Drehen wir mal für einen Moment die Zeit um zwei Jahre zurück: Eidos existierte noch, versuchte sich mit Age of Conan: Hyborean Adventures im MMO-Genre und fuhr schon im Vorfeld rekordhafte Vorbestellerzahlen für das Rollenspiel ein – die Beta wird sogar im Guinness-Buch der Rekorde als diejenigen mit den meisten Bewerbern geführt. Die Ausgangsposition für den martialischen Neuling waren also vielversprechend.

Nach einigen wenigen intensiven Spielmonaten wurde es jedoch nicht nur still um das Spiel, sondern auch leer auf den Servern. So leer, dass Age of Conan immer wieder für neue Witze leidlich humorbegabter Spielejournalisten herhalten musste…

Liebe auf dem zweiten Schlag?

Dass der massive Multiplayer-Spaß für Erwachsene auch noch den einen oder anderen Bug zuviel mitbrachte, obendrein im Questdesign allzu direkt daherkam, brachte zum Spott auch noch eine ganze Menge Schelte von den Kritikern ein. Viele Vorwürfe sind dabei nicht ganz gerecht gewesen. Trotzdem hing Funcoms neuer Stern am MMO-Himmel deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Age of Conan: Rise of the Godslayer - Kurz vor Start: Alle Infos zur Erweiterung

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Atemberaubend: AoC ist immer noch eines der grafisch beeindruckendsten MMOs.
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Vielleicht waren diese Rückschläge dafür verantwortlich, dass erst jetzt das erste Addon auf den Markt kommt. Andererseits sind zwei Jahre auch genügend Zeit für eine Analyse, Brainstorming und ein Konzept, wie man Vieles verbessern kann. Abgesehen davon sind zwei Jahre auch genug Zeit, um neue Features und grundlegende Innovationen ins Spielgeschehen zu integrieren.

Genau das versprechen die Macher von Funcom auch den Spielern. Näher vorgestellt wurde die Erweiterung auf der diesjährigen Role Play Convention, die vor ein paar Wochen in Köln stattfand. Auch skeptische Gemüter waren beeindruckt von dem runderneuerten Königreich, das sogar um ein weiteres Königreich ausgebaut wurde. Sie sollen auch zwischen neuen Factions entscheiden können, sich über komplexere Aufträge freuen und ein deutlich runderes Abenteuer erleben dürfen.

Packshot zu Age of Conan: Rise of the GodslayerAge of Conan: Rise of the GodslayerErschienen für PC

Ganze zehn Parteien haben mittlerweile ihre eigenen Interessen, die sie gerne durchsetzen möchten. Wer seine Missionen erfolgreich abschließt, arbeitet auch an dem Erfolg der gesamten Fraktion. Dadurch wird auch ermittelt, welche Gruppierung derzeit die erfolgreichste ist. Abgesehen davon, dass es sich hier um ein paar Stämme mehr handelt, werden erfahrene RPG-Freunde sich schnell mit dem System auskennen.

Auch Götter sind sterblich

Auch PvP-Freaks werden jetzt sicher hellhörig geworden sein. Bei so vielen unterschiedlichen Parteien sind Scharmützel untereinander vorprogrammiert, und zimperlich durfte man sowieso noch nie im Conan-Universum sein. Der neue Spielplatz hört auf den Namen Khitai. In fünf Hauptgebieten aufgeteilt finden die Spieler dort unterschiedlichste Vegetationen vor, die ein wenig fernöstlich anmuten.

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Neue Gegenden versprechen exotische Orte.
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Robert E. Howard, der sich die Geschichten um den Fantasy-Helden ausdachte, würde den norwegischen Programmierern anerkennend auf die Schultern klopfen. Schließlich haben sie sich eng an die Vorlage gehalten. Der namensgebende Held tritt hier als Jüngling in Erscheinung, der dieses Mal wirklich einiges auf dem Kerbholz hat. Man bringt nun mal nicht so eben einen Religionsstifter und Gott um und stürzt damit eine ganze Region in eine tiefe Glaubenskrise.

Stabilität sucht man also am besten nicht gerade in Khitai. Hier finden die virtuellen Schwertschwinger den Nährboden für Ruhm und Ehre, Blut und Gewalt, Erfahrungspunkte und Stufenaufstieg Der bleibt übrigens auf der maximalen Obergrenze von 80. Viel lieber haben sich die Norweger um den Content für alle vorhandenen Entwicklungsstufen gekümmert.

Schlachtplatte nach Barbarenart

Die Aufträge sind ebenfalls stark von den Fraktionen abhängig, die sie vergeben. Wer für eine Interessengemeinschaft die eine oder andere Erledigung einholt, wird sicherlich eine andere damit schädigen. Doppelagenten sollen aber trotzdem überall willkommen sein. Irgendwann werden aber die Fronten erhärtet genug sein, dass sich die Zugehörigkeit zu einer Gruppe herauskristallisiert hat. Dann ist man natürlich für die Feinde dieser Faction zum Freiwild erklärt und bekommt wieder die Gelegenheit, sein Kampfgeschick unter Beweis zu stellen – wahrscheinlich auch für zahlreiche Player-versus-Player-Konfrontationen.

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Neue Gegner, neue Action: Conan ist und bleibt wenig zimperlich.
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Am interessantesten sollen die neuen Gebiete vor allem für höhere Level sein. Man wird also auch zwischendurch genügend Abstecher in die bereits bekannten Gebiete Hyboreas machen. Dabei hat Khitai dem Auge reichlich viele Attraktionen zu bieten. Neben dicht bewachsenen Waldgebieten verschlägt es die Zocker auch in Wüsten und dicht besiedelte Zivilisationen. Rise of the Godslayer könnte somit auch als Motivationsmotor dienen, um enttäuschte Spieler wieder zurückzuholen.

Einen weiteren Ansporn werden die Tierfreunde unter den Spielern erleben. Neue Mounts können nämlich auch bestiegen werden. Dabei trottet man nicht mit einem Reitreptil durch die Gegend, sondern kann majestätisch auf dem Rücken eines Tigers seinen Feinden entgegen treten. Neben dem erhöhten Coolness-Faktor gewinnt auch die Grafik ordentlich an Boden – und die war schon vor zwei Jahren auf hohem Niveau. Wer dann auch noch Direct X 10-Unterstützung zuschaltet, kann sich schon mal auf einen Titel einstellen, der es visuell auch locker mit der Gourmet-Grafik eines Aion aufnimmt.

Ab dem 11. Mai können die Breitschwerter wieder gewetzt und den Gegnern erneut das Fürchten gelehrt werden. Zusätzlich werden wir dann wissen, wie fruchtbar die Lernphase für Funcom wirklich war. Ladenkäufer erhalten zudem auch noch einige Goodies wie einen Kampfgefährten, ein Pet und andere Items, die durchaus nützlich sein werden.

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