Die Italiener Luca Boni und Marco Ristori debütierten vor ein paar Jahren mit dem Zombiefilm „Eaters“, der von Uwe Boll vermarktet wurde. Mit „Zombie Massacre“ hat das Duo seinen zweiten Film abgeliefert. Das Thema hat sich nicht verändert, es geht mal wieder um die ewige Geschichte: ein paar Menschen gegen ganz viele Zombies.

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Wenn man dem Film in irgendeiner Weise Originalität unterstellen wollen würde, dann wohl nur dadurch, dass die Zombies etwas anders als üblich dargestellt werden. Sie verändern sich direkt nach Infektion, doch der optische Unterschied ändert nichts daran, dass die Fleischfresser sich auf jeden stürzen.

In einem Labor in Rumänien hat die US-Armee eine bakteriologische Waffe entwickelt, die freigesetzt wird. Sie verwandelt jeden, der mit ihr in Berührung kommt, in blutrünstige Zombiemonster. Natürlich muss nun verhindert werden, dass die Welt von den amerikanischen Machenschaften erfährt.

Darum stellt General Carter ein aus vier Leuten bestehendes Team zusammen, das sich um die Angelegenheit kümmern soll. Der inhaftierte Elitesoldat Jack Stone leitet das Team, ihm wurde für seine Dienste die Freiheit versprochen.

Die anderen Mitglieder sind Söldner: der Bombenexperte John „Mad Dog“ McKellen, der Scharfschütze Dragan Ilic und die Schwertkämpferin Eden Shizuka.

Zombie Massacre - Uwe Boll als US-Präsident oder Zombie-Apokalypse: Was ist die größere Katastrophe?

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Das Beste an diesem Murks: die Gestaltung der Zombies.
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Der Plan sieht vor, dass das Team eine Atomanlage mit einem Sprengkopf zur Explosion bringt. Damit sollen nicht nur alle Beweise, sondern auch die Monster vernichtet werden. Zugleich plant man jedoch, auch das Söldnerteam loszuwerden.

Cameo von unserem Uwe

Uwe Boll hat den Film produziert, aber damit nicht genug: Er absolviert auch einen kleinen Gastauftritt. Letzten Endes ist er nicht mehr als eine Minute im Film zu sehen, vor allem im englischen Original ist die Sequenz jedoch höchst amüsant. Wo sonst hat man schon mal einen amerikanischen Präsidenten gesehen, der mit schwerem deutschen Akzent spricht?

Bolls Auftritt ist letzten Endes nur dazu da, mit dem Namen auf dem Cover zu werben. Für den Film hat er keine besondere Relevanz, aber zumindest ist diese Sequenz amüsanter als der nach Schema F gestaltete Rest.

Packshot zu Zombie MassacreZombie Massacre

Was die Akzente im Original betrifft, ist von Vorteil, dass sich die Macher britische und amerikanische Darsteller an Bord geholt haben. Alles andere hätte sonst für noch mehr unfreiwillige Komik gesorgt. In der Synchronisation ist das natürlich alles bereinigt.

Anfängerfehler

Die beiden Regisseure haben auch das Drehbuch von „Zombie Massacre“ geschrieben. Es weist einige Anfängerfehler auf, die auch durch die Inszenierung bzw. den Schnitt nicht gerettet werden können. Zu oft gibt es Szenen, in denen die Figuren ellenlange Dialoge herunterbeten, ohne dass etwas Essenzielles gesagt wird.

Unterdurchschnittliche Zombie-Action nach Schema F, die recht abstrus gestaltet ist. Action gibt es zuhauf, langatmige Dialoge leider auch.Fazit lesen

Der Wortschwall taugt nicht, die Charaktere zu vertiefen, er fühlt sich einfach nur wie Füllmaterial an - weil er im Grunde auch nichts anderes ist. Damit einher geht eine altbackene Inszenierung, die diese langen Dialogpassagen noch langweiliger erscheinen lässt, als sie ohnehin schon sind.

Immerhin ist dies nur ein Problem des ersten Drittels des Films. Dann tritt die Action in den Vordergrund, die aber auch nichts zu bieten vermag, das man in diesem Genre nicht schon dutzendfach gesehen hätte. Irritierend ist nicht nur, dass das weibliche Mitglied der Söldnertruppe ausschließlich mit dem Schwert kämpft, auch ihre Tendenz, selbst in Kampfgebieten noch Make-up zu tragen, ist an Albernheit nicht zu überbieten.

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Wir können es selbst nicht glauben, aber: Der Auftritt von Uwe Boll als US-Präsident zählt zu den Highlights des Films.
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Was die langen Dialogpassagen betrifft, sei noch gesagt, dass ihre Wirkungslosigkeit noch dadurch unterstrichen wird, dass die Schauspieler nicht gerade Leuchten sind. Sie mühen sich aber in einer ziellosen Geschichte, die einfach nicht vom Punkt kommt. Unterm Strich gilt: Die Symbiose aus miesem Drehbuch und schwachen Schauspielern sorgt dafür, dass mit fortschreitender Laufzeit das Interesse des Zuschauers schwindet.

Highlights?

Wirklich gut sehen die Make-up-Effekte aus. Bei der Gestaltung der Zombies hat man sich Mühe gegeben. Das kann den Film aber auch nicht retten, umso mehr, da ansonsten gerne CGI-Effekte benutzt werden, die sehr schwach aussehen. Das gilt sowohl für das Mündungsfeuer bei Maschinengewehren als auch für Ratten, an denen experimentiert wird.

Zwischendrin verbeugt sich der Film – wenn man das denn so nennen will – noch vor dem Found-Footage-Format und schafft es sogar, ein paar Actionszenen einzubauen, die die Ego-Shooter-Perspektive eines Videospiels nutzen. Das könnte potenziell cool sein, wird hier jedoch ganz und gar verschenkt, da man dieses visuelle Sperenzchen lediglich für einen lahmen Rückblick in die Vergangenheit der Hauptfigur nutzt. Wirkungsvoller wäre es wohl gewesen, ihn sich durch Zombies durcharbeiten zu lassen.