Eine aisiatische Schönheit im Kimono sitzt am Eingang, lächelt und bittet uns herein – in ein Dungeon aus Conan – Hyborian Adventures. Rostige Eisentüren, die scheinbar nur noch in den Angeln hängen, riesige Steinblöcke, Speer, Schild und Tierfell an der Wand – in diesem stilechten Ambiente präsentiert uns Funcom seinen neuesten Streich: „Rise of the Godslayer“, das erste Add-on für Hyboria.

Auf kunstvoll geschnitzten Holzschemeln sitzend bekamen wir auf der gamescom eine ausführliche Einführung in die neuen Gebiete des Conan-Universums, durch die wir uns hoffentlich bald hacken werden. Nach dem Release verschrien, scheint Age of Conan nach vielen Patches und Bugfixes endlich wieder faszinierend, für neue und neue alte Spieler gleichermaßen. Funcom meldet steigende Nutzerzahlen. Da kommt der gezeigte Ausflug in die fünf neuen Regionen gerade richtig. Die Erweiterung soll den Trend weiter verstärken.

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Im fernen Orient

„Rise of the Godslayer“ bringt uns augenscheinlich in den fernen Osten, nach Asien. „Wir haben uns an China und Korea orientiert“, bestätigen die Entwickler. Die Städte, Gebäude und Menschen lassen uns glauben, wir wären geradewegs in die Welt des Drachens befördert worden. Mehrstufige Dächer mit roten Pfannen, fremde Schriftzeichen und für europäische Augen seltsam anmutende Kleidung charakterisieren unsere Umgebung. Plötzlich: eine brennende Strohpuppe, eine Vogelscheuche mit Rüstung, vor der die Einheimischen ihrer Wut freien Lauf lassen.

Es ist die Darstellung des Gottmörders, des Godslayers. Von Conan. Dessen Geschichte transportiert uns zunächst 25 Jahre zurück, als der Barbar im stürmischen Alter von 17 Jahren den Gottkönig der Khitan ermordetete. Seitdem wird ihr Reich immer wieder von Gewaltausbrüchen erschüttert, die Steppen und violetten Pagoden Paikangs sind korrumpiert – Schatten liegen über dem Land. Wir sollen das Imperium Kithai von seiner Bürde befreien.

Neues Punktesystem, neue Areas, neue Skills

Natürlich sind die Khitan auch als Rasse spielbar, aber das Hauptaugenmerk liegt bei „Rise of the Godslayer“ woanders. Erstens auf dem Charaktersystem, das auf den ersten Blick kaum angetastet wurde: Der höchste Level wird auch weiterhin 80 sein. Doch werden so genannte „Alternate Advancement Points“ (AAP) eingeführt, die zusätzlich zu regulären Erfahrungspunkten verdient werden. Diese AAPs ermöglichen Zugang zu verschiedenen Fertigkeiten: „Wir geben dem Spieler mehr Optionen und mehr Fähigkeiten, mit denen er seinen Charakter verbessern kann“, beschreiben die Entwickler den Sinn der alternativen Erfahrungspunkte.

Age of Conan: Rise of the Godslayer - Ein Geschenk der Götter?

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Exotisch: Pagodendörfer statt Barbarensiedlungen
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Das zweite neue Hauptelement ist die Umgebung, die viel interaktiver sein soll als im Hauptspiel. Waren die Storyline und Quests bislang überwiegend linear, soll nun die Erkundung der Umwelt ein größerer Faktor werden. Die Spieler können sich in den neuen Gebieten über Orientierungspunkte am Horizont zurechtfinden, nicht durch unsichtbare Barrieren, die sie auf einen vorherbestimmten Pfad zwängen. Doch nicht nur im offenen Gelände soll es mehr Bewegungsfreiheit geben, auch in den fernöstlichen Siedlungen.

Jedes Haus ist begehbar, auch wenn es für die Erfüllung eines Quests keine Funktion erfüllt. Fast alles sieht komplett anders aus als im Hauptspiel – andere Farben, andere Architektur, andere Landschaften. Faszinierend ist neben der neuen Umgebung auch das System der Reittiere.

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Dieses mächtige Mount müsst ihr euch erst heranzüchten
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Während sich Mounts in anderen MMORPGs meist lediglich in punkto Schnelligkeit und Rüstung unterscheiden, werden sie in „Rise of the Godslayer“ zum unentbehrlichen Mitstreiter. Der Tiger etwa ist Teil eines Quests: Ohne Kleidung und mit bloßen Fäusten kämpfen wir für das pelzige, schwarz gestreifte Baby. Da man auf einem kleinen Tiger schlecht reiten kann, müssen wir ihn füttern, erziehen und für unsere Zwecke trainieren. „Der Spieler soll eine persönliche Beziehung zu seinem Mount aufbauen, es also nicht einfach wieder weggeben.“, so die Entwickler.

PvP-Inhalte für alle

Aufgemotzt, aufpoliert und getunt – mit der Erweiterung könnte Age of Conan einen echten Schub nach vorn bekommen.Ausblick lesen

Auf der Jagd nach Monstern, Erfahrungs- und den neuen Alternate-Advancement-Punkten können wir in jeder der fünf Areas zwischen zwei unterschiedlichen, verfeindeten Fraktionen wählen. Überlegt es sich jemand anders, kann er so genannte „Betrayal Quests“ erfüllen und damit die Seite wechseln. Jede der Parteien hat exklusive Gebiete, welche die andere Fraktion nicht betreten darf und kann.

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Gemeinsam oder gegeneinander mit neuer Mechanik
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Ein Feature, das an das Player-vs-Player-Prinzip von Warhammer Online erinnert. Aber, so die Entwickler, es werde „keinen speziellen PvP-Content im Add-on“ geben. Der komme vielmehr über die allgemeinen Updates und wird so auch für Spieler der Basisversion zugänglich sein. Die Story und Hunderte neuer Quests sind auf Basis der Conan-Erzählungen des Autors Robert E. Howard enstanden. „Seine Geschichten formen die Zukunft in Age of Conan“, wird uns etwas kryptisch erklärt. Dann wird es etwas konkreter. Das dritte Hauptelement der Expansion sei „Conflict and Consequence“. Je nachdem, wie Quests gelöst werden, reagiert die Umwelt auf den Charakter anders.

Doch wann Spieler dies ausprobieren und mit ihrem von Hand aufgezogenen Tiger durch die neuen Areale in Conans Welt Hyboria streifen können, ist noch unklar. „To be announced“, war außer einem wissenden Grinsen das Einzige, was wir dem sympathischen Produktmanager Erling Ellingsen entlocken konnten. Vorher soll es noch eine geschlossene Beta geben. Aber auch dafür ist noch kein Termin bekannt.