In einem Interview reflektierte Regisseur Bryan Singer über die Dreharbeiten und die Produktion des allerersten X-Men-Streifens, mit dem der Superheldenhype "erneut" aufflammte und wie sich das Subgenre im Laufe der Jahre verändert hat.

X-Men: Apocalypse - Regisseur Bryan Singer spricht über X-Men 1 und den Wandel der Superheldenstreifen

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Bryan Singer drehte X-Men 1 aus der Sicht von Wolverine
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Regisseur Bryan Singer kennen Filmfans als den Mann, der Die üblichen Verdächtigen inszenierte. Blockbuster-Fans kennen ihn allerdings als den Mann, der das Superhelden-Subgenre so richtig ins Rollen brachte und populär machte - mit dem 2000 erschienenen X-Men. Dieses Jahr startet mit X-Men: Apocalypse nicht nur der mittlerweile sechste X-Men-Film, wenn man die Wolverine-Spin-offs außen vor lässt, Apocalypse soll auch das X-Men-Universum von 20th Century Fox neu definieren.

Im Zuge dessen sprach Singer in einem Interview über die X-Men-Filme und den Wandel des Superheldenfilms.

"Comicbuchverfilmungen waren tot"

Wenn man sich mal überlegt, in welchem Zustand sich die Filmwelt anno 2000 befand, ist es geradezu ein Kraftakt und eine Meisterleistung, die Singer gelang. Immerhin hatten Filmemacher wie Joel Schumacher (Batman Forever, Batman & Robin) und Kenneth Johnson (Steel) und Mark Dippe (Spawn) das Subgenre des Superheldenkinos quasi zu Grabe getragen. Die Filme floppten fürchterlich und statt Comics las die Mehrheit lieber Manga.

"Es gab kein Konzept, es gab keine Vorlage dafür", erinnert sich Singer. "Comicbuchverfilmungen waren tot. Es gab kein Konzept für nichts, außer Geschmackloses. Ich nahm es an, weil ich sah, dass mich die Themen interessierten. Ich sah Xavier und Magnetor als Martin Luther King und Malcolm X-Charaktere an. Ich bin schwul oder bisexuell, wie auch immer, das hat also ebenfalls Einfluß genommen, weil die Mutation in einem bestimmten Alter beim Aufwachsen entdeckt wird, wo man sich von der gesamten Nachbarschaft und der eigenen Familie unterscheidet und sich isoliert fühlt. Das hat meine Entscheidung in gewisser Weise beeinflusst und ich wollte ein Action-Abenteuer inszenieren und dies war eine Möglichkeit, das zu machen."

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Mit X-Men: Apocalypse beginnt eine neue Zeitrechnung im X-Men-Universum
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20th Century Fox hatte zu dem Zeitpunkt bereits ein Drehbuch, doch nach einem Treffen mit Marvels Stan Lee und einer genauen Recherche erkannte Singer die Möglichkeit, das X-Men-Universum durch die Augen von Wolverine zu inszenieren.

Singer war kein großer Comic-Fan

Interessanterweise war Singer in seiner Jugend gar nicht mal so ein großer Comic-Fan, wie es heutige Regisseure nur allzu gern von sich behaupten. Doch mit Wolverine hatte er einen Charakter, der dem ganzen X-Men-Zeug ziemlich skeptisch gegenüberstand, als er das erste Mal auf Prof. X trifft.

"Ich sagte, 'Ich kann Logan sein und am Ende des Films das Universum akzeptieren.' So konnte ich diese Geschichte erzählen. Durch ihn kann ich diesen Film machen und ich kann den Film, der nur zufällig auch eine Comicbuchverfilmung ist und Action-Sequenzen besitzt, immer noch als einen Film ansehen, einen Genrefilm. So wie auch Die üblichen Verdächtigen oder Der Musterschüler, andere Filme, die ich inszeniert habe."

X-Men ist kein Dark Knight

Der Erfolg der X-Men-Filme sorgte zusammen mit Sam Raimis Spider-Man-Trilogie für einen Boom, der auch dank Marvel Studios bis heute anhält. Superheldenstreifen und Comicverfilmungen sind momentan die Speerspitze in Sachen Blockbuster und Eventkino. Und das wird sich auch so schnell nicht wieder ändern. Singer, der nach X-2 der Reihe erst den Rücken zukehrte, um erfolglos Superman wiederzubeleben, kehrte mit X-Men: Zukunft ist Vergangenheit wieder auf den Regieposten zurück, nachdem Regisseur Matthew Vaughn das Projekt zugunsten von Kingsman: The Secret Service verließ. Doch statt sich an anderen erfolgreichen Superheldenstreifen zu orientieren, blieb Singer seiner Formel treu.

"Nun, das Letzte, was ich tun kann, ist es, zu versuchen, einen X-Men Film zu machen, der aussieht wie The Dark Knight oder Marvel's The Avengers. Wenn ich das mache, dann werd ich alles kaputt machen. Man hätte dann nicht Zukunft ist Vergangenheit, man hätte dann Zukunft ist Avengers Knight oder so etwas."

X-Men-Filme sollen ihren eigenen Stil behalten

Keine Frage, die X-Men-Filme hatten unter Singer immer einen bestimmten Stil, eine gewisse Stimmung. Abgesehen von X-Men: Der letzte Widerstand von Brett Ratner, bei dem Singer auch nicht mal als Produzent beteiligt war, trifft das auf jeden X-Men-Film zu. Und bevor er Zukunft ist Vergangenheit inszenierte, schaute sich Singer die ersten beiden X-Men-Filme wieder an.

X-Men: Apocalypse - Regisseur Bryan Singer spricht über X-Men 1 und den Wandel der Superheldenstreifen

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Regisseur Singer und seine Stars am Set
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"Kevin Feige [Marvel Studios' Präsident] und ich hatten vor kurzem ein Gespräch darüber, wo er meinte, dass er sich bei Zukunft ist Vergangenheit an X-Men 1 erinnert fühlte, weil Feige bei X-Men eins und zwei als Assistent mitwirkte. Ich habe diese beiden Filme selbst noch einmal angesehen, um mich daran zu erinnern, welche Stimmung ich erzeugen muss."

Genau wie bei anderen Reihen wie Star Wars sei es wichtig, dass eine Reihe homogen wirke, wie aus einem Guss. Es sei nicht wichtig, Trends zu folgen, sondern der eigenen Reihe treu zu bleiben.

X-Men: Apocalypse startet voraussichtlich am 19. Mai 2016 in den Kinos.

Hugh Jackmans letztes Gefecht in Wolverine 3 beginnt voraussichtlich am 2. März 2017.

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - X-Men – Vom Comic zum Film

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