Während die nordamerikanische Abteilung von NCsoft aktuell in einigen Schwierigkeiten zu stecken scheint und es jüngst eher unschöne Meldungen zu den beiden Titeln „Tabula Rasa“ und „Dungeon Runners“ zu vermelden gab, erreichen uns aus dem fernen Osten durchweg positive Nachrichten.

Vor nicht einmal einem Monat wurde mit „Blade & Soul“ ein neuer Titel angekündigt, und mit „Aion: The Tower of Eternity“ steht ein weiterer viel versprechender Kandidat bereits in den Startlöchern. Auf der Games Convention in Leipzig konnten wir uns erneut einen Einblick vom himmlischen MMO verschaffen und erstmals sogar selbst Hand anlegen.

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Stäbchen meets Kartoffel

Genau ein Jahr ist es jetzt her, als uns NCsoft auf der Games Convention 2007 erstmalig „Aion: The Tower of Eternity“ vorstellte. Am Setting hat sich seitdem wenig geändert. Die Hohlwelt Atreia ist nach einem gewaltigen Krieg in zwei Hälften geteilt worden, die vom so genannten Abyss zusammen gehalten werden.

Aion - Das MMO-Highlight der GC

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Die Welt von Aion wurde in zwei Hälften geteilt.
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Eben jenes Gebiet trennte bisher auch die Länder “Elysea” und “Asmodea”, die Heimat der beiden spielbaren Rassen - die engelähnlichen Elyos und die dämonischen Asmodier - von einander. Doch nun treffen die beiden Fraktionen zum ersten Mal aufeinander und die epische Story nimmt ihren Lauf.

Auch wenn „Aion: The Tower of Eternity“ optisch eindeutig als koreanisches Online-Rollenspiel zu identifizieren ist, unterscheidet es sich spielerisch deutlich von anderen Vertretern seiner Spezies. Die Entwickler versuchen jeweils die besten Elemente westlicher und asiatischer Spielweisen zu kombinieren.

Frei wie der Wind

Anstatt beispielsweise permanent unsinnig auf irgendwelche Monster einzudreschen (wie man es aus anderen “Asia-Grindern” gewohnt ist), gibt es eine komplexe Hintergrundgeschichte mit zahlreichen interessanten und abwechslungsreichen Quests, wie wir sie eher aus westlichen Spielen kennen. Das PvP-System dagegen ist eher an den asiatischen Stil angelehnt. Dies ergibt durchaus Sinn, konnte NCsoft doch mit den beiden “Lineage”-Titeln bereits viele Erfahrungen in diesem Bereich sammeln.

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Der asiatische Stil von Aion ist unübersehbar.
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Einen besonderen Reiz bekommt die Welt Atreia durch die dritte Rasse der Balaur. Dieses gewaltige NPC-Volk hat sich im Abyss niedergelassen und verfolgt seine eigenen Ziele. So kann es beispielsweise vorkommen, dass euch die Balaur in einem Gefecht zur Seite stehen, nur um euch wenige Minuten später in den Rücken zu fallen. Nichts soll vorhersehbar sein. Die Entwickler sprechen daher gerne von einem innovativen PvPvE-System.

Beide spielbaren Fraktionen verfügen ab dem zehnten Level über angewachsene Flügel. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich sowohl die Elyos als auch die Asmodier in die Luft begeben und sich dort fortbewegen können. Von der Fähigkeit zu Fliegen kann man allerdings nur begrenzt sprechen, können die Charaktere doch nur mit Hilfe des so genannten Äthers abheben. Dieser ist aufgrund der Hintergrundgeschichte auch nicht überall vorhanden. Somit soll verhindert werden, dass das Fliegen zum dominierenden Fortbewegungsmittel wird oder auch herausfordernde Kämpfe einfach umflogen werden.

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Die Welt von Aion wurde in zwei Hälften geteilt.
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Zudem sieht das Spiel nur eine begrenzte Flugzeit vor, die mit zunehmendem Level verlängert werden kann. Wer nicht “aus allen Wolken fallen möchte”, sollte daher unbedingt eine in der Benutzeroberfläche eingebaute Anzeige im Auge behalten. Ansonsten ergeht es euch wie einem bekannten Vertreter der griechischen Mythologie, der mit seinen selbstgebauten Flügeln zu hoch hinaus wollte.

Eine gute Mischung aus Neuem und Bewährtem macht Aion zum MMO-Messehighlight der GC 2008.Ausblick lesen

Nichtsdestotrotz bietet die Flugfähigkeit grandiose Möglichkeiten. Mit ihrer Hilfe kann man nicht nur abgelegene Orte erreichen, die ansonsten unentdeckt bleiben würden, sondern auch Feinde taktisch clever aus der Luft angreifen, so dass sie sich nicht wehren können. An dieser Stelle sei allerdings nochmals an die begrenzte Flugzeit erinnert. Eine überdimensionale Gruppe an Monstern sollte man daher trotzdem besser auslassen, wenn man nicht sein blaues Wunder erleben möchte.

Alles was der Herz begehrt

Bei den Klassen kommt “Aion: The Tower of Eternity” im wahrsten Sinne des Wortes klassisch daher. Während der Erstellung eines Charakters, bei der man übrigens alles bis ins kleinste Detail ändern kann, entscheidet man sich für eine von vier Klassen (Krieger, Späher, Priester, Magier). Bereits nach kurzer Spielzeit erfolgt dann eine weitere Spezialisierung, so dass insgesamt acht Klassen zur Auswahl stehen.

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Urlaub auf dem Sonnendeck...
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Spielerisch greift NCsoft auf bewährte Elemente zurück und zielt im so genannten Endgame, also der Spielzeit nach dem Erreichen des Maximallevels, überwiegend auf PvP-Elemente. Wer mit seiner Gilde (bzw. seiner Legion, so werden die Zusammenschlüsse von Spielern in “Aion: The Tower of Eternity” heißen) Festungen erobern und verteidigen möchte, kommt daher definitiv auf seine Kosten und kann dabei auch Belagerungswaffen einsetzen. PvP-Muffel dürfen sich dagegen auf groß angelegte Schlachtzüge (Raids) freuen. Somit müsste eigentlich für jeden etwas dabei sein.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere bekannte Elemente, wie Crafting, Combos, Fähigkeitsketten und einem Heldensystem. Mit so genannten Stigmasteinen kann man zudem auf Skills anderer Klassen zurückgreifen und seinen Charakter dadurch weiter individualisieren.

Ein weltweit zeitgleicher Release wird von NCsoft nicht angestrebt. Zuerst wird mit Korea der Kernmarkt bedient. Unsere koreanischen Freunde durften sich bereits über drei Closed Beta Phasen freuen und werden aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr in den Genuss des fertigen Spiels kommen.

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"Zwei Mal Geflügel, bitte!" gamona-Redakteur Tobi auf der GC.
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Eine vollständig lokalisierte Version wird in Deutschland nach aktuellem Stand im ersten Halbjahr 2009 erscheinen. Vorher soll es noch diverse Preview-Events geben, in denen vor allem die Server getestet werden. Großartigen Einfluss auf die Spielinhalte werden europäische Fans daher nur indirekt nehmen können, wird Aion doch zur Zeit der Preview-Events in Korea längst erschienen sein.

Offen ist aktuell noch die Frage des Finanzierungsmodells. Zwar gehen wir derzeit von monatlichen Abonnement-Gebühren aus, allerdings hat sich NCsoft bisher noch nicht final geäußert, weshalb auch ein “Free to Play” Modell mit angeschlossenem Item-Shop denkbar wäre, auch wenn es eher unwahrscheinlich scheint.