„Wrong Turn“, das ist die Horrorserie, die nicht totzukriegen ist. Mit schöner Regelmäßigkeit gibt es einen neuen Teil dieser Reihe, bei der nur der erste Film mit einigermaßen nennenswertem Budget produziert und auch im Kino ausgewertet wurde. Seitdem treiben die deformierten Kannibalen im Heimkino ihr Unwesen. Am 9. Mai kommt der Film in den Handel, nachdem er eine Woche zuvor schon in den Videotheken steht.

In Fairlake, einer kleinen Stadt in den Bergen von West Virginia, wird das Mountain Man Festival abgehalten. Ein paar junge Leute fahren dorthin, aber schon auf der Straße kommt es zu Komplikationen, weswegen sie, aber auch ein Mann namens Maynard, verhaftet werden. Wie sich herausstellt, ist Maynard ein Serienkiller, der seit Jahren mordet.

Wrong Turn 5: Bloodlines - Trailer Deutsch


Sheriff Angela ist jedoch auf sich gestellt, da die Telefonverbindung gekappt wird. Maynard erklärt ihr, dass sie ihn gehen lassen muss. Oder seine Jungs werden sie alle töten. Seine Jungs? Das sind drei deformierte Inzestprodukte mit ausgeprägtem Sadismus, die sich durch die Stadt meucheln.

Eine Rumpffassung

Während der erste Film mit einer FSK-16-Freigabe davonkam, obschon er recht deftig zur Sache ging, kam keines der Sequels hierzulande ungeschoren davon. Jeder der Filme wurde um mehrere Minuten erleichtert, offizielle Uncut-Fassungen gibt es nicht. So verhält es sich nun auch bei „Wrong Turn 5: Bloodlines“, der um mehrere Minuten gekürzt wurde.

Ob sich da noch das Ansehen lohnt, muss der Einzelne für sich entscheiden, eine wichtige Ingredienz dieser Art von Film, die Splatter- und Goreszenen, sind aber nicht mehr in ihrer Gänze vorhanden. Dabei gilt: Der Film ist in seiner Gewaltdarstellung etwas zurückhaltender als es die beiden direkten Vorgänger gewesen sind. Für eine ungekürzte Veröffentlichung hat das aber dennoch nicht gereicht.

Nach üblichem Muster verlaufender Backwoods-Streifen, der sich mit seinem Belagerungsszenario an einem der großen Western der Filmgeschichte orientiert.Fazit lesen

Declan macht auf Rio Bravo

Die Regie führte erneut Declan O’Brien, der auch schon die beiden Vorgänger inszeniert (und den vierten Teil auch geschrieben) hat. Das Skript für den fünften Film entstammt ebenfalls aus seiner Feder. Interessant ist der Film im Grunde, weil sich O’Brien ein großes Vorbild genommen hat: Howard Hawks‘ Edel-Western „Rio Bravo“ mit John Wayne.

In dem Film war Wayne ein Sheriff, der einen Gefangenen in seinem Sheriffsbüro hatte und mit nur wenigen Mitstreitern dafür sorgen musste, dass dessen Leute ihn nicht gewaltsam befreien. In beiden Fällen gibt es auch einen notorischen Trinker auf Seiten des Sheriffs, aber das Schicksal der beiden ist doch eklatant unterschiedlich.

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Natürlich reicht „Wrong Turn 5: Bloodlines“ nicht an das große Vorbild heran, das Handlungsmuster auf einen Backwoods-Horrorfilm zu übertragen, funktioniert aber durchaus, auch wenn es etwas bemüht wirkt, dass niemand in der Stadt ist und die drei Degenerierten immer wieder Gelegenheit finden, den wackeren Helden einzeln aufzulauern

Dass es dumm ist, sich aufzuteilen und alleine herumzulaufen, ist auch O’Brien bewusst. Er lässt das sogar Sheriff Angela sagen, aber das hält weder sie noch ihre Mitstreiter davon ab, den eigenen Rat zu missachten. Ist das nun postmoderne Ironie, die O’Brien hier bieten will, oder einfach nur ein lahmes Drehbuch, das sehr wohl um die dümmlichen Fallstricke dieser Genre-Gattung weiß, sie aber geflissentlich ignoriert?

Wrong Turn 5: Bloodlines - Noch mehr Hinterwäldler-Horror

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Die deutsche Fassung von Wrong Turn 5 ist um einige Szenen geschnitten.
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Pinhead im Knast

Abgesehen von Doug Bradley („Hellraiser“), der den Killer Maynard spielt, besteht das Ensemble praktisch aus Unbekannten. Angesichts des minimalen Budgets überrascht das nicht. Es stört auch nicht, schlagen sich die jungen Mimen in ihren Rollen doch ganz gut, wobei zu bemerken ist, dass große Schauspielkunst ohnehin nicht gefragt ist.

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Die besten Szenen hat Doug Bradley abbekommen, der von seiner Zelle aus sardonisch kommentiert, was geschieht, und den Figuren nacheinander einen teuflischen Deal anbietet. Für Bradley ist ein Part wie dieser ein Kinderspiel, er verleiht dem Film aber ein gewisses Flair, das mitunter sogar darüber hinwegtäuscht, dass die Logik Feste feiert, aber gerade bei B-Filmen sollte man hier auch keine zu hohen Ansprüche haben.