Der „World War Z“ wirft seine Schatten voraus. Angesichts der desaströsen Produktionsgeschichte, die auch in den Medien breitgetreten wurde, setzt Paramount darauf, dass sich schon im Vorfeld des Films positive Mundpropaganda einstellt. So hat der deutsche Verleih etwa 15 Minuten des Films in einer Preview interessierten Journalisten vorgestellt.

Der Andrang dieser Präsentation war erstaunlich groß, obschon relativ wenig geboten wurde. Denn alles in allem gab es gerade mal drei längere Sequenzen zu sehen, die es nicht unbedingt leichter machen, den Film einzuordnen, denn im Grunde wurde nichts anderes gezeigt als das, was auch schon in den verschiedenen Trailern zu sehen ist.

World War Z - German Trailer #26 weitere Videos

Wer Spoilern gegenüber allergisch ist, sollte sich überlegen, ob er die folgenden Absätze wirklich lesen will. Die drei Sequenzen werden nachfolgend beschrieben, sie verraten aber letzten Endes nicht viel. Denn hauptsächlich wird Zombie-Action gezeigt, während die Figuren ungreifbar bleiben und die Haupthandlung kaum angetastet wird.

Die erste Sequenz ist vom Anfang des Films und zeigt Gerry, wie er mit seiner Familie flieht, während die Zombies die Stadt überrennen. Sie rasen mit dem Auto durch die Straßen und werden dabei angegriffen. Das ist recht dynamisch gestaltet und schafft es auch, ein Gefühl der Bedrohung zu erzeugen. Man darf sich aber fragen, wie gerade solche Sequenzen in 3-D wirken werden. Die Preview war 2-D, so wie der Film auch geplant war. Die nachträgliche Konvertierung dürfte hier zu einem ähnlichen Ergebnis führen wie bei „Kampf der Titanen“.

Auf der Mauer, auf der Lauer

In der zweiten Sequenz befindet man sich dann in einer Stadt im mittleren Osten, deren Kern von Mauern umgeben ist. Dahinter befinden sich die Überlebenden, während sich rund um die Mauern die Zombies sammeln. Pitts Figur Gerry Lane sucht nach einem Weg, nach Indien zu kommen. Dort, so wirkt es, vermutet er Patient Null, den Auslöser der Zombie-Epidemie. Unklar ist dabei, was er zu erreichen hofft, scheint die Welt doch derart am Ende zu sein, dass selbst ein Heilmittel kaum noch erfolgversprechend sein dürfte.

Mehr Action- als Horrorfilm.Ausblick lesen

Während in der eingemauerten Stadt erst noch gute Stimmung herrscht, schlägt diese um, als die ersten Zombies über die Mauer kommen. Denn auf der anderen Seite der Mauer bilden die Zombies eine Brücke nicht unähnlich Ameisen, die so auch scheinbar unerklimmbare Höhen meistern. Als die Zombies schließlich über der Mauer sind, bricht das Chaos aus und man versucht, Gerry zu einem Flugzeug zu bringen, mit dem er fliehen kann.

Bei dieser Flucht zum Flugzeug sieht man dann auch noch mal, wie enorm schnell, stark und flexibel die Zombies sind. Sie springen mehrere Meter weit und sind deutlich agiler, als das normale Menschen sein könnten.

Offenbar hat man es nicht mit den typischen Zombies zu tun. Das sieht man auch an verfärbten Venen im Gesicht, die darauf hindeuten, dass hier wohl ein Virus dafür sorgt, dass die Untoten mutiert sind. Sie haben auch ein Mindestmaß an Intelligenz. Oder zumindest Schwarmintelligenz, wie die Sequenz zeigt, in der die Zombies sich die Mauer hocharbeiten.

Phantastisch sieht aus, wie das Militär dieser Bedrohung begegnet. Von einem Hubschrauber aus feuert man auf die sich aufschäumenden Zombies an der Mauer, um so die Verbindung dieser Untoten-Brücke zu brechen. Aber da ist es auch schon zu spät.

Im Flugzeug hört dich keiner schreien

Die beste Sequenz war die dritte. Sie spielt nach der Flucht aus der Stadt. Gerry ist in einem Passagierflugzeug und hat einen Albtraum. Doch kurz nach dem Aufwachen zeigt sich, dass der Albtraum real geworden ist. Er sieht durch den Vorhang im Gang, dass im hinteren Bereich des Flugzeugs Menschen zu Zombies werden und diese sofort die anderen angreifen.

In Windeseile versuchen Gerry und andere Passagiere, mit Taschen und Koffern eine Barriere zu bauen, um die Zombies abzuwehren, doch als diese bemerken, dass im vorderen Bereich des Flugzeugs Menschen sind, preschen sie los.

Eine Soldatin schießt auf einige der Zombies, aber es sind zu viele. Gerry wird klar, dass es unmöglich ist, die Untoten zu vernichten. Nicht auf herkömmliche Art. Er greift sich eine Handgranate, die die Soldatin bei sich trägt und wirft sie. Die Explosion reißt ein Loch ins Flugzeug, durch das die Zombies (und wohl auch Überlebende) hinausgeblasen werden. Zuletzt werden die Piloten gezeigt, die versuchen, die Maschine unter Kontrolle zu bringen.

World War Z - German Trailer #16 weitere Videos

Diese Sequenz funktioniert deswegen so gut, weil es einerseits ein relativ neues Setting ist (sieht man von „Plane of the Dead“ ab), andererseits sehr beengt ist. Man kann nachvollziehen, wie sich Panik ausbreitet, wenn es schlichtweg keinen Ort gibt, an den man fliehen kann.