Manchmal ist ein guter Titel schon alles. Besonders im B-Film-Bereich ist das die halbe Miete. Aber viele dieser Filme halten auch nicht, was der Titel verspricht. Die Gefahr war dementsprechend groß, dass es sich bei „Zombiber“ ähnlich verhalten würde. Aber – Überraschung, Überraschung – dieser Film ist die rühmliche Ausnahme. Er wird den Erwartungen gerecht, die der Titel weckt – und noch mehr als das.

Zombiber - Deutscher Trailer #1Ein weiteres Video

Dass der Film sogar ins Kino kommt, ist einigermaßen überraschend, aber das auf angenehme Art und Weise. Hier hat man einen knackigen, kleinen, durchaus auch kurz geratenen, aber dafür besonders flott erzählten Horror-Spaß, der zudem richtig klassisch wirkt. Denn auf CGI wird weitestgehend verzichtet, die Zombiber sind herrlich handgemachte Monster.

Zombiber - Ein Film, so brachial witzig wie sein Titel!

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Der Film läuft bei uns am 06.11.2014 an.
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Die drei Freundinnen Jenn, Mary und Zoe fahren in eine entlegene Hütte, um über das Wochenende auszuspannen, aber auch, um Jenns Liebeskummer zu begegnen, denn ihr Freund hat sie betrogen. Der Tag fängt gut an, verbringt man doch einige Zeit in und am See. Am selben Abend erhalten die Freundinnen dann noch Besuch – von ihren Freunden beziehungsweise Ex-Freunden, was für deutliche Verstimmungen sorgt.

Schon bald haben die sechs Männlein und Weiblein aber andere Probleme als Beziehungsstress. Im Bad taucht ein Zombiber auf, dem einer der Jungs den Garaus macht. Denkt er zumindest, aber das untote Vieh macht sich noch in derselben Nacht aus dem Staub.

Normale Leute würden jetzt vielleicht nach Hause fahren, aber wir befinden uns in einem Hütte-im-Nirgendwo-Horrorfilm. Da fährt man nicht nach Hause. Man geht baden. Dorthin, wo die Biber hausen! Dass das nicht gut gehen kann, muss man wohl nicht extra betonen. Es kommt, wie es kommen muss. Badende hier, blutrünstige Zombiber da. Was folgt, ist eine trashig-amüsante Variation des ewigen Themas: Wir in der Holzhütte gegen sie da draußen. Dumm nur, dass Biber sich eben durch Holz nagen können…

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Oh, mein Gott. Ein ... Zombie-Biber?!
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Die Realität und die Wirklichkeit des Films

Sicherlich, würde man streng objektiv nach allen Regeln der Kunst urteilen, dann wäre „Zombiber“ natürlich kein guter Film. Aber an einen Streifen wie diesen muss man anders herangehen. Er nimmt sich selbst nicht ernst, darum sollte man das als Zuschauer auch nicht tun. Freudiger Nebenaspekt: Es gibt jede Menge zu lachen. Zumeist sogar, weil der Film das als Ziel ausgibt – und das schon von der ersten Minute, mit der die Handlung in Gang gebracht wird und die in der letzten Minute gespiegelt wird, um den Kreis zu schließen.

Ein cooler Titel macht noch keinen Kracher? Meist nicht, hier aber schon. Zombiber ist sehr vergnüglich.Fazit lesen

Das ist fast schon große Kunst, denn zwischen diesen beiden Rahmenelementen hat man die typischen Versatzstücke des Genres, die aber immens sympathisch. Das gilt sowohl für die inhaltliche Darbietung als auch die Figuren, die einem mehrheitlich sehr schnell ans Herz wachsen, insbesondere die vorlaute und freche Zoe, die auch für die meisten Lacher im Film sorgt.

Ein Beispiel: Zoe ist so freizügig, dass sie auch oben ohne badet. Völlig egal, dass die alten Leute aus dem Nachbarshaus vielleicht zusehen könnten. Aber als die drei Damen einem Bären begegnen, bedeckt sie züchtig mit den Händen ihre Brüste. Als ob der Bär ihr was wegschauen würde.

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Handgemachte Horror-Biber

Bei Filmen der Preisklasse von „Zombiber“ setzt man heutzutage auf mehr oder minder geglückte computeranimierte Effekte. Da ist es eine Offenbarung und Freude, einmal einen Film zu sehen, der noch weiß, wie man bei der Effekttechnik echte Handarbeit leistet – selbst, wenn die Biber nicht besonders realistisch aussehen. Cool sind die nagenden Zombie-Monster aber allemal.

Nach gut zwei Dritteln nimmt der Film dann eine sehr unerwartete Wendung, die in Sachen Irrsinns-Faktor noch mal ein paar Schütten zulegt. Zuerst denkt man, den Albtraum einer Protagonistin zu sehen, aber dann zeigt sich, dass das die tatsächliche Weiterführung der Geschichte ist. Das ist abstrus – und ebenso unsinnig wie die Erschaffung der Zombiber –, aber nach einem solchen WTF-Moment ist man noch stärker interessiert zu sehen, wie diese Monstermär ausgeht.