Hier hat man nun einen Film, der auf ein junges Publikum zugeschnitten ist, der anmutet, als sei er die Adaption einer der zahlreichen Roman-Reihen für junge Erwachsene, und dann ist „Wolves“ doch tatsächlich ein originärer Stoff. Zumindest in Hinblick auf seine Entstehung. Inhaltlich wird nur wiedergekäut.

Wolves - Official Trailer

David Hayter führte nicht nur die Regie, er hat das Drehbuch auch geschrieben. Ohne, dass sonst noch jemand einen Blick darauf geworfen hat, könnte man meinen. Alles beginnt mit dem Teenager Cayden (Lucas Till), der von Albträumen geplagt wird und merkt, dass er anders als die anderen ist. Beim Rumknutschen mit seiner Freundin verwandelt er sich, kurz darauf sind dann auch seine Eltern tot. Er hat sie wohl umgebracht und muss sich deswegen aus dem Staub machen. Sein Weg führt den jungen Werwolf in die Stadt Lupine Ridge, in der auch andere Werwölfe hausen.

John (Stephen McHattie) nimmt ihn unter seine Fittiche und klärt ihn über die Familienhistorie auf. Zugleich versucht er, den jungen Mann vor Connor (Jason Momoa) zu schützen, einem reinrassigen Wolf, der ein Rudel um sich geschart hat, in den Wäldern lebt und mit den Stadtbewohnern ständig aneinandergerät. Vergangenes muss aufgearbeitet und Gegenwärtiges bewahrt werden, weswegen Cayden gefordert ist, als Mensch und als Wolf über sich hinauszuwachsen.

Wölfe in Klamotten

Es ist eine bewusste stilistische Entscheidung, aber die Werwölfe sehen grauenhaft aus. Flache Schnauzen mögen noch angehen, aber Wölfe, die Klamotten tragen? Nein, das geht nun gar nicht. Dass sie sich in Wolfsform auch noch unterhalten, ist dann nur das Tüpfelchen auf dem I.

Wenn das Make-up wenigstens gut wäre, aber mehr als einmal hat man den Eindruck, keinen Werwolf, sondern einen knuffigen Teddy-Bär vor sich zu sehen. Das gilt besonders für die Hauptfigur, die keinerlei bedrohliche Ausstrahlung besitzt. Die kann man Jason Momoa ja eigentlich nicht absprechen. Wenn der großgewachsene Mime etwas kann, dann grimmig schauen und einschüchternd wirken, aber auch er müht sich gegen ein 08/15-Skript und eine Werwolfs-Maskerade, die man einfach nicht ernst nehmen kann.

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Fürs Fernsehen reicht‘s

Wäre „Wolves“ für den Syfy Channel entstanden, hätte man ihm zugutehalten können, dass einiger Aufwand betrieben worden ist und das Ganze einen gewissen Schauwert besitzt. Nicht zu vergessen, dass mit Momoa und McHattie auch zwei gute Schauspieler parat stehen. Aber da David Hayters Film eben nicht für das Fernsehen konzipiert ist, kollabiert er vollkommen.

Denn es lässt sich nun mal nicht leugnen. Die Qualität reicht für das Kino nicht. Dafür ist der Film zu mondän inszeniert. Hayter hat keinerlei interessante Ideen, er spult die altbekannte und überraschungsfreie Geschichte einfach stur ab, ohne wenigstens ein paar visuelle Ideen bieten zu können.

In erster Linie ist es ein Teenie-Film, in dem es um Verlustängste und Unsicherheiten geht. Man biedert sich hier offenbar an die „Twilight“-Fangemeinde an. Nur: „Twilight“ ist besser als dieser Film. Das mag man nicht glauben, ist aber so, und das nicht nur in technischer, sondern auch inhaltlicher Sicht.

Denn einen wirklich interessanten Aspekt, der mal ganz kurz aufgeworfen wird, lässt Hayter einfach wieder fallen: die Frage nach der Natur des Werwolfs. Sie unterscheidet sich von der des Menschen und hätte interessanten Nährboden für einen Film geboten, der spannend und neu gewesen wäre. So jedoch ist „Wolves“ einfach nur hingehuschte Dutzendware ohne jeden Wert.