Update:

Patty Jenkins hat nun über Twitter auf James Camerons Aussage reagiert und ein Steatement veröffentlicht:

"James Camerons Unfähigkeit, zu verstehen, was Wonder Woman für Frauen auf der ganzen Welt bedeutet und wofür sie steht, ist nicht überraschend, denn er ist keine Frau. Starke Frauen sind großartig. Sein Lob für meinen Film Monster und unsere Darstellung einer starken und doch gebrochenen Frau wurde hoch geschätzt. Aber wenn Frauen immer hart, taff und von Problemen geplagt sein sein müssen, um stark zu sein, und es uns nicht erlaubt ist, multidimensional zu denken und eine Ikone für Frauen zu feiern, weil sie schön und liebend ist, dann haben wir es in der Tat noch nicht weit gebracht. Ich glaube daran, dass Frauen all das sein können und sollen, was männliche Hauptfiguren darstellen. Und das große weibliche Publikum, das den Film zu dem Hit gemacht hat, dass er ist, darf sich sicherlich seine eigenen Ikonen heraussuchen."

Definitiv Zündstoff für weitere Diskussionen innerhalb Hollywoods zur noch immer bestehenden Diskrepanz zwischen männlichen und weiblichen Darstellern und Charakteren, nicht nur in Bezug auf die Gage. Was meint ihr zu dem Ganzen?

Ursprünglicher Artikel:

Wonder Woman wird von vielen als Paradebeispiel für eine starke Frau vor und hinter der Kamera bezeichnet - bis auf James Cameron. Der hält den DC-Streifen für einen Rückschritt

James Cameron - Wonder Woman ist ein Schritt zurück! *UPDATE*

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Ist Wonder Woman ein Schritt zurück, wie Filmemacher James Cameron sagt?
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Mit über 800 Millionen Dollar weltweitem Einspiel gilt Wonder Woman als einer der erfolgreichsten Filme des Kinosommers. Mehr noch gilt der Film innerhalb des DC Extended Universe als der erfolgreichste Film eines weiblichen Regisseurs und als Positivbeispiel für einen Erfolg auch mit weiblichem Hauptdarsteller. Gal Gadots Darstellung der Superheldin ist ein Zeichen, dass auch weibliche Filmfans ein Idol haben können. Denn immer wieder wird bemängelt, dass es zu wenige Filme mit weiblichem Hauptdarsteller gibt und dass Frauen generell in Blockbuster-Filmen immer nur als Zierde oder als Jungfrau in Nöten dargestellt würde.

Wonder Woman ist keine Hilfe

Doch ausgerechnet der Filmemacher, der einige Filme mit starken Frauen inszeniert hat, ist da anderer Meinung. James Cameron ist nicht nur einer der erfolgreichsten und besten Regisseure Hollywoods, mit Aliens - Die Rückkehr, Terminator 2 - Tag der Abrechnung und mehr oder weniger auch Avatar - Aufbruch nach Pandora sowie der von ihm entwickelten TV-Serie Dark Angel hat er bewiesen, dass Frauen mehr können als nur das schöne Dummchen zu sein.

Umso interessanter ist das, was er zu Wonder Woman im Interview zu sagen hatte. "Das ganze Sich-selbst-auf-die-Schulter-Geklopfe Hollywoods in Bezug auf Wonder Woman war einfach nur töricht", so der Filmemacher. "Sie (Wonder Woman) ist eine objektifizierte Ikone. Das männlich-dominierte Hollywood macht nur wieder ein und dasselbe Altbekannte. Ich sage nicht, dass ich den Film nicht gemocht hätte, aber für mich ist es ein Schritt zurück. Sarah Connor war keine schöne Ikone. Sie war stark, sie hatte Probleme, sie war eine schreckliche Mutter und sie hat sich den Respekt des Publikums durch puren Schneid verdient. Für mich sind die Vorzüge von Charakteren wie Sarah einfach offensichtlich. Ich meine, die Hälfte des Publikums ist weiblich!"

Im Grunde sagt Cameron also nichts anderes, als dass Wonder Woman unter ihren Superkräften wieder nur ein hübsches Dummchen darstellt. Allerdings muss man sich zu Recht fragen, ob für Cameron ein starker weiblicher Charakter nicht auch schön sein darf?

Aber mit seiner Meinung dürfte er in guter Gesellschaft sein. Auch UN-Mitarbeiter finden Wonder Woman als Ehrenbotschafterin zur Stärkung von Frauen und Mädchen eher unpassend und sexistisch.