Es vergeht mittlerweile kaum noch eine Woche, in der nicht ein neuer Zombie-Film auf DVD oder Blu-ray erscheint. Dazu hat man Fernsehserien („The Walking Dead“, „Zombieland“) und Kinofilme („Warm Bodies“, „World War Z“), die die untote Brut einfach nicht ruhen lassen. Da es mittlerweile schon richtig dreckig zugeht, wenn man sich durch den B-Film-Dschungel kämpfen muss, haben wir uns für euch bewaffnet und uns mutig den Zombie-Horden entgegengestellt. Sieben Filme die gerade erschienen sind oder im nächsten Monat rauskommen, haben wir auf Herz und Nieren geprüft. Findet raus, was sich lohnt und was nicht!

2012 - Zombie Apocalypse (VÖ: 9.4.2013)

Den Film gab es schon mal auf DVD, allerdings nur gekürzt. Über das Label 84 Entertainment ist nun eine zwar teure, aber dafür schöne Uncut-Edition im Mediabook erschienen.

90 Prozent der Bevölkerung sind tot, der Rest Zombies. Dazwischen: Ein paar Überlebende, die versuchen, auf die Insel Catalina zu kommen, wo man angeblich in Sicherheit ist. Eine dieser Überlebenden ist Cassie, die von Lesley-Ann Brandt gespielt wird. Brandt spielte in „Spartacus“ die Sklavin Naevia und macht nun auch im Zombie-Umfeld eine gute, wenn auch deutlich bekleidetere Figur. Mit ihrem Schwert erinnert sie nicht von ungefähr an Michonne aus „The Walking Dead“.

Neben Brandt gibt es noch andere bekannte Gesichter. Für Ving Rhames ist dies nicht die erste Begegnung mit Unbekannten. Er kämpfte schon in Zack Snyders „Dawn of the Dead“ gegen die wandelnden Toten. Außerdem sind noch Taryn Manning („8 Mile“) und Eddie Steeples dabei. Der Mann mit dem wilden Afro ist vor allem als Darnell in der Serie „My Name is Earl“ bekannt. Die übrige Besetzung des Films ist weitestgehend unbekannt.

Der Film erfindet das Rad natürlich nicht neu, stellt sich aber als gut gemachte Variation altbekannter Konventionen dar. Eine hübsche Idee ist, dass es hier schnelle und langsame Zombies gibt. Die Erklärung ist einfach. Frische Zombies sind schnell, ältere werden zusehends langsamer. Wie sinnig das ist, ist diskutierbar, aber es hebt den Film ein wenig von anderen Zombie-Vertretern ab.

Darüber hinaus nimmt man Anleihen bei „Resident Evil“, denn auch hier können nicht nur Menschen zombifiziert werden. Das zeigt sich zum Ende des ersten Drittels, weit beeindruckender jedoch im Finale. Die CGI-Effekte für das „Schlussmonster“ sind natürlich nicht mit Großproduktionen zu vergleichen, erfüllen aber ihren Zweck. Kein Meilenstein, aber deftig unterhaltsamer Horror, dessen Figuren zwar flach sein mögen, was das gute Ensemble jedoch wieder herausreißt. Die Apokalypse im Asylum-Stil.

Wertung: 5/10

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Dead before Dawn (VÖ: 15.4.2013)

Casper hilft im Okkult-Laden seines Großvaters aus, als seine Freunde und die von ihm höchst verehrte Charlotte auftauchen. Es kommt, wie es kommen muss. Er verdrängt die Warnungen seines Großvaters, eine Urne fällt zu Boden und ein böser Geist wird entlassen. Die Kids machen sich über den Fluch lustig, der nun so wahr wird, wie sie es beschrieben haben: Jeder, der mit ihnen Blickkontakt aufnimmt, bringt sich anschließend um und kommt als Zämon – halb Dämon, halb Zombie – zurück, um zu töten.

„Dead before Dawn“ – auch in einer 3-D-Version auf Blu-ray erhältlich – ist ein ziemlicher zahmer Zombie-Klamauk, der auch im Nachmittagsprogramm laufen könnte. Genretypische Effekte gibt es nicht, ohnehin erscheinen die Zämonen eher witzig als furchteinflößend. Vom Feeling her erinnert der Film an die Serie „Gänsehaut – Die Stunde der Geister“, die auch auf jüngere Zuschauer zugeschnitten war. Am amüsantesten sind sicherlich die Momente, in denen die Leute sich selbst umbringen, da dies herrlich überzogen dargestellt wird. Ansonsten zünden jedoch bei weitem nicht alle Gags. Eher zum Schmunzeln als zum Ablachen.

Wertung: 4/10

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Zombie: Dead Undead (VÖ: 17.4.2013)

Dieser Film aus dem Jahr 2010 will die ganz große Geschichte erzählen: Vampire, gute noch dazu, gegen Zombies. Viel Action, ein bisschen Splatter, jede Menge Geballer – und mittendrin: Luke Goss. Der hat schon in „Blade 2“ als Nomak Blutsaugererfahrung gesammelt, ist nun jedoch eine Heldenfigur und hilft einigen jungen Leuten, die ein vergnügliches Wochenende verbringen wollen, aber in einem Hotel einchecken, in dem es keine Bediensteten mehr gibt, sondern Monster, die eine Mixtur aus Vampir und Zombie darstellen.

Die ersten Minuten des Films sind völlig bedeutungslos. Das Geschwätz der jungen Protagonisten tut nichts zur Sache, erst als Luke Goss und seine Jungs auftauchen, nimmt der Film etwas Fahrt auf. Die wird dann immer zum Erliegen gebracht, wenn sich der Film in Rückblicke flüchtet, die aufzeigen, was Goss‘ Kumpane früher so waren. So gibt es Wild-West- und Wikinger-Einlagen mit handgreiflicher Action, die für die eigentliche Handlung jedoch keinerlei Auswirkung hat.

„Zombie: Dead Undead“ ist nicht frei von Charme, allerdings muss man ein gewisses Faible für Amateurproduktionen haben, denn inszenatorisch liegen hier deutliche Defizite vor. Erkennt man den Film jedoch als Laienarbeit an, dann fallen die nicht besonders ins Gewicht. Ein Pluspunkt: Luke Goss. Der kann gar nicht uncool sein.

Wertung: 4/10

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Zombie King (VÖ: 26.4.2013)

Der Star des Films ist, wenn man nach dem Cover geht, Edward Furlong („Terminator 2“). Wenn es hochkommt, ist er im Film 15 Minuten zu sehen. Der zweite „große“ Name ist Corey Feldman, der vielleicht fünf Minuten Spielzeit hat. Dennoch wirbt man mit ihren Namen, geradeso, als ob diese C-Promis die Fans in Scharen anlocken würden. Dass sie in „Zombie King“ dabei sind, ist eigentlich völlig irrelevant. Der Film funktioniert auch ohne sie ziemlich gut.

Samuel Peters (Furlong) nutzt Voodoo, um einen Pakt mit dem bösen Gott Kalfu (Feldman) einzugehen. Er möchte mit seiner toten Frau wiedervereint werden. Dafür muss die Hölle vernichtet und alles Böse auf die Welt entlassen werden, auf dass Peters als der Zombie-King auf ewig mit seiner Angebeteten auf Erden wandeln kann.

Klingt nach wildem Horror-Mix, ist aber eigentlich eine Komödie, denn immerhin müssen sich ein Milchmann, ein Verkehrspolizist und ein Postbote zusammenraufen, um dem Zombie King Einhalt zu gebieten.

Die drei sind derweil die Hauptfiguren des Films und der Grund, warum er überhaupt zu gefallen weiß. Denn im Zusammenspiel erweisen sich die drei Mimen als recht amüsant. Generell wird hier nicht auf Gore gesetzt, sondern auf den Witz, der sich aus der abstrusen Situation ergibt. Ein wenig irritierend ist das Aussehen der Zombies. Sie sind nur etwas bleicher als normale Menschen, was es bei diesem in blassen Farben gestalteten Film schwer macht, sie überhaupt als Untote zu identifizieren.

Wertung: 6/10

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Remains of the Walking Dead (VÖ: 26.4.2013)

Der Film basiert auf einer Comic-Vorlage von Steve Niles („30 Days of Night”). Mit dem fertigen Film hatte er nichts zu tun, zumal es auch einige Veränderungen gibt. So werden Figuren in die Geschichte eingebaut, die es im Comic gar nicht gibt. Beibehalten wird jedoch das interessante Setting.

In der Spielerstadt Reno müssen ein paar Leute ums Überleben kämpfen, als ihre Mitmenschen zu Zombies werden. Sie verschanzen sich in einem Casino, hoffen aber auf Rettung. Tatsächlich kommt auch ein (mehr oder minder) militärischer Trupp in die Stadt, doch kann man diesen Männern wirklich trauen?

Die Geschichte des Films orientiert sich an den Klassikern des Genres wie „Dawn of the Dead“, versucht aber auch, Konventionen zu umgehen. So werden die Zombies anders dargestellt als üblich: Diese Untoten schlafen und wenn kein frisches menschliches Fleisch zur Verfügung ist, dann fressen sie sich schon auch mal gegenseitig. Das sind letzten Endes nur Kleinigkeiten, verleihen der bekannten Geschichte aber ein wenig Frische. Darüber hinaus gilt: Actionreich erzählt, dabei recht spannend und durch die Bank gut besetzt.

Mit Grant Bowler („Defiance“) und Lance Reddick („Fringe“) ist der Film ganz gut besetzt. Ein Wiedersehen gibt es mit Miko Hughes, den man aber kaum wiedererkennt. Sein Debüt gab er seinerzeit im Alter von drei Jahren als Killerkind Gage in „Friedhof der Kuscheltiere“.

Wertung: 7/10

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War of the Dead – Band of Zombies (VÖ: 14.5.2013)

Marko Mäkilaaksos „War of the Dead – Band of Zombies“ spielt im Jahr 1942. Finnische und amerikanische Soldaten suchen nach einem Bunker, der von Deutschen gehalten wird. Auf dem Weg werden sie von deutschen Soldaten angegriffen, allerdings keinen normalen Landsern. Bei ihnen handelt es sich um untote, extrem schnelle, äußerst agile und tödlich gefährliche Monster, die den wackeren Soldaten kräftig zusetzen.

Die amerikanisch-italienische-litauische Ko-Produktion eines finnischen Regisseurs ist eine durchwachsene Geschichte. Einerseits verfügt der Film über mächtig Atmosphäre und kann mit gefällig umgesetzten Action-Einlagen aufwarten, andererseits lässt die Geschichte zu wünschen übrig. Die Hintergründe des Experiments, mit dem die untoten Soldaten erschaffen wurden, sind nicht ausreichend ausgearbeitet. Zudem gibt es nur eine Minimal-Charakterisierung für die Handlungsträger. Es fällt schwer, sich mit ihnen zu identifizieren, so dass immer eine Barriere zwischen Zuschauer und Film besteht.

Mit einem verfeinerten Skript hätte „War of the Dead – Band of Zombies“ ein richtig guter Film werden können, so ist er jedoch nicht mehr als ordentlicher Durchschnitt, der aber immerhin mit seiner Optik zu gefallen weiß. Weniger Zombie-Horror als vielmehr Action, was auch daran liegt, dass Regisseur Mäkilaakso den Film als eine Verbeugung vor den Action-Filmen seiner Jugend à la „Rambo“, „American Fighter“ und „Indiana Jones“ verstanden wissen will.

Wertung: 5/10

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Kentucky Fried Zombies (VÖ: 16.5.2013)

Ken ist ein Serienkiller, den es spätabends in ein Diner verschlägt. Er tötet Koch und Kellnerin. Gerade, als er die Leichen im Tiefkühlraum abgeladen hat, taucht ein Pärchen auf. Damit nicht genug: Auch der Sheriff möchte einen Mitternachtssnack. Ken versucht, sich nichts anmerken zu lassen, aber dann überschlagen sich die Ereignisse, als seine Opfer von den Toten zurückkehren.

„Kentucky Fried Zombies“ ist der Beweis dafür, dass man mit ganz kleinem Budget und sehr engem Drehplan – die Aufnahmen fanden in nur acht Nächten statt – einen kleinen, feinen Film abliefern kann, wenn man nur eine gute Idee hat und sich nicht allzu dumm bei der Umsetzung anstellt. Der Streifen setzt nicht auf Gore, sondern auf Spannung, aber auch die Skurrilität der Situation.

Diese Mixtur aus Zombie- und Serienkillerfilm ist in allererster Linie eine tiefschwarze Komödie, allerdings muss man sich als Zuschauer natürlich des Umstands gewahr sein, dass hier mit ganz, ganz wenig Geld gearbeitet wurde. Der Look des Films ist darum nicht unbedingt mit größer budgetierten Filmen vergleichbar. Aber er kann dort punkten, wo es drauf ankommt: bei der Geschichte.

Wertung: 7/10

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Cabin of the Dead (VÖ: 17.5.2013)

Einsame Hütten im Wald sind nicht nur in den USA der Hort des Bösen, auch in Schweden ist es so. „Cabin of the Dead“ ist der vierte Film des Duos Sonny Laguna und Tommy Wiklund. Sie orientieren sich stark an „Evil Dead“. Im Grunde ist es die gleiche Geschichte, nur das Necronomicon gibt es nicht.

Die Protagonisten erleben in der Hütte aber in etwa das Gleiche, was Ash und seine Freunde auch durchmachten. Erst wird einer von einer dämonischen Präsenz besessen und zum blutrünstigen Zombie, dann werden auch die anderen infiziert. Das läuft recht konventionell ab, hat aber etwas, das für den Film spricht: Old-School-Effekte. Hier wird an Splatter und Gore wahrlich nicht gespart.

An „Evil Dead“ – sowohl Original als auch Remake – reicht der Film aber dann doch nicht heran. Das liegt vor allem daran, dass die Figuren zu farblos sind. Man interessiert sich schlicht zu wenig für sie. Sieht man sie als Kanonenfutter in einem technisch gut gemachten Film, dann hat „Cabin of the Dead“ aber durchaus seine Momente.

Wertung: 6/10

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