Ein Film von Helmut Dietl. Das ist fast so etwas wie ein Ereignis. Nach der Fernsehserie „Monaco Franze“ und dem Kino-Erfolg „Schtonk!“ folgt nun das „Kir Royal“-Sequel „Zettl“. Das Ganze spielt jedoch nicht mehr in der angestammten Örtlichkeit. München fehlt. Ebenso wie geschmackvoller Humor. Zu lachen gibt es bei dieser filmischen Katastrophe biblischen Ausmaßes nichts. Und wenn man doch mal lacht, dann nur aus hysterischer Verzweiflung ob des durch und durch geschmacklosen Films.
Baby Schimmerlos ist tot. Dabei hätte er die Chefredaktion des neu gegründeten Magazins „The New Berliner“, das nach Wunsch des milliardenschweren Schweizer Finanziers wie der berühmte „The New Yorker“ sein soll, übernehmen sollen. Guter Rat ist aber nicht teuer, wenn es darum geht, den Posten nun zu besetzen.
Max Zettl, seines Zeichens Chauffeur, jung, gierig und charakterlos, steht schon Gewehr bei Fuß. Er will unbedingt Karriere machen. Egal wie. So wird er von heute auf morgen Chefredakteur, arbeitet mit der Fotografenlegende Herbie Fried zusammen und ist den Skandalen auf der Spur.
Gerade davon gibt es eine ganze Menge, denn der Bundeskanzler hat nicht nur Affären, sondern sein Tod wird sogleich vertuscht. Dazu kommen Alkoholexzesse von TV-Stars und eine Bürgermeisterin, bei der keiner so recht weiß, ob sie nun wirklich eine Frau ist oder nicht. Naja, Zettl weiß es. Aber dem ist es egal, glaubt er doch, auf der Karriereleiter noch weiter nach oben purzeln zu können, wenn die Frau Bürgermeisterin seine Mutter sein könnte…
Nein, Bully, da hilft es auch nicht, andere zu fragen - dein neuer Film bleibt mies.Über Jahre hinweg feilten Helmut Dietl und Benjamin von Stuckrad-Barre an dem Drehbuch zu „Zettl“. Man kann sich gut vorstellen, wie sie beide zusammensaßen, sich Szenen ausdachten, über den eigenen Humor lachten und sich bestens amüsierten. Was eine Satire hätte sein können, sollte vermutlich zur Farce werden. Herausgekommen ist eine monströse Groteske, deren Figuren und Handlungsmomente eher etwas mit hemmungslosem Wildwucher als mit kunstvoller Gestaltung zu tun haben.
„Zettl“ erzählt keine Geschichte, sondern ist ein Sammelsurium abstruser Ideen. Manche Figuren haben im Film keine Existenzberechtigung – das gilt vor allem für Senta Bergers Mona –, andere scheinen ein reiner In-Joke zu sein, den sich Dietl und der Star leisten. Das gilt vor allem für Harald Schmidt, der schauspielerisch nichts auf der Pfanne hat, sich dafür in einem lauen Meck-Pomm-Dialekt verstrickt und offensichtlich Ideen noch und nöcher hatte, wie man seine Figur merkwürdiger und schräger gestalten könnte.
In den irrwitzigen Szenen, die weder Sinn noch Verstand haben, zeigt der Film, wie sehr er sich selbst doch liebt. Und wie sehr Dietl seinen Film liebt. Wenn Dietl mit Schmidt arbeitet, dann ist das wohl Herumblödelei alter Freunde. Man würde gerne sagen: auf hohem Niveau. Aber das wäre gelogen.
Aus dieser Katastrophe geht fast niemand unbeschadet heraus. Nur ein paar Mimen bewahren sich etwas Würde: Götz George, der hier wirklich aussieht, als würde er jeden Moment den Löffel abgeben, Christoph Süß und Gert Voss. Alle anderen sind erschütternd schlecht, allen voran Michael „Bully“ Herbig, der hier mit stolzgeschwellter Brust seine schauspielerischen Defizite zur Schau trägt.
Auch Götz George liefert einen dürftigen Auftritt.Er beweist eindrucksvoll, dass er bei Slapstick-Klamotten gut aufgehoben sein mag, wenn es aber um echtes Schauspiel geht, versagt er auf ganzer Linie. Behelfsmäßig versucht er sich in den bayrischen Dialekt zu retten. Aber erstens ist dieser „Gag“ mittlerweile auch recht ausgelutscht und zweitens wirkt er für bayrische Ohren erstaunlich aufgesetzt und gekünstelt.
Man mag es kaum glauben, dass an einem Skript wie diesem jahrelang gearbeitet wurde. Denn man hätte dann zumindest erwarten können, dass eine halbwegs stringente Geschichte herauskommt. Mitnichten. Das Ergebnis ist ein episodischer Wust von Szenen, die in den seltensten Fällen zusammenpassen. Weder inhaltlich noch tonal.
Wenn der Film Ansätze einer Satire zeigt, dann werden die im nächsten Moment über Bord geworfen, nur um billigste Kalauer folgen zu lassen. „Zettl“ schafft etwas, das nur wenigen Filmen gelingt: Er animiert zum Fremdschämen, so grauenhaft sind die Dialoge und die sich an ihnen abarbeitenden Schauspieler.
Regie: Helmut DietlFilmstart: Darsteller:Senta Berger, Karoline Herfurth, Michael Bully Herbig
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Seit
Seit dem Schuh gabs eigentlich nichts mehr...Das war alles Bodensatz.
Oh das Stimmt ... einmal nen guten Zufallstreffer gelandet und dann bis zum bitteren Ende durchgereicht und hochgelobt, ganz egal welchen Müll man macht.. Michael Bully Herbig ist sozusagen für die deutsche Comedy-Film-Branche das, was Peter Molyneux für die Spieleindustrie ist.
Grundidee war nicht verkehrt, aber statt einer bissigen Satire bekommt der Zuschauer nur einen lauwarmen Aufguss längst ausgelutschter Witze der Kategorie "Mangelhaft" präsentiert.
Unschlagbar charakterlos, unfassbar schlecht und unglaublich überflüssig!
Seit dem Schuh gabs eigentlich nichts mehr...Das war alles Bodensatz.
Quatsch mit Sauce.
Da führe ich einfach mal meine Kritik zu "Rubbeldiekatz" ins Feld.
Es wird sachlich dargelegt, warum der Film schlecht ist, der Ton bleibt dabei noch vergleichsweise ordentlich, wenn man bedenkt, zu welchem Urteil Peter Osteried kommt. Und um Dir mal den Wind aus den Segeln zu nehmen: Filmkritiker anderer Länder zerfetzen schlechte Filme wesentlich brutaler, da darfst Du gern mal auf einschlägigen ausländischen Seiten nach schlechten Kritiken schmökern.
Es geht mir auf den Senkel, wenn negative Kritiken zu deutschen Filmen ständig als gedankenloser Beißreflex dargestellt werden. Fakt ist: Die wenigsten Kinofilme, egal ob deutsch oder nicht, kommen über Durschschnittlichkeit hinaus, viele tanzen einen fröhlichen Limbo weit darunter. Das war vor 20 Jahren so, das war vor 10 Jahren so, das ist immer noch so. Zettl scheint mir da nur einer dieser vielen zu sein.
Und gerade deutsche Komödien - ja, das mag man nicht gerne hören - haben oft Defizite. Was zum einen häufig im durch fehlenden Mut zur eigenen Identität begründeten Kopierzwang und zum anderen in den auch hier erwähnten Kalauern liegt. Da sind viele ausländische Komödien auch nicht besser, das muss man der Fairness halber dazusagen. Heißt aber nicht, dass ein Verriss eines solchen Films nicht Hand und Fuß hat.
1/10 finde ich aber seeeehr wenig
Bei nur 3 gelungenen Gags auf 106 Minuten konnte ich es nicht verantworten, mehr Punkte zu vergeben.
Naja fürs Kino wohl untauglich....jedenfalls für mich.
1/10 finde ich aber seeeehr wenig