„Was macht Wolverine denn in Japan??!“, dürften sich nicht wenige Kinobesucher wundern. Comic-Fans hingegen wissen ganz genau, dass mit Wolverines Reise ins Land der aufgehenden Sonne der Meilenstein für viele weitere Abenteuer des animalischen Mutanten gelegt wurde. Hugh Jackman schlüpft erneut in die Titelrolle und beweist: Auch neben Samurais macht er eine gute Figur!

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Vom Comic zum Film

Wenn man „Wolverine“ hört, denkt man sogleich an seine spitzen Klingen, die ihm aus den Händen ragen und die ein Garant für coole Actionszenen sind. In seiner Gegenwart erwartet man andere Mutanten, die ihm helfen – oder aber auch das Leben schwer machen. In der X-Men-Trilogie war dies zumindest der Fall. Und auch im Prequel „X-Men Origins: Wolverine“ bestand der Großteil seiner Gesellschaft aus Mutanten. Dass nun Samurai-Krieger, Yakuza und Ninjas in der Fortsetzung „Wolverine: Weg des Kriegers“ seinen Weg kreuzen, verwundert da schon eher.

Wolverine: Weg des Kriegers - Hä? Was macht Wolverine denn in Japan?

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Diesmal ist alles ein wenig anders: Wolverine vs. Ninjas.
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Doch Comic-Fans wissen: So fing alles an. 1982 bekam der animalische Held seine erste, eigene, vierteilige Serie, die den schlichten Titel „Wolverine“ trug. Autor war Chris Claremont (X-Men), als Zeichner fungierte Frank Miller (The Dark Knight, Sin City). In den Comics reist Wolverine ins ferne Japan, wo er auf Mariko Yashida trifft, die seine am längsten anhaltende Beziehung wurde.

Unsterblichkeit adé

Der Film spielt nach den Ereignissen der X-Men-Trilogie. Logans Dauerflamme Jean Grey (alias Phoenix) existiert nicht mehr. Getötet wurde sie von Logan (besser bekannt als Wolverine) selbst, nachdem Jean ihn darum gebeten hatte, sie zu erlösen. Obwohl es scheinbar keinen anderen Weg gab, nagen diese Tat und Jeans Tod sehr an Logan. Als Einsiedler hat er sich tief im Wald verschanzt und lebt dort ein Leben im Einklang mit der Natur.

Eines Tages wird er von dem asiatischen Mädchen Yukio (Rila Fukushima), das aussieht, als wäre es aus einem Manga entsprungen, nach Tokio gebracht. Lord Yashida (Haruhiko Yamanouchi), ein alter Bekannter von Wolverine, liegt im Sterben und möchte sich von ihm verabschieden.

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Im Zweiten Weltkrieg hat Wolverine dem damals jungen Yashida das Leben gerettet. Dieser will sich nun dafür bedanken und schlägt ihm einen eigenwilligen Deal vor: Er könnte Logan von seiner Unsterblichkeit erlösen und dafür selbst unsterblich werden, um sich um seine Kinder und sein Imperium zu kümmern. Logan, der stets von Albträumen um Jean gequält wird und dem die Tatsache zu schaffen macht, ständig geliebte Leute verlieren zu müssen, während er selbst weiterlebt, überlegt einen kurzen Moment, willigt jedoch nicht ein.

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Schöne Frauen, muskulöse Männer: der ideale Pärchenfilm.
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Doch schon am nächsten Tag findet sich Logan mitten im Chaos wieder: Über Nacht wurde er verwundbar, die Yakuza haben es auf die hübsche Mariko Yashida, die Erbin von Yashidas Unternehmen, abgesehen und schwupps befindet sich Wolverine auf der Flucht vor etlichen Gegnern, die Mariko und ihm ans Leder wollen. Dabei erfährt er zum ersten Mal, was es heißt, sterblich zu sein – und muss gleichzeitig mit seinen eigenen Dämonen kämpfen.

Viele neue Gesichter

In „Wolverine – Weg des Kriegers“ trifft Wolverine auf neue und alte Bekannte: Während Jean Grey seine Albträume heimsucht, die wieder von Framke Janssen gespielt wird, lernt Logan in Japan eine neue Frau seiner Träume kennen: Mariko (Tao Okamoto), die Enkelin von Lord Yashida und Tochter des Wirtschaftskapitäns Shingen Yashida (Hiroyuki Sanada).

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Als Adoptivschwester und Leibwächterin Marikos tritt Rila Fukushima als Yukio auf, die exzellent mit dem Schwert umgehen kann und für ihre Rolle in Martial Arts ausgebildet wurde. Außerdem trifft Logan auf die mysteriöse Mutantin Viper (Svetlana Khodchenkova), das asiatische Pendant zu Hawkeye - Harada, ein Ninja der Black Hand (Will Yun Lee) - und den aus den Comics bekannten Silver Samurai.

Das sind natürlich eine Menge Nebenrollen. Und wie es bei einer Vielzahl an Charakteren nun einmal der Fall ist, können nicht alle tiefgründige Züge annehmen. So werden einige nur oberflächlich abgehandelt und man hinterfragt den Sinn von Figuren wie Viper und Harada.

Aber mal ganz ehrlich: Wer erwartet denn bitteschön einen tieferen Sinn in einem Superheldenfilm? Ich muss gestehen: Egal, wie oft ich mich gewundert habe, warum nun was wie und warum geschieht und keinen Sinn macht – ich habe mich den ganzen Film über köstlich amüsiert und mitgefiebert. In so glorreichen Momenten, in denen Wolverine die Krallen ausfährt und episch verkündet „I am the Wolverine!!!“ habe ich im Kinosessel triumphierend die Hand zur Faust geballt und innerlich gefeiert. Der Film reißt einen einfach mit! Coole Sprüche (es empfiehlt sich, den Film auf Englisch zu gucken), tolle Kampf- und Actionszenen – und natürlich Hugh Jackman, der den halben Film über oben-ohne durchs Bild hüpft und seine Muskeln spielen lässt – tun ihr übriges. Somit kommen also Männer sowie Frauen auf ihre Kosten.

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Yukio hat ein feuriges Temperament. Kein Wunder, bei diesen Haaren.
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Leider kann man sich denken, dass der Werbeslogan „in coolem 3D“, der unter jedem Kinoplakat und im Trailer prangt, nicht das hält, was er verspricht. In manchen Szenen ganz nett umgesetzt (z.B. wenn Yukio ihr Schwert schwingt), versagen die Effekte an den meisten Stellen und versickern unbemerkt. Den 3D-Zuschlag darf man sich also wieder einmal sparen. Den Gang ins Kino, für Wolverine und Marvel-Fans, allerdings nicht!