Eine neue Woche, ein neuer Zombie-Film. So scheint es zumindest derzeit. Bei „Zombie Invasion War“, dessen deutscher Titel sich mal wieder an einem großen Kinoprodukt orientiert, handelt es sich um eine Asylum-Produktion, die thematisch eine Fortsetzung von „Zombie Apocalypse“ aus dem letzten Jahr ist. Im Vergleich zum üblichen Driss, den Asylum auf die Menschheit loslässt, ist dieser Film sogar einigermaßen genießbar.

Zombie Invasion War - Offizieller Trailer

Zwar ist „Zombie Invasion War“ weit davon entfernt gut zu sein, aber dank namhafter Besetzung lässt sich das 08/15-Zombie-Einerlei einigermaßen goutieren. Selbst ein Bild davon machen könnt ihr euch ab dem 20. Juni. Dann gibt es DVD und Blu-ray im Handel.

Zombie Invasion War - Machete und Geordi LaForge gegen Zombies

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Danny "Machete" Trejo gegen Zombies: Die Welt ist gerettet.
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Neuzugänge bei Asylum

Ein paar Überlebende haben sich auf die Insel Alcatraz gerettet. Dort können sie aber nicht lange bleiben, da es den Zombies gelingt, das Meer zu überqueren. Während Dr. Halpen (LeVar Burton) auf der Insel zurückbleibt, um weiter die Zombies zu erforschen, schafft es eine Gruppe nach San Francisco. Dort trennen sich die Wege der Überlebenden. Die einen wollen in ein Evakuierungslager, wo sie sich Sicherheit versprechen, die anderen unter Dr. Lynn Snyder (Mariel Hemingway) zieht es in die Stadt, wo in einem Labor ein Heilmittel gegen die Zombie-Epidemie sein soll.

Scheinbar steigen die Asylum-Budgets etwas. Oder die namhaften Schauspieler werden immer günstiger. Was auch immer es ist, hier wartet das Billigstudio gleich mit Mariel Hemingway, der Enkelin von Ernest Hemingway, LeVar Burton („Star Trek: The Next Generation“), Danny Trejo („Machete“) und Ethan Suplee („My Name is Earl“) auf. Man würde gerne sagen, sie alle schlagen sich gut, aber das wäre schlichtweg gelogen.

Während Hemingway als Anführerin noch eine ganz gute Figur macht und Danny Trejo immerhin mal im Zombie-Make-up daherkommt, ist Ethan Suplee eine herbe Fehlbesetzung. Er spielt einen Air-Force-Piloten, sieht aber aus wie der letzte Hinterwäldler. So gut er als einfältiger Trottel in „My Name is Earl“ auch war, so schlecht ist er hier. Dabei spielt er eigentlich genau gleich, was nur heißen kann, dass die Rolle des Randy Hickey im Grunde nicht so weit von seinem eigenen Naturell entfernt ist. Als Action-Held, der er in „Zombie Invasion War“ irgendwie sein soll, funktioniert er auf jeden Fall gar nicht. Die Grimassen, die er schneidet, passen nie zur Situation.

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LeVar Burton hat vielleicht noch die dankbarste Rolle, da er fast nur alleine agiert bzw. lediglich mit Zombies interagiert. Er forscht, wobei er eine ganz gute Figur macht. Zumindest solange, wie das Drehbuch nicht schwachsinnige Handlungen von ihm fordert.

Packshot zu Zombie Invasion WarZombie Invasion War

Dumm ist, wer Dummes tut

Mehr als einmal kann man bei diesem Film nur den Kopf schütteln. Die Figuren handeln so dumm, dass man es kaum glauben mag. Besonders hart trifft es immer wieder LeVar Burton, der zwar die Zombies hinter Gittern hat, sich aber so nahe an die Gitterstäbe heran stellt, dass man kein Genie sein muss, um zu erahnen, welches Schicksal ihm blüht. Sich selbst ein riesiges Stück Fleisch aus dem Arm zu schneiden, ist auch nicht gerade eine der smarteren Ideen von Dr. Halpern.

Die übrigen Figuren wiederum neigen dazu, immer ein wenig abzuwarten, bis sie auch umzingelt sind, bevor sie versuchen, sich einen Weg durch die Zombie-Horden zu bahnen. Es ginge sicherlich auch leichter, aber dem Drehbuch merkt man an, dass mit Gewalt versucht wurde, plausible Hindernisse für die Figuren zu erschaffen.

B-Prominenz kämpft in San Francisco gegen Zombies. Weder originell, noch besonders gut, für eine Asylum-Produktion aber gehobener Standard.Fazit lesen

Auch ein bisschen geschmacklos

Über ein paar gute Ideen verfügt der Film durchaus, insbesondere in Hinblick auf die Zombies und die Versuche, ein Heilmittel zu finden, aber der diesbezügliche Plot bleibt unterentwickelt und führt letzten Endes ins Nichts. Zu sehr kapriziert sich der Film darauf, die Genre-Standards der Reihe nach abzuhaken.

Zombie Invasion War - Machete und Geordi LaForge gegen Zombies

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Für eine Asylum-Produktion ist Zombie Invasion War gar nicht mal sooo übel.
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Hinzu kommt, dass man vor völlig geschmacklosen Ideen auch nicht gefeit ist. Ein Zombie-Baby gab es auch schon bei „Dawn of the Dead“, anders als dort ist die Geburt hier aber ausgesprochen krude dargeboten und das Ende der Szene erreicht dann doch ein Maß an Widerlichkeit, die man bei diesem ansonsten auf harmlosen Splatter setzenden Film nicht erwartet hätte.

Die Szene ist zugegeben wirkungsvoll und sie bereitet einen der wenigen emotional wirkungsvollen Momente des Films vor. Wirklich notwendig wäre sie aber auch nicht gewesen.