kommt gut über den heutigen Abend, feiert und freut euch! Wir sehen uns nächstes Jahr wieder.