Erst vor zwei Wochen gab der norwegische Entwickler Funcom bekannt, dass man das kommende Online-Rollenspiel Age of Conan nicht mehr im Herbst veröffentlichen würde, sondern erst im März 2008. Die dadurch gewonnene Zeit soll dazu genutzt werden, Verbesserungen vorzunehmen und damit eine hohe Qualität zu gewährleisten.

Auf der Games Convention hatten wir nun Gelegenheit, uns vom Stand der Dinge zu überzeugen und bekamen in einer Präsentation von Jorgen Tharaldsen (Product Director) und Erling Ellingsen (Product Manager) einen aktuellen Einblick in das Spielgeschehen.

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Nur für Volljährige!
Eines bestätigten die Funcom-Mitarbeiter von Beginn an: Man möchte so dicht wie möglich an der Romanvorlage von Robert E. Howard sein und nimmt daher auch keine Rücksicht auf die USK. "Das Spiel richtet sich definitiv an eine erwachsene Zielgruppe", so Tharaldsen und leitete damit die Demo-Session ein, in der wir in erster Linie Einblicke in den PvP-Modus erhielten.

Age of Conan: Unchained - Die Mauer muss weg: Mit Belagerungswaffen vor den Toren Leipzigs.

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Auf zu neuen Ufern: Echte Helden bereisen fremde Länder noch per Schiff.
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Bevor wir aber den epischen Schlachten beiwohnen dürfen, verfrachtet das Duo seine Spielfiguren in die Black-Ring-Zitadelle: eine High-Level-Zone, die für Spieler ab Level 80 gedacht ist und jede Menge tödlicher Monster enthält. So treffen wir beispielsweise auf einen dunklen Zauberer, für den man eigentlich eine kleine Armee benötigt. Dank Game-Master-Cheat ("set health 0" ...) streicht der Fiesling mitsamt seinen Helfern aber im Handumdrehen die Segel, und wir werden schon mit dem nächsten, noch größeren Bösewicht konfrontiert. Hier geht's hoch her!

Demonstriert wird bei dieser Gelegenheit auch das neuartige, freie Kampfsystem (Real Time Combat System), bei dem ihr sehr viele Freiheiten haben und nicht in starren Posen oder Bewegungsschemata feststecken sollt. Tharaldsen läuft mit seinem Charakter um die Gegner herum und bearbeitet sie von allen Seiten. Statische Fights sollen dadurch der Vergangenheit angehören - leider durften wir selbst noch nicht Hand anlegen, um uns einen Eindruck von der tatsächlichen Steuerbarkeit zu machen.

Packshot zu Age of Conan: UnchainedAge of Conan: UnchainedErschienen für PC

Wer besonders geschickt ist, kann jedoch mit eindrucksvollen Kombos vernichtende Attacken auslösen, die Gliedmaße oder gar den Kopf vom Körper abtrennen. Der Dungeon veranschaulicht aber auch, wie die Entwickler die Vielschichtigkeit der Romanvorlage umsetzen, in die der Autor viele mythische Kulturen und Geschichten integriert und miteinander verschmolzen hat.

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Im Dunkel der Dungeons trefft ihr schon Mal auf riesige Ungetüme.
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So besteht der gefährliche Ort aus verschiedenen Abschnitten, in denen quasi Repräsentanten aller möglichen Mythologien auf die Spielfiguren losgehen. Man kann sich gut vorstellen, wie vielseitig erst das über 500 km² große Gebiet von Age of Conan sein muss. Dann geht's aber ans Eingemachte und wir werden mit dem Belagerungs-PvP bekannt gemacht, das ein wichtiger Bestandteil der Spieler-gegen-Spieler-Schlachten sein wird.

PvP-Belagerungsschlachten
In den so genannten Grenzkönigreichen, also den Ländern östlich des Königreichs Aquilonia von König Conan, herrscht Open PvP. Eure Spielfigur kann dort also zu jeder Zeit von feindlichen Figuren attackiert werden. Spieler und vor allem Gilden bauen in diesen Gebieten ihre Festungen oder (für kleine Gilden) Türme, die Siedlungen ähneln und von Verteidigungsanlagen umgeben sind.

Je nachdem wo und wann man die Behausungen - auch Battlekeeps genannt - erbaut, haben Widersacher ein Zeitfenster von mehreren Tagen, in dem sie die Festung angreifen und erobern dürfen, was man mit dem Bau eines Kriegszeltes initiiert. Auf diese Weise will man verhindern, dass Gilden 24 Stunden am Tag Wache halten müssen, um ihre Festungen zu beschützen.

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Die Mauer muss weg, die Mauer muss...
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Allerdings sollte die Attacke gut geplant sein, innerhalb von drei bis vier Stunden muss die Belagerung erfolgreich beendet sein, sonst gilt sie als verloren. Generell sind dabei laut Tharaldsen die Verteidiger immer im Vorteil - schon allein deshalb muss der Angriff möglichst organisiert vorgetragen werden. Doch es können trotz der besten Vorbereitungen unerwartete Dinge geschehen. So ist es beiden Seiten möglich, Söldner zu rekrutieren und für ihre Armee kämpfen zu lassen.

Allerdings gibt es dafür ein bestimmtes Limit, quasi ein Budget, das irgendwann aufgebraucht ist und keine weiteren Rekrutierungen zulässt. Damit will man verhindern, dass die Schlachten immer weiter in die Länge gezogen werden. Außerdem soll es bei solchen Belagerungsfights eine generelle Obergrenze von ca. 150 Spielern geben, um die Zonen nicht zu überlasten und flüssiges Spielen zu gewährleisten. Für die Demonstration hatten die Entwickler computergenerierte Gegner aufgestellt, denn diese werden später auch eigenständig Behausungen errichten und Attacken ausführen, können aber auch selbst attackiert werden.

Chaos & Godmode
Auf den ersten Blick gestaltete sich das Geschehen recht chaotisch, und es ist nicht einfach einzuschätzen, wie schwer es letztendlich trotz großer Belagerungswaffen wie Katapulten sein wird, die von zwei Abwehrmauern umgebenen Festungen einzunehmen (oder gar vollständig zu zerstören), weil die Funcom-Mitarbeiter aufgrund ihres God-Modes nicht sterben konnten. An Action wird es jedoch auf keinen Fall mangeln, soviel ist sicher. Wer sich in eher lustigen PvP-Kämpfen engagieren möchte, kann sich in Kneipenschlägereien verwickeln lassen, nachdem genug virtueller Alkohol die Kehle hinab geflossen ist.

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In den Kämpfen geht es nicht gerade zimperlich zu.
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Der Sinn von PvP-Kämpfen wird auch bei Age of Conan - neben dem Spaßfaktor - in dem stetigen Ausbau der eigenen Spielfigur und natürlich in der Eroberung einer eigenen Festung liegen, da die Anzahl der verfügbaren Bauflächen limitiert ist. Durch die Belagerungen und PvP-Kämpfe erhalten Gamer beispielsweise Blood Money (eine alternative Zahlungsmethode für Gegenstände, die nicht mit normalem Geld käuflich sind) und spezielle Buffs.

Ein ganz kleiner Anteil von Spielern, Hardcoregamer, wird später auch den Status der "Unsterblichkeit" erringen können. Ellingsen schätzt diesen Anteil auf höchstens 0,1 Prozent aller Spieler, die jemals in diesen Rang aufsteigen, da die Zugangsvoraussetzungen sehr schwer zu erreichen sein werden. Insgesamt wird es 20 PvP-Ränge geben, die mit verschiedenen Vergünstigungen und Verbesserungen verbunden sind.