„Young Ones“, der neue Film von Gwyneth Paltrows Bruder Jake, debütierte dieses Jahr auf dem Sundance Filmfestival und war auf dem Filmfest München zu sehen. Hier konnte man auf der großen Leinwand erleben, was Ascot Elite ab dem 18. November auf DVD und Blu-ray präsentiert: einen Endzeit-Western, der wie eine griechische Tragödie gestaltet ist, ein Film über ein Opfer, einen Täter und das Sühnen einer Schuld.

Young Ones - AnfangsszeneEin weiteres Video

Es ist die nahe Zukunft. Die Erde ist fast ausgetrocknet, ganze Staaten sind zu Wüstengegenden geworden, Wasser ist die wertvollste Ressource überhaupt. In dieser Welt, in der die Zivilisation mehr schlecht als recht aufrechterhalten wird, arbeitet Ernest Holm (Michael Shannon) als Händler, der den so genannten Wassermännern – Männern, die tief aus der Erde Wasser holen – im Austausch für Wasser Alkohol und anderes bringt.

Eigentlich hofft Ernest, dass er die Wassermänner überzeugen kann, Wasser auf sein Land zu leiten. Es ist nur ausgetrocknet, aber fruchtbar. Doch Ernests Bemühungen verlaufen im Nichts.

Young Ones - Biest liebt Aurora – und in der Endzeit ist das Wasser knapp!

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Die Endzeit wird heiß.
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Flem Lever (Nicholas Hoult) hat andere Pläne. Er ist nicht nur in Ernests Tochter Mary (Elle Fanning) verliebt, sondern möchte in seinem Leben etwas erreichen, wofür er bereit ist, über Leichen zu gehen. Ernests Sohn Jerome (Kodi Smith-McPhee) ist erst 14 Jahre alt, aber er steht vor einer Entscheidung, die alles für immer verändern wird …

Kein Mad Max

Paltrow, der auch das Drehbuch geschrieben hat, nutzt das Endzeit-Setting seines Films, um eine fast mythische Western-Geschichte zu erzählen, wobei er mit der Form spielt. Er experimentiert und verleiht seinem Film einen Tiefsinn, den man nicht unbedingt erwartet hätte. Nein, eine Endzeit-Geschichte á la „Mad Max“ ist „Young Ones“ nicht, ein waschechter Western aber auch nicht. Aber er nutzt die Mechanismen des Genres, wobei er eine weit ältere Geschichte zu erzählen hat. Die eines Mannes, der seiner eigenen Ambition zum Opfer fällt.

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Jake Paltrow hat nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch geschrieben.
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Das hat die Ausmaße einer griechischen Tragödie, was durchaus passend ist, denn „Young Ones“ ist kein actionreicher, eher ein ruhiger, aber phantastisch aussehender Film, der in Südafrika nahe der namibischen Grenze gedreht worden ist. Das Land ist perfekt, um die ausgedörrten USA zu doubeln.

Ein Endzeit-Western, der kunstvoll eine tragische Geschichte zu erzählen weiß.Fazit lesen

Kapitel

Um seinem Film noch ein wenig mehr Gravitas zu verleihen, hat Paltrow ihn in drei Kapitel unterteilt, die jeweils einer Figur gewidmet sind: Ernest Holm, Flem Lever und Jerome Holm. Die künstliche Brechung verstärkt die Konzentration auf die Figuren, die sich allesamt entwickeln angesichts der Ereignisse, die sie selbst in Gang gesetzt haben oder über sich ergehen lassen müssen.

Paltrow verzichtet auf eine Botschaft. Er will seinen Film nicht so verstanden haben, dass er vor den Folgen der Umweltverheerung warnt. Vielmehr benötigt er das Wüstenambiente der Endzeit, die mit technischen Elementen, die klare Weiterentwicklungen unserer modernen Technologie sind, kontrastiert wird. Es ist eine unwirkliche Welt, ein Amalgam aus Wilden Westen, düsterer Zukunfts-Dystopie, die Spuren einer Utopie enthält. Denn nicht alle Flecken dieser Welt sind Wüsten gleich, aber auch das ist ein Element, das der Film nur nebenbei abspielt.

Young Ones - Biest liebt Aurora – und in der Endzeit ist das Wasser knapp!

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Der Film erscheint am 18.11.2014 auf DVD/Blu-ray.
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In vielerlei Hinsicht umgeht Paltrow ein paar der interessanteren Elemente des Films, so auch die Betrachtung dessen, wie die Beziehung der Bundesstaaten zueinander ist, die sich mit bewachten Grenzen voneinander absondern. Diesen Aspekt hätte man gerne stärker ausgearbeitet gesehen, er ist für die eher kleine, persönlich gehaltene Geschichte, die sich im Grunde um nur drei Figuren dreht, aber nicht weiter relevant.