James Cameron kann es nicht lassen. Nun sprach er in einem Interview erneut über die sexualisierte Darstellung von Wonder Woman in Patty Jenkins' Sommerhit und verteidigte seinen Standpunkt.

James Cameron und Linda Hamilton am Set zu Terminator

Ende August giftete Regisseur James Cameron gegen die Darstellung von Wonder Woman in Patty Jenkins' Sommerhit gleichen Titels. Der renommierte Filmemacher mit Erfahrung in der Darstellung starker Frauen (Sigourney Weaver in Aliens - Die Rückkehr und Linda Hamilton in Terminator eins und zwei) warf der Comicverfilmung eine objektifizierte Darstellung der Superheldin vor.

Jenkins antwortete daraufhin über Twitter: "Wenn Frauen immer hart, taff und von Problemen geplagt sein sein müssen, um stark zu sein, und es uns nicht erlaubt ist, multidimensional zu denken und eine Ikone für Frauen zu feiern, weil sie schön und liebend ist, dann haben wir es in der Tat noch nicht weit gebracht. Ich glaube daran, dass Frauen all das sein können und sollen, was männliche Hauptfiguren darstellen."

Nun vertrat Cameron seinen Standpunkt in einem Interview erneut. Auf die Frage, ob er noch immer derselben Meinung sei, antwortete Cameron, dass er noch immer zu seinem Wort stehe. "Ich meine, sie war Miss Israel (Gal Gadot) und sie trug im Film eine Art körperbetontes Bustier. Sie ist absolut atemberaubend. Aber für mich ist das nichts Bahnbrechendes. Raquel Welch tat sowas bereits in den 1960er-Jahren", begründete er seine Meinung. "Das Ganze stand im Kontext zur Aussage, warum Sarah Connor - und das, was Linda Hamilton 1991 aus ihr machte - wenn nicht seiner Zeit voraus, dann doch wenigstens ein Durchbruch zu jener Zeit war. Ich denke nicht, dass es seiner Zeit voraus war, weil wir noch immer nicht bereit sind, Frauen solche Rollen zu geben."

Hollywoods Problem mit starken Frauen

Und mit "solchen Rollen" meint Cameron die der toughen, harten Frau, die nicht schön sein muss im Film, um ernst genommen zu werden. Laut dem 63-Jährigen muss es also nicht immer die Femme Fatale oder die schöne Geheimnisvolle sein, damit eine Frau interessant erscheint als Hauptfigur - stattdessen muss sie ganz wie ihre männlichen Pendants allein durch ihr Wesen und ihr Handeln fesseln. Eben das, was Cameron gemeinsam mit seiner Ex Linda Hamilton aus der Figur der Sarah Connor herausholte.

"Linda sah großartig aus. Sie wurde nur nicht als Sexobjekt betrachtet. Es gab rein gar nichts Sexuelles an ihrer Rolle. Es ging einzig um Angst, um Willen, um Entschlossenheit. Sie war verrückt, sie war kompliziert. Sie war nicht da, um gemocht oder vom Publikum geliebäugelt zu werden. Aber sie war dennoch im Zentrum und die Leute liebten sie am Ende. So sehr ich Patty Jenkins applaudiere, dafür, dass man, oh, einer Frau das Sagen bei einem teuren Franchise überlassen hat, so wenig halte ich das Ergebnis für etwas Bahnbrechendes."

In Dramen dürften Frauen regelmäßig strahlen, doch sobald es um die großen Mainstream-Blockbuster ginge, versage das Gespür der Studios. Allein dadurch, dass der Irrglaube bestehe, wie Cameron sagt, dass man vor allem 14- bis 18-jährige männliche Zuschauer ansprechen müsse.

Terminator-Franchise

Wie man es besser macht, könnte Cameron, solange er nicht allzu beschäftigt mit den Dreharbeiten zu Avatar zwei bis fünf sein sollte, mit dem Terminator-Franchise beweisen, das er gemeinsam mit Regisseur Tim Miller rebooten will. Cameron teilte bereits mit, dass er alle Filme nach seinem letzten Terminator, Terminator 2: Tag der Abrechnung, ignorieren wolle. Zudem kündigte Linda Hamilton bereits an, dass sie erneut an Bord sein wird. Für beinharte Terminator-Fans eine großartige Nachricht. Ob Hamilton und Schwarzenegger das Franchise retten können, bleibt abzuwarten.

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