Ein Werwolf-Film, in dem das Wort nur zweimal genannt wird, ist sicher ungewöhnlich. Der Ansatz von „Wer – Das Biest in Dir“ ist es auch. Der Film von „Devil Inside“-Regisseur William Brent Bell ist kein reinrassiger Found-Footage-Film. Er benutzt die Mechanismen, erweitert sie jedoch durch eine belebtere, flüssigere Kamera und musikalische Untermalung. Das ist ein Ansatz, den man hinnehmen muss, ist das Ganze doch weder Fisch noch Fleisch. Aber es macht „Wer – Das Biest in Dir“ deutlich leichter goutierbar.

Wer - Das Biest in dir - Exklusive Szene: "Was im Wald geschah"Ein weiteres Video

In einer französischen Gemeinde geschieht ein schrecklicher Mord. Ein Vater und sein Sohn werden von einer Bestie zerrissen, die Mutter überlebt verletzt. Sie beschreibt einen großgewachsenen, schwer behaarten Mann, der für den Mord verantwortlich sein soll. Die Polizei beginnt mit den Ermittlungen und verhaftet schließlich Talan Gwynek.

Wer - Das Biest in dir - Unsere Empfehlung: der beste Werwolf-Film des letzten Jahrzehnts

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"Wer - Das Biest in Dir" erscheint am 14. Oktober auf Blu-ray und DVD.
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Die Anwältin Kate Moore nimmt sich des Falls an und will erst nicht glauben, dass Talan für die Tat verantwortlich sein soll. Die Polizei ist sich da jedoch gänzlich sicher. Da er an einer Krankheit leidet, sollen medizinische Tests belegen, dass er nicht der Täter sein kann. Doch diese Tests laufen gänzlich schief, Talan flippt aus, flieht und richtet ein Blutbad an. Ist er mehr als nur ein Mensch?

Ein Wolfsmensch

Ankreiden muss man dem Film vielleicht, dass er sich irgendwann entscheidet, zu abrupt seine Position zu wechseln. In der ersten Hälfte bezieht der Film vor allem daraus seine Spannung, weil die Frage im Raum steht, was Talan Gwynek eigentlich ist. Im Grunde deutet nichts auf Übernatürliches hin. Vielmehr macht sich der Film die größte Mühe, glaubhaft zu erklären, warum Talan nicht der Killer sein kann.

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In Sachen Spannung weiß der Film durchaus zu überzeugen.
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Aber dann macht „Wer – Das Biest in Dir“ eine Kehrtwende und lässt jede Ambivalenz fallen. Angesichts dessen, was dann gezeigt wird, herrscht gar kein Zweifel mehr. Aber das war im Grunde auch nach dem Trailer schon klar, der mehr als eindeutig Stellung bezieht, in welche Gangart der Film verfällt.

Das ist aufregend gestaltet, weil man sich auch einer typischen Werwolf-Klassifizierung enthält. Das Monster hier hat menschliche Züge, aber eben nicht ganz. Hier wurde mit praktischen Effekten gearbeitet, die wirkungsvoll gestaltet sind.

Gruselig

Nach den „Twilight“-Wölfen, den „Underworld“-Lykanern und dem lustigen „Wolfcop“ schafft „Wer“ etwas, das man schon fast für unmöglich gehalten hätte. Er macht Werwölfe wieder gruselig und angsteinflößend. Das funktioniert hier sogar noch mehr, weil es eben nicht die typische Wolfskreatur ist, die hier ihr Unwesen treibt. Aber wie der mehr oder minder menschlich wirkende Talan auf die Menschen in seiner Umgebung losgeht, ist imposant.

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The Wolf Among Us: Was hat es mit dem mysteriösen Talan auf sich?
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Besonders die Szene in dem Untersuchungsraum, als er sich verändert und auch immense Kraft offenbart, ist phantastisch gestaltet und nutzt die Möglichkeiten des Found-Footage-Stils sehr effektiv.

Der Film baut dabei die Spannungskurve konsequent aus, übertrifft dabei aber auch gängige Found-Footage-Filme, die das wirklich Spannende zumeist erst in den letzten Minuten bieten. „Wer – Das Biest in Dir“ ist in der zweiten Hälfte hingegen immens rasant, hat coole Effekte, schöne Stunts und nutzt den mythologischen Unterbau perfekt. Sogar eine Überraschung gibt es im Finale noch, auch wenn sich diese im Verlauf des Films ankündigt.