Zwischen Georg und Emilie ist schon lange nichts mehr gelaufen. Seit einem halben Jahr, um genau zu sein. Weil in dem Alpendorf Hollerbach seit Jahren der Schnee ausbleibt und deshalb in Georgs Lokal die Gäste, hat Emilie einen Job als Krankenschwester angenommen. Tja, und das heißt: Schichtdienst, ein unterschiedlicher Schlafrhythmus und so weiter.
Tempo und Witz vom Alpenrand – auch für Preußen zu empfehlen!FazitAber irgendwann kommt dann doch zusammen, was zusammen gehört, und die Rufe der Verzückung sind so laut, dass Emilies Mutter Doris, genannt Daisy, auf der anderen Seite der Wand, wo die religiöse Fanatikerin sich ihren Privatschrein aufgebaut hat, beim Beten geradezu brüllen muss, um die beiden zu übertönen.
Die rächen sich, unbeabsichtigt, auf ihre Weise. Als Georg Emilie einmal besonders heftig gegen die Wand, pardon, bumst, fällt nebenan das riesige Kruzifix herab und begräbt Doris unter sich. Diese Szenen hat Marcus H. Rosenmüller, der wichtigste Protagonist des neuen bayerischen Heimatfilms, konfrontativ gegeneinander geschnitten und einmal gar Beten und Beischlaf in einem Breitwandpanorama nebeneinander gesetzt. Das Katholische und der Koitus, die Liebe zur Heimat und eine beißende ätzende Kritik an ihrer Heuchelei und Doppelmoral, das ging in Bayern immer schon ganz gut zusammen.
Schon in seinem Debüt „Wer früher stirbt ist länger tot“ hat Rosenmüller eine scheinbar harmlose Kindergeschichte und Milieustudie mit viel Humor, aber unter der ständigen Drohung des Fegefeuers verfilmt und sich seither mit viel Herzblut, aber eher wenig kommerziellem Erfolg nördlich des Weißwurst-Äquators seinen regional inspirierten Lieblingsthemen gewidmet: der Lust und dem Leid des Erwachsenwerdens und den Skurrilitäten der bayerischen Provinz.
Party-People: Prost, Papst!Als Zugpferd seiner neuesten Arbeit konnte Rosenmüller Christian Ulmen gewinnen, der bekanntlich in Hamburg aufgewachsen ist und als Hauptdarsteller die Dialekthürde für das gesamtdeutsche Publikum gewaltig herunterschraubt. Denn den Georg, den hat auch erst das Skifahren und dann die Liebe in den Ort gebracht – und jetzt sitzt er mit dem Papst, jawohl, in seiner Wirtsstube und erzählt ihm, wie es dazu gekommen ist, dass er jetzt mit dem Papst in seiner Wirtsstube sitzt.
Regie: Marcus H. RosenmüllerGenre: KomödieFilmstart:
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Manche wollen ja auch schon Nessie gesehen haben. ;)