Ein ungewöhnlicher Titel und ein paar Babes auf dem Cover genügen ja manchmal schon, um das Interesse des Publikums zu wecken. Bei „You Can’t Kill Stephen King“ ist das sicherlich so, wobei man sich natürlich nichts vormachen muss. Dies ist ein Low-Low-Budget-Film, bei dem man nicht allzu viel erwarten darf. Dementsprechend hagelt es auch allerhand miese Kritiken für den Film, der gleich von drei Regisseuren umgesetzt wurde. Aber: So übel ist das Ganze eigentlich gar nicht.

You Can't Kill Stephen King - Official Trailer

Wenn man mit Slasher-Filmen etwas anfangen kann und ein Fan von Stephen King ist, denn im Verlauf des Films gibt es allerhand Verweise auf den König des Horrors.

You Can't Kill Stephen King - Aber man kann es ja mal versuchen!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 4/61/6
Auf welchen Stephen-King-Roman spielt wohl diese Szene an?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Monroe, Ronnie, Hilary, Nicole, Lori und Lamont fahren nach Maine, um an einem See ein vergnügliches Wochenende zu verbringen. Sie mieten ein Schnellboot, um zum Seehaus zu gelangen, während Lamont aber mit dem Auto weiterfährt. Er sucht nach einer Tankstelle und findet sie gerade noch rechtzeitig, bevor ihm der Sprit ausgeht. An der scheinbar verlassenen Tankstelle wird er schließlich angegriffen und bestialisch ermordet.

Seine Freunde haben derweil ihren Spaß, weil sie gar nicht ahnen, in welch gefährlicher Situation sie eigentlich schweben. Als sie von Lamonts Tod erfahren, sind sie entsetzt, doch damit nicht genug. Schon bald stirbt noch jemand aus ihrer Gruppe und der Verdacht fällt auf ihren Kumpel Ronnie, der ein riesiger Stephen-King-Fan ist und die Morde scheinbar nach Vorlage einiger King-Romane begeht. Aber ist er es auch wirklich gewesen?

Zitieren, was das Zeug hält

Der Film ist reich an Zitaten. Wer sich mit Stephen Kings Werk auskennt, wird hier viel wiedererkennen, so etwa Deputy Dodd, ein Name, den King immer wieder benutzt hat. Der Hinterwäldler Verrill erinnert wiederum an die gleichnamige Figur, die King selbst in „Creepshow“ gespielt hat.

Packshot zu You Can't Kill Stephen KingYou Can't Kill Stephen King

Damit nicht genug, „Shining“ wird mit dem Wörtchen „Redrum“ zitiert, ein Mord erscheint wie aus der Kurzgeschichte „Dünenwelt“ und „Die letzte Sprosse“ findet Erwähnung. Das Highlight ist aber sicherlich die Traumsequenz, in der Lamont als Pennywise, der mörderische Clown aus „Es“, verkleidet ist.

Stephen King wird oft erwähnt, ist aber nicht dabei. Zitatenreiches Slasher-Derivat, dessen Humor nur selten zündet.Fazit lesen

Gäbe es diesen Zitatenreichtum nicht, wäre „You Can’t Kill Stephen King“ auch nur ein Slasher-Film von vielen, und dazu einer, der noch nicht mal mit besonders tollen Effekten aufwarten kann. Denn das minimale Budget des Films äußert sich auch dadurch, dass wenig Splatter geboten ist.

Eine ungewöhnliche Stadt

„You Can’t Kill Stephen King“ zitiert den Maestro aber auch auf andere Art und Weise, und dabei deutlich subtiler als mit den offensichtlichen Referenzen. Die Stadt, in der sich die Protagonisten befinden, ist eine höchst ungewöhnliche, bewohnt von den wohl seltsamsten Gestalten, denen man im amerikanischen Hinterland nur begegnen kann. Jeder von ihnen kommt als Killer in Frage, und das umso mehr, als die These entwickelt wird, dass Lärm den Killer antreiben könnte, dem Ruhestörer den Gar aus zu machen.

Das Wahnsinnige schleicht sich hier in das Normale. Bei King ist das natürlich weit diffiziler, da die Normalität weit stärker in den Vordergrund gerückt wird. Bei der Stadt und ihren Bewohnern in diesem Film schrillen hingegen alle Alarmglocken.

Damit einher geht, dass man durchaus nicht erraten kann, wer denn nun der Killer ist. Dem Slasher-Thema folgend müsste es ja eigentlich einer aus der Gruppe sein, der sich für die erlittene Schmach rächen will, weswegen Ronnie auch ganz gut dafür in Frage kommt, aber allzu konventionell wollten die Macher diesen nicht ganz ernstzunehmenden Slasherfilm dann auch nicht gestalten.

Der Titel

Was den ungewöhnlichen Titel angeht? Nun, Verdächtige gibt es viele, warum also nicht auch Stephen King zum mutmaßlichen Serienkiller machen? Wenn er’s denn ist. Der Film spielt mit Erwartungen, sowohl was die Geschichte als auch den Titel angeht.

You Can't Kill Stephen King - Aber man kann es ja mal versuchen!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 4/61/6
Vielleicht ist das Bild auch aus Piranha 2 - wir sind uns da gerade nicht so sicher.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das geht mit dem Humor des Films einher, der teils etwas zu gewollt erscheint. Den Machern schwebte eine clevere Horrorkomödie vor, ein paar Dialoge sind auch durchaus ganz nett geworden, aber im Großen und Ganzen finden sich echte Lacher kaum. Am amüsantesten sind noch die Einblendungen, die steckbriefartig am Anfang kurz erklären, wer die Hauptfiguren eigentlich sind.

Die Grundstimmung ist albern-abstrus, aber das war es dann auch schon. Unterm Strich fühlt sich „You Can’t Kill Stephen King“ wie ein Amateurfilm an, auch wenn das Niveau dafür schon wieder erstaunlich hoch ist.