Nachdem US-Schauspielerin Rose McGowan ein X-Men: Apocalypse-Poster dafür tadelte, dass es "Gewalt gegen Frauen" porträitierte, hat sich das verantwortliche Studio 20th Century Fox dafür entschuldigt.

Social Justice Warrior, kurz SJW, so nennt man Personen, die sich möglichst lautstark und vehement für eine Sache einsetzen, ohne auch zwangsläufig selbst dran zu glauben. Meist dient der Aufschrei dazu, sich zu profilieren.

Offenbar ist die erklärte Feministin Rose McGowan so ein "Warrior", denn ihre letzte öffentlichkeitswirksame Aktivität kann beim besten Willen nur als eben das bezeichnet werden.

X-Men rufen zur Gewalt gegen Frauen auf!?

In den USA ist Bryan Singers X-Men: Apocalypse in der letzten Woche in den Kinos gestartet. Um den Film zu bewerben, wurde in Los Angeles ein riesiger Banner aufgehängt, der eine Szene aus dem Film darstellt: Apocalypse (Oscar Isaac), der Mystique (Jennifer Lawrence) würgt. Dieses Poster wurde sodann in den sozialen Netzwerken kritisiert. Vor allem in Hinblick auf die Tagline: Nur die Starken überleben. Auch McGowan war unter den Kritikern.

"Es ist ein großes Problem, wenn die Männer und Frauen bei 20th Century Fox glauben, dass Gewalt gegen Frauen ein Weg darstellt, einen Film zu vermarkten", so die Schauspielerin aus Planet Terror gegenüber THR. "Es gibt keinen Kontext in der Werbung, nur eine Frau, die stranguliert wird. Die Tatsache, dass niemand darauf hingewiesen hat, ist dumm. Die Genies dahinter sollten einen langen, harten Blick in den Spiegel riskieren und sich Gedanken darüber machen, wie sie zur Gesellschaft beitragen. Stellt euch vor, es wäre ein schwarzer Mann, der von einem weißen Mann gewürgt würde. Oder ein schwuler Mann, der von einem Hetero stranguliert wird. Der Aufschrei wäre enorm. Also lasst uns diesen Fehler bereinigen. 20th Century Fox, da ihr nicht in der Lage seid, weibliche Regisseure in den nächsten zwei Jahren anzuheuern, wie wäre es damit, diese Werbung abzusetzen?"

Das Studio hat auch bereits reagiert und sich für den vermeintlichen Fauxpas entschuldigt:

"In unserem Vorhaben, das Bösartige im Charakter von Apocalypse zu zeigen, haben wir die verstörende Bedeutung des Bildes in dieser Form nicht gleich erkannt. Als wir erkannten, wie taktlos es war, haben wir gleich die nötigen Schritte eingeleitet, um das Material zu entfernen. Wir entschuldigen uns für die Unanehmlichkeiten. Wir billigen keine Gewalt gegen Frauen."

Im Film greift Apocalypse auch Professor Charles Xavier an. Bis jetzt hat es zumindest noch keinen Aufschrei vonseiten der Verbände für Rollstuhlfahrer und Paraplegiker gegeben. Aber das kann ja noch kommen - jetzt, wo alles erlaubt ist. Dabei hat sich bei Roman Polanskis Der Tod und das Mädchen doch auch niemand beschwert.