Übliche Nachbesserungen und wirklich einschneidende Gameplay-Aufwertungen verspricht der neue Content für Aion. Wird das Spiel sich dadurch in neue Höhen erheben oder einen Sturzflug erleiden?

NCSofts geflügeltes MMO läuft nun fast ein ganzes Jahr und konnte sich eine treue Spielergemeinde erhalten. Trotzdem gab es einige Kritikpunkte, die sich die Macher zu Herzen genommen haben müssen. Zu grindlastig waren einige Passagen ausgefallen, und in der Mitte der Charakterentwicklung drohten viele Spieler in ein Questloch zu fallen.

In diesen Momenten gab es einfach zu viele Missionen, in denen die nötigen Erfahrungspunkte fehlten, um die eigene Spielfigur weiter aufzubauen. Die-Hard-Fans dürfen nun anfangen, ihre Phalanx aus Gegenargumenten á la „Man muss halt taktischer als in WoW spielen“ aufzubauen.

Spielerisches Neuland

Gerade in Europa sollten MMOs allerdings einen strafferen Ablauf vorweisen können, die dem Spieler das Gefühl geben, dass sich die Plackerei gelohnt hat. Mehr Missionen, durch die Erfahrungspunkte abgesahnt werden, mehr lohnende Beute, vor allem aber auch mehr Vielfalt. Immerzu gleiche Tätigkeiten ausüben ist vielleicht für Zocker interessant, nachdem sie einen anstrengenden Tag hinter sich gebracht haben. Fließband-Grinding kann schließlich auch ein meditatives Erlebnis bringen – die Mehrzahl der MMO-Crowd will aber ein abwechslungsreiches Abenteuer erleben.

Aion - Interview: Das ist alles neu an Aion 2.03 weitere Videos

Die neuen Inhalte werden ab dem 7. September mit einem Update eingespielt. Stammabonnenten brauchen also keine weiteren Geldbeträge für Assault on Balaurea abzudrücken. Eine Version für die Kaufhäuser und natürlich Sammler ist ebenfalls eingeplant. Logischerweise stehen dann auch die ursprünglichen Gebiete und Quests zur Verfügung. Ein feiner Zug von NCSoft, ihre Erweiterung kostenfrei für Bestandskunden zur Verfügung zu stellen. Damit könnten sich sogar ehemalige Spieler wieder auf die Server bewegen lassen, die vorzeitig das Handtuch geworfen haben. Ein Blick auf die Veränderungen kann schließlich nicht schaden.

Aion 2.0: Assault on Balaurea - Mehr Spiel, weniger Grind: Das verspricht Version 2.0

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Grafisch ist Aion immer noch ein Brett.
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Dieses Mal drehen die Spielfiguren den Spieß einfach um. Schauplatz von Aion ist der Planet Atreia, auf dem die beiden Rassen Asmodier und Elyos leben. Während die Elyos über ein eher helles Gemüt und ein engelsgleiches Äußeres verfügen, geht es bei den Asmodiern düsterer zur Sache. Das mag auch mit den Lebensbedingungen der beiden Lebewesen zusammenhängen: Die Elyos flattern mit ihren weißen Flügeln über blühende Landschaften mit üppiger Vegetation, wohingegen die Asmodier mit schwarzen Schwingen über lavagesäumte Einöden gleiten. So viel Gegensätzlichkeit führt unweigerlich zu Feindschaft und Krieg.

Als dann auch noch eine dritte Rasse auftaucht, gerät das ohnehin fragile Machtgefüge endgültig ins Wanken. Die Balaur wohnten seit Ewigkeiten im so genannten „Riss“, dem Inneren der Welt, der von Asmodiern und Elyos als Kampfplatz genutzt wird. Die unheimlichen Monster drangen in die Gebiete beider Parteien vor und wurden schnell zu einer großen Gefahr für das spielbare Geflügel. Mit dem neuen Update schlagen die umgangssprachlich genannten „Tauben“ und „Krähen“ zurück und erobern den bislang unerforschten Raum der Balaur. Viel zu tun also für die mutigen Krieger, Zauberer, Waldläufer oder Geistlichen, die in verschiedenen Unterklassen ihre Fertigkeiten perfektionieren können.

Lockruf der Innovation

Auf der Gamescom stellten die Produzenten das Addon noch einmal ausführlich vor und gingen selbstverständlich eingehend auf die Veränderungen im Spiel ein. Besonders den Wünschen der Community wurde Gehör geschenkt, die sich die eine oder andere Verbesserung herbeigesehnt haben. Damit sich aber auch die Spieler nicht langweilen, die bereits auf dem Olymp der höchsten Recken angekommen sind, wurde die Level-Obergrenze auf Stufe 55 angehoben. Das hört sich zwar nach wenig an, wer aber seinen Charakter aufgebaut hat, weiß um die harte Arbeit, die in solch einer mächtigen Spielfigur steckt.

Aion 2.0: Assault on Balaurea - Mehr Spiel, weniger Grind: Das verspricht Version 2.0

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Aion 2.0 will dem Grind ein Ende setzen.
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Leichter hat man es, wenn man die Double-XP-Events mitmacht. Davon soll es zukünftig wieder einige geben, die das Leveln angenehmer gestalten werden. Auch die täglichen Quests werden runderneuert und mit neuen Aktionen aufgeschäumt. Allgemein sollen die Erfahrungspunkte nun leichter zu holen sein, damit die Frustgrenze ein bisschen niedriger ausfällt.

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Experimentierfreudige Spieler dürfen auch neue Skills benutzen, die in den Fähigkeitsverkettungen sicherlich weitere mächtige Impulse bringen. Die Balaur sind nicht so einfach zu schlagen, ebenso wenig wie die von den Spielern geführten Elyos oder Asmodier. Im PvP können also wieder neue Überraschungen auf die alten Hasen zukommen.

Energiesparendes Geflatter

Bei der Verfolgung von Gegnern konnte man bislang zwar auf Flügel zurückgreifen, die Flugzeit war aber recht begrenzt. Hatte man nicht gerade einen Trumpf in Form von Skills oder Tränken im Ärmel, die den Spieler länger in der Luft hielten, war man innerhalb einer Minute wieder auf den Boden zurückgekehrt. Mit Luftströmungen kann nun erheblich länger Höhenakrobatik betrieben werden.

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Blau soll ja glücklich machen...
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Diese Kanäle treiben die geflügelten Helden in bestimmte Richtungen und eignen sich deshalb sehr gut für weitere Strecken. Sie können auch in neue Gebiete treiben, in denen es eine Menge zu erforschen gibt. Freilich ist das nicht immer ungefährlich, da sowohl Balaur als auch verfeindete Fraktionen überall lauern können.

Besser ist es da, wenn man in Gruppen unterwegs ist. Neue Raid-Instanzen und Gemeinschaftsquests machen das nach wie vor unabdingbar. Solisten können trotzdem Einzelmissionen durchführen. Ein wenig Geschick sollten sie aber dennoch mitbringen. Wer aber schon so weit ins Gebiet der Balaur vorgedrungen ist, hat bereits einen harten Überlebenskampf hinter sich und weiß dementsprechend, wie man sich seiner gefiederten Haut wehren kann. Die frischen Endbosse sind aber alleine nicht zu besiegen. In Gruppen ist es immer noch anspruchsvoll genug, auf turmhohe Drachenwesen einzuprügeln.

Schnelles Handeln gefragt

Schon der Anblick beeindruckt ungemein, aber der Look von Aion war ja bereits in der Grundfassung äußerst gelungen. Schon klar, dass auch die Expansion in die gleiche Kerbe schlägt. Die Beute lässt alles kämpferische Mühsal vergessen: Neue attraktive Loots werden überall im Spiel eingebaut und sollen sogar leichter als zuvor zu erkämpfen sein. Erhöhte Droprates lassen erahnen, dass nicht nur viele neue Items hinzugekommen sind, sondern auch begehrte Sammlerstücke einfacher zu erhalten sein werden. Krämerseelen werden wahrscheinlich wieder Platz im Auktionshaus schaffen müssen.

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Ich bin dein Boss, Gegner!
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Eine weitere sinnvolle Gameplay-Ergänzung sind die Pets. Bis zu 50 Haustiere können gesammelt werden und in den entsprechenden Situationen zur Hilfe eilen. Sie sehen nicht nur cool aus, sondern erfüllen auch bestimmte Zwecke. Angefangen bei erhöhtem Inventory bis hin zu Produktionshelfern sind viele Annehmlichkeiten geplant.

Haben die Spielfiguren ein eher ernstes Aussehen, so sorgen die Pets für Auflockerung, wenn sie in der Kostümierung des „Scream“-Killers oder comichafter Füchse hinter dem mächtigen Ritter hinterher dackeln. Für Jäger und Sammler wird jedenfalls gleichermaßen gesorgt.