Nicht alle Ideen liegen auf der Straße, manche entstehen mutmaßlich auch im Suff. Zumindest hat „Wolfcop“ die Anmutung, dass es genau so gewesen sein könnte, und das nicht nur, weil der Werwolf-Polizist auch ein Schluckspecht ist. Der auf dem Fantasy Film Fest gelaufene Film debütiert in Kürze auf DVD und Blu-ray. Freuen darf man sich auf den rechtschaffen irren Film schon jetzt. Ganz klar: Das ist Trash allererster Güte, aber die Art Müll, auf die man sich einfach gerne einlässt.

WolfCop - Deutscher Trailer #1Ein weiteres Video

Polizist Lou Garou (Leo Fafard) ist ein Taugenichts. Sein Job interessiert ihn nicht, er kommt ständig zu spät, er löst keine Fälle, und überhaupt gibt es für ihn nur eine Beschäftigung, die ihn wirklich glücklich macht: Sich den ganzen Tag über volllaufen zu lassen. Aber dann wird Lou vom Sheriff losgeschickt, um sich in einem Waldstückchen umzusehen, wo Jugendliche randalieren sollen. Lou wird bewusstlos geschlagen. Als er tags darauf aufwacht, entdeckt er, dass ihm ein Pentagramm auf die Brust geritzt wurde. Aber nicht nur das: Rasieren funktioniert auch nicht mehr, weil die Haare sofort nachwachsen.

WolfCop - Halb Mann, halb Wolf, ganzer Cop

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Also, wenn das nicht sexy ist, dann wissen wir auch nicht weiter.
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Lou verwandelt sich schon bald in einen Werwolf, macht dabei aber ein paar bösen Burschen den Garaus, was er am nächsten Tag auch selbst untersuchen soll. Ihm wird klar, dass etwas in dem Wald mit ihm passiert ist. Auch in der nächsten Nacht verwandelt er sich wieder, aber er ist durchaus bei sich. Er hat seine Uniform an, er ist ein Cop, er tut, was sein Job ist. Wolfcop geht hinaus in die Nacht und reißt Bösewichtern den Hintern auf.

Irre Story

Natürlich gibt es noch ein bisschen mehr Geschichte als das. Viel aber nicht, denn der Grund, warum er zum Werwolf gemacht wurde, ist reichlich abstrus, ebenso wie die Gestalten, die dafür verantwortlich sind. Aber das geht schon in Ordnung, denn ernst nehmen kann und muss man bei diesem Film wirklich gar nichts.

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Der Film erscheint am 18.11.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Dafür gibt es Dinge zu sehen, die sich noch kein Werwolf-Streifen getraut hat. Die Verwandlung des alten Lou fängt in der Leistengegend an, Werwolf-Sex gibt es später auch (aber ganz zärtlich!) und ein paar knallige Splattereinlagen hat man ebenfalls, wenn auch eher harmlos. Aber letzten Endes ist „Wolfcop“ in erster Linie eine Komödie, die versucht, den Wahnsinn immer wieder zu toppen.

Kurz, aber knackig

Mit einer Nettolaufzeit von knapp über 70 Minuten ist „Wolfcop“ nicht gerade das, was man einen abendfüllenden Film nennt. Aber in der Kürze liegt die Würze. Oder anders gesagt: Wäre der Film länger, wäre er vielleicht auch langweilig geworden. So gestaltet er sich extrem flott, da kein echtes Fett vorhanden ist. Die Geschichte wird stakkato-artig erzählt, was für hohen Unterhaltungswert sorgt. Zumindest dann, wenn man Trash wie diesen auch wirklich mag.

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Polizei gut. Wolf böse. Oder war es andersrum?
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Wie Frank Drebbins besoffener Schwippschwager

Wie Lou Garou – was für ein Name – mit seinem Wagen über Stock und Stein fährt, könnte er auch locker die Frank-Drebbin-Gedächtnis-Medaille verliehen bekommen. Mieser ist die nackte Kanone auch nicht durch die Stadt gefahren. Die Hauptfigur ist, wie eigentlich alle anderen, ziemlich blass. Es gibt ein paar Primäreigenschaften, aber keine Charakterisierung. Das schwächt den Film etwas, da man nicht wirklich die Möglichkeit zur Identifikation hat. In erster Linie funktioniert „Wolfcop“ als oberflächliche Unterhaltung, die selektiv Reizimpulse setzen kann, aber nicht durchgehend funktioniert.

Auf gut deutsch: Manche Gags versumpfen so richtig, wenn der Film sich aber Mühe gibt, dann macht er auch Spaß. Allein, der Humor hätte noch etwas aufpoliert werden können, vielleicht auch mehr in Richtung absoluter Trash-Granaten wie handelsüblichen Troma-Produktionen.