Schon zwei Jahre hat „Zombies at Christmas“ auf dem Buckel. So etwas ist normalerweise nie ein gutes Zeichen, aber – ho ho ho – dieser Film macht mächtig Spaß. Geboten ist Funsplatter mit skurrilen Figuren, irgendwo zwischen „Re-Animator“ und „Braindead“ angesiedelt. Nicht so elegant wie ersterer und bei weitem nicht so blutig wie letzterer, aber reichlich unterhaltsam. Zudem mit einer Hauptfigur, die problemlos in die Fußstapfen von Ash und Lionel tritt. Der Hausmeister ist ein echter Genre-Held!

Zombies At Christmas - Official Trailer #1

No-Budget

Ein Hausmeister arbeitet an Weihnachten an der Universität noch spät, als er auf einige Zombies trifft. Nach überstandenem Kampf taucht er in einer Bar auf, wo Barkeeper Eddie den Trinker Tom bedient. Eddie ruft seinen Kumpel, den Polizisten Sam. Als der eintrifft, finden sich auch ein paar Zombies ein. Dennoch will Sam die Geschichte des Hausmeisters nicht glauben. Die Gruppe fährt gemeinsam zur Universität, um sich die Sache anzusehen.

Zombies At Christmas - Merry fucking Christmas

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 5/71/7
Kultig: Ein Hausmeister gegen Zombies.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Doch in dem Gebäude werden sie voneinander getrennt. Und damit nicht genug: Jede Menge Zombies tauchen auf, die hier und jetzt aufgehalten werden müssen, wenn die Welt vor dieser Gefahr bewahrt werden soll.

Es ist bemerkenswert, wie gut „Zombies at Christmas“ ist, stand für die Produktion aus Iowa doch so gut wie kein Geld zur Verfügung. Die Schauspieler sind allesamt Laien, die Filmemacher ebenfalls blutige Anfänger. Und doch: Der Film hat Esprit und die Schauspieler sind ihrer Rollen angemessen.

Wo beim Budget Schmalhans Küchenchef ist, muss ein Film mit einem guten Skript punkten. Das gelingt „Zombies at Christmas“, der mit allerhand Running-Gags aufwartet, absurde Situationen konsequent ausspielt und ein wunderbares Ensemble zu bieten hat.

Der heldenhafte Hausmeister, der gefeuerte Polizist, der treudoofe Barkeeper, der ewige Trinker und ein Perverser, der auf dem Weg ins Schlamassel festgenommen worden ist, sind die Handlungsträger dieses Films. Dazu kommt noch eine Frau, die für die Campus-Sicherheit tätig ist. Und natürlich eine ganze Horde an Zombies, bei denen zwei der Protagonisten ständig streiten, ob es denn nun Zombies sind oder ob man sie nicht besser Kadaver nennen sollte.

Packshot zu Zombies At ChristmasZombies At Christmas

Die Inspiration lässt grüßen

Der Film stützt sich auf die ganz großen Klassiker: „Tanz der Teufel“, „Re-Animator“ und „Braindead“. Er hat das Finden des Notizbuches als Variation von Sam Raimis Film, den experimentierenden Doktor aus Stuart Gordons Meisterwerk und den durch Zombie-Horden watenden Helden aus Peter Jacksons Splatter-Opus. Das könnte leicht zum Rip-off geraten, aber die Gefahr ist bei „Zombies at Christmas“ schnell gebannt.

Trotz aller Zitate ist der Film sehr eigenständig, was nicht nur an der angenehm überzogenen Figurenzeichnung, sondern auch am humorigen Kampf mit den Untoten liegt. Auch schön: Wie und warum die Toten zu wandeln beginnen, ist mal etwas Neues.

Zombies At Christmas - Merry fucking Christmas

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 5/71/7
Mit seinem Grindhouse-Look orientiert sich Zombies at Christmas an alten Horrorfilmen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Stilistisch orientiert sich Regisseur Joe Zerull am Grindhouse-Kino der 70er Jahre. Das heißt, dass das Filmmaterial auf alt getrimmt wurde. Laufstreifen und Verunreinigungen gibt es in Hülle und Fülle, bisweilen wird sogar ein Beinahe-Filmriss simuliert. Das alles gerät so authentisch, dass man wirklich das Gefühl haben könnte, einen uralten Film zu sehen, dessen Kinorolle schon Hunderte Male gespielt wurde, weswegen das Material nicht mehr gerade in bester Verfassung ist.

Überraschend gute Zombie-Komödie, die ein paar der ganz großen Klassiker zitiert und mit dem Hausmeister eine eigene Heldenfigur etabliert.Fazit lesen

Drunter und drüber

„Zombies at Christmas“ ist eine der besten Zombie-Horrorkomödien, die seit „Shaun of the Dead“ auf die Welt losgelassen wurden. Im Grunde hätte der Film nicht funktionieren dürfen. Wenn Amateure sich ans Werk machen, kommt selten Gutes dabei heraus. Aber Joe Zerull hat einen flotten Zombie-Spaß inszeniert, der sich in Sachen Gore nicht zurückhält, aber nicht auf den Ekelfaktor setzt, sondern den Zuschauer mit verkorksten Figuren ins Boot holen will. Das gelingt ausgesprochen gut.

Die Gags werden von den Darstellern mit bierernster Miene dargeboten. Es gibt viel zu lachen, aber der Film selbst nimmt sich immer ernst. Der Humor ergibt sich aus dem Umstand, dass die Figuren einfach ausgesprochen eigensinnig sind. Sie haben alle ihre Stärken und Schwächen, die im Zusammenspiel der Gruppe für herzhaft komische Momente sorgen. Dabei versteht es das Skript, das Absurde in der Normalität zu verankern. Grandios, wie der Hausmeister immer wieder versucht, die Polizei anzurufen, aber an der Campus-Sicherheit scheitert!