„Wenn ich bleibe“ basiert auf einem erfolgreichen Roman, ist aber immerhin mal keine Young-Adult-Novel, in der es um Action und dergleichen geht. Stattdessen geht es um richtig, richtig viel Herzschmerz. Ein Film der einfachen Holzhammer-Botschaften, bei dem der Kitsch in Massen geboten wird.

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Mia Hall (Chloe Grace Moretz) ist verliebt – in den Musiker Adam (Jamie Blackley). Es ist die große Liebe. So groß, wie sie bei Teenagern eben sein kann. Mia ist eine begnadete Cello-Spielerin und hat sich an der renommierten Juillard-Schule beworben. Würde sie angenommen, hieße das aber auch, dass sie Adam verlieren wird, würden sie dann doch 3.000 Meilen trennen.

Wenn ich bleibe - Hit-Girl ist verliebt … und liegt im Sterben

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Der Film läuft am 18.09.2014 in den deutschen Kinos an.
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Noch wartet Mia auf den Brief, der ihr verkündet, ob sie angenommen wurde oder nicht. Doch sie erhält ihn nicht mehr, denn just an diesem Tag gibt es einen verheerenden Autounfall. Mia und ihre Familie werden schwer verletzt, lange sieht es so aus, dass sie den Tag nicht überleben wird. Aber Mias Geist ist wach. Er beobachtet alles von außen, sieht, wie um das Leben ihrer Familie gekämpft wird und erhält von einer Krankenschwester die Worte, die über alles entscheiden: Letzten Endes liegt es an Mia selbst, ob sie leben oder sterben will.

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Geh nicht in das Licht

Die außerkörperliche Erfahrung von Mia ist schon schwer genug zu schlucken, wenn sie dann aber auch noch auf ein helles Licht zugeht, schlägt es Dreizehn. Man kann „Wenn ich bleibe“ auch als ganz penetrante Anbiederung an christliche Dogmen sehen, ein Glaubensfilm, der im amerikanischen Bible Belt sicherlich gut ankommt, außerhalb aber die Zuschauer doch einigermaßen nerven wird.

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Chloë Grace Moretz spielt toll; der Film ist trotzdem kaum zu ertragen.
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Das liegt nicht an den Schauspielern, die sich in ihren Rollen wirklich gut schlagen, allen voran Moretz, die Mia als eine liebenswerte, aber scheue Figur anlegt, die sich in ihrer Familie, aber auch unter anderen immer fremd fühlte. Die Liebe zu Adam wird süß und sauber dargestellt, so wie man das bei einem amerikanischen Film erwarten kann.

Noch am Ungewöhnlichsten sind sicherlich Mias Eltern, alte Rocker, die ihre Tochter ermutigen, den sprichwörtlichen Stock aus dem Arsch zu ziehen. Das klappt dann auch, wie man in vielen, vielen Rückblenden zu sehen bekommt.

Zuckersüßer Kitsch mit Teenie-Romanze und Nahtoderfahrung. Schön gefilmt, aber fast unerträglich.Fazit lesen

Hin und her

Die Erzählweise ist etwas uneben. Sie ist linear, aber auf zwei Ebenen. Einerseits hat man die Geschichte im Krankenhaus mit der ums Überleben kämpfenden Mia und ihrer Geist-Version, andererseits die Rückblicke darauf, wie Mia Adam kennen- und lieben lernte. Diese Rückblicke sollen durch das Wissen um die gegenwärtige Handlung aufgeladen werden, wirken aber dennoch relativ kraftlos.

Kino - Die größten Filmfehler der Filmgeschichte

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Familie über alles

Nicht nur die christliche Botschaft, auch die vom Wert der Familie wird hier dem Zuschauer mit einem Vorschlaghammer eingebläut. Sicher, gerade die Message, dass Familie alles ist, ist schön und gut, aber etwas weniger aufdringlich wäre hier durchaus auch in Ordnung gewesen.

Zumal hier ganz tief in die Klischeekiste gegriffen wird. Es ist fast grausam, wie sehr hier nach Schema 'F' die Checkliste abgearbeitet wird, um eine emotionale Reaktion beim Zuschauer hervorzurufen. Das gelingt nur bedingt, zumeist lässt dieser Malen-nach-Zahlen-Herzschmerz ziemlich kalt.