Nun war es also soweit: Marty McFly ist am 21. Oktober 2015 in der Zukunft gelandet – und hat uns keinen „Zurück in die Zukunft 4“-Film mitgebracht. Seit dem etwas anderen Jahrestag ist die Kultreihe wieder in aller Munde, wurde auch ins Bewusstsein vieler jüngerer Fans gebracht. Mehr als je zuvor drängt sich deshalb eine Frage auf: Können wir nach über 25 Jahren noch mit „Back to the Future 4“ rechnen?

Wozu lang um den heißen Brei herumreden: Es wird keine Fortsetzung geben. Nicht jetzt, nicht morgen und niemals. Das haben sowohl Regisseur Robert Zemeckis als auch Drehbuchautor Bob Gale mehrfach deutlich zum Ausdruck gebracht. Und ihr Wort hat Gewicht: Da beide sich in ihren Verträgen mit dem Filmverleih Universal Pictures Mitsprachrechte bezüglich etwaiger Fortsetzungen und Reboots zusichern lassen haben, wird es ohne ihre Zustimmung kein Wiedersehen mit Marty und Doc Brown geben.

Im aktuellen Fortsetzungswahn Hollywoods – der unter anderem auch Klassiker wie Star Wars, Ghostbusters, Indiana Jones und Blade Runner erneut auf die große Leinwand bringen wird – mag das je nach persönlicher Auffassung schade oder beruhigend sein, zumindest ist es aber eines: in Stein gemeißelt. Und das, nachdem ein kurzer Trailer vor einigen Jahren hohe Wellen schlug, in dem der inzwischen an Parkinson erkrankte Michael J. Fox gleichermaßen ins Marty-McFly-Outfit als auch den kultigen DeLorean schlüpfte. Was auf den ersten Blick wie die offizielle Ankündigung eines neuen Films anmutete, war tatsächlich nur ein nostalgischer Gag.

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Das heißt jedoch nicht, dass „Back to the Future“-Fans in Zukunft völlig auf dem Trockenen sitzen müssen.

Eine gute Zeit, „Back to the Future“-Fan zu sein

Nun gut, „Zurück in die Zukunft 4“ werden wir wohl nie zu sehen bekommen, doch insgesamt meinte es das Jahr 2015 sehr gut mit Fans der Kultfilmreihe – und dieser Trend könnte ein konstanter sein. Als Marty McFly wie im zweiten Film „angekündigt“ am 21. Oktober 2015 in der Zukunft oder eher: unserer Gegenwart landete, stand die Welt einen Tag lang Kopf. Neben schier unendlichen vielen Rückblicken und einer sehr sympathischen Aktion der beiden Hauptdarsteller wurde den Filmen sogar eine Tagesschau-Ausgabe der besonderen Art gewidmet.

Diese Ins-Gedächtnis-Holen hat auch dafür gesorgt, dass einige andere filmnahe Projekte wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurden. Das wohl populärste stellt: Martys Hoverboard, mit dem er in „Zurück in die Zukunft 2“ vor einigen Rowdys flüchtet. Einige Unternehmen haben versucht, die Technik eines schwebendes (Skate-)Boards in die Wirklichkeit zu verfrachten und inzwischen gibt es sogar einen „offiziellen“ Werbespot von Universal Pictures. Der Automobilhersteller Lexus hat vor einiger Zeit zudem die vermutlich fortschrittlichste Version eines echten Hoverboards vorgestellt.

Zurück in die Zukunft 4 - Warum es keinen neuen Film geben wird

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Selbstschnürende Nike-Schuhe? Count us in!
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Die gemütlicheren Naturen unter uns freuen sich stattdessen über Nikes selbstschnürende Filme, die ebenfalls im zweiten Film ihren großen Auftritt hatten und (kein Witz) im Jahr 2016 auf den Markt kommen sollen. Derweil hat Pepsi im Zuge des „Back to the Future“-Hypes eine ganz besondere Edition ihrer süßen Cola veröffentlicht: Pepsi Perfect. Leider hat es das Zuckerwasser jedoch nie über den großen Teich bis zu uns geschafft.

Halboffizielle Fortsetzungen: Wie die Geschichte auch ohne vierten Film weitergeht

Das mag ja alles netter Nerd-Kram sein, aber wie sieht es mit einer Fortsetzung der Geschichte aus? Werden Doc Brown und Marty McFly neue Abenteuer spendiert? Ja und nein.

Packshot zu Zurück in die ZukunftZurück in die Zukunft

Bereits 1993 eröffnete mit „Back to the Future: The Ride“ ein Vergnügungspark-Simulator,
in dem Fahrgäste nicht nur ordentlich durchgeschüttelt wurden, sondern tatsächlich eine offizielle Mini-Fortsetzung von „Zurück in die Zukunft 3“ erlebten, in der sie in der Rolle von Doc Brown Jagd auf den Bösewicht Bill Tannen machten. Ganze 15 Minuten dauerte so eine „Vorstellung“. Im Jahr 2007 wurde die von Steven Spielberg konzipierte Attraktion jedoch endgültig eingestellt. Schade eigentlich.

Zurück in die Zukunft 4 - Warum es keinen neuen Film geben wird

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Die „Zurück in die Zukunft“-Filme sind wie guter Wein und werden nicht älter, sondern besser.
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Ähnlich alt und nicht minder offiziell ist die Zeichentrickserie „Back to the Future – The Animated Series“. Die 26 Episoden schließen direkt an die Filmtrilogie an und werfen mit bekannten Charakteren nur so um sich. Richtig gutes Zeug, das es noch heute zu kaufen gibt (etwa auf Amazon) und nach wie vor verflucht unterhaltsam ist. Das gilt auch für das 2010 und 2011 veröffentliche Episoden-Adventure Telltales. Kein Meilenstein seines Genres, aber eine sympathisch-verrückte Nacherzählung der Filmklassiker in Videospielform.

Der „Zurück in die Zukunft“-Film, den wir nie zu sehen bekamen

Zwischen der Konzeption und der finalen Umsetzung eines Films liegen oft Welten, im Fall von „Back to the Future“ beinahe schon Galaxien. Die ursprüngliche Planung sah neben einem Finale in einer atomaren Forschungseinrichtung (!) sogar einen völlig andere Besetzung vor, statt Michael J. Fox war ursprünglich etwa Eric Stoltz für die Hauptrolle vorgesehen. Letztlich kam vieles ganz anders und mit Blick auf die großartigen Klassiker, die uns heute so sehr ans Herz gewachsen sind, ist das vielleicht gar nicht so schlecht.

Dennoch haben Jeffrey Spokes und David Guy Levy die Idee der Stoltz-Besetzung weitergesponnen und mit der Comic-Reihe „Back to Back to the Future“ eine interessante Parallelwelt erschaffen. Im Kindle-Shop könnt ihr euch dieses Gedankenspiel kaufen oder die ersten drei Teile als PDF kostenlos auf der offiziellen Homepage zum Projekt herunterladen.