Bei Dutzenden Zombiefilmen, die Jahr für Jahr kommen, wird es zusehends schwieriger, das Ganze originell aufzubereiten – oder zumindest bekannte Zutaten so gut zu zitieren, dass eine neue, schöne Melange herauskommt. Letzteres ist „Wyrmwood: Road of the Dead“ gelungen.

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Diese australische Produktion wurde über vier Jahre hinweg an Wochenenden gedreht. Gerade aufgrund dieser Umstände ist der Film spektakulär. Sicher, er ist nicht frei von Makel, aber diese „Mad Max trifft Dawn of the Dead“-Version sorgt für reichlich Partystimmung.

Wyrmwood: Road of the Dead - Pack den Zombie in den Tank!

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Die Zombie-Apokalypse ist ausgebrochen... Mal wieder.
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Das Ende der Welt ist da, die Zombie-Epidemie verbreitet sich. Barry trifft es dabei besonders hart. Er muss seine Frau und sein Kind selbst mit der Nagelpistole töten. Danach würde er am liebsten auch gleich sterben, aber das Schicksal hat etwas anderes mit ihm vor. Und dann ist da auch noch seine Schwester, die von Soldaten gefangengenommen und einem verrückten Wissenschaftler für dessen Experimente zugeführt wurde.

Sterben ist also nicht, Barry hat noch einen Grund zum Weiterleben. Zusammen mit ein paar Kumpels macht er sich auf den Weg, seine Schwester zu retten.

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Launiger Splatter

Schon die ersten Minuten zeigen, was Sache ist: Drei Typen in Body-Armor stellen sich Zombies gegenüber und pusten jede Menge Schädel weg. Das ist mehrheitlich per CGI gelöst, sieht aber schon recht launig aus. Die Inszenierung weiß dabei auch zu gefallen. Es wird auf schnelle Schnitte und extreme Großaufnahmen gesetzt, um die Aktionen der Protagonisten unmittelbarer zu zeigen.

Man macht hier aus einer Not eine Tugend. Das Budget war überschaubar groß, aber mit dieser Art des Schnitts lässt sich sogar aus Drehabfall noch was machen. Was nicht heißen soll, dass der Film billig aussehen würde.

Im Gegenteil, die Props, die Masken, aber auch die Autos sind liebevoll gestaltet. Sie sind häufig auch eine direkte Hommage. Gerade die aufgemotzten Kampfwagen erinnern nicht von ungefähr an „Mad Max“. Ein paar Straßeneinstellungen sind direkte Zitate. Damit einher geht auch die Kluft der Protagonisten. Auch sie erinnert an die Endzeit-Filme von früher.

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Mad Max lässt grüßen!
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Man merkt „Wyrmwood: Road of the Dead“ schon an, dass die Macher echte Liebe für das Genre empfinden, aber es auch verstanden haben, diese in einen rasanten Film umzumünzen. Das Beste daran: Es gibt sogar ein paar Ideen, die wirklich neu sind.

Zombiebetrieben

Wo in den „Mad Max“-Filmen Benzin das alles entscheidende Element ist, kommt man hier nicht weit damit. Es hat seine Wirkung verloren. Aber: Die oralen Ausdünstungen der Zombies sind idealer Kraftstoff. Eine wirklich schrille Idee, die aber auch für ein paar spannende Momente gut ist.

Darüber hinaus gibt es etwas, das man so auch noch nicht gesehen hat. Einen Zombie Whisperer, jemanden, der die Kontrolle über die Untoten übernehmen und sie tun lassen kann, was er will. So werden Zombies zur Waffe, was gerade im letzten Akt für ein paar richtig coole Szenen genutzt wird.

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Generell gilt, dass „Wyrmwood: Road of the Dead“ richtig viel Stil hat. Die Inszenierung lässt ihn größer wirken, als er ist.

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Dabei ist natürlich nicht alles Gold, was glänzt. Aufgrund der chaotischen Produktionsumstände merkt man schon, dass das Skript etwas leiden musste. Bestes Beispiel ist eine der frühen Szenen, in der Barry davon erzählt, wie er seine Familie töten musste. Später wird das zu ausführlich gezeigt, eine andere Montage hätte da besseren Flow mit sich gebracht. Ebenso ist die Anfangssequenz zwar cool, sie später aber noch mal (etwas kürzer) zu wiederholen, ist eine Art Showstopper.