Regisseur Joe Dante war vielleicht nie einer der größten Filmemacher, wenn es um den reinen Erfolg geht, weil er immer etwas abseits des Mainstreams stand. Das merkt man sogar seinen größten Hits, den „Gremlins“, an, aber die sind lange her. Und um Dante ist es still geworden. Nur alle paar Jahre meldet er sich mit einem kleinen Genre-Film zurück. Diesmal ist es „Weg mit der Ex“, eine amüsante Horrorkomödie, die ihm nicht nur die Gelegenheit gibt, auch Dick Miller mal wieder zu beschäftigen, sondern auch und gerade von Dantes Liebe für das Genre lebt. Er zitiert und referenziert – für jeden Horrorfan ist das ein ganz großer Spaß.

Weg mit der Ex - Trailer (deutsch)

Max (Anton Yelchin) arbeitet in einem Gruselladen, träumt aber davon, irgendwann seinen eigenen Shop eröffnen zu können. Seine Freundin Evelyn (Ashley Greene) ist hingegen voll auf dem Ökotrip, zwingt ihm veganes Essen auf, interessiert sich nicht für seine Leidenschaft für Horrorfilme und gestaltet die gemeinsame Wohnung zur grünen Zone um. Max reicht es, weswegen er mit ihr Schluss machen will, doch just bevor wird Evelyn überfahren und stirbt.

Weg mit der Ex - Sind Zombies vegan?

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Der Film erscheint am 23.07.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Damit könnte eigentlich alles erledigt sein, da Max mit der horroraffinen Olivia (Alexandra Daddario) eine Frau getroffen hat, die wirklich zu ihm passt. Doch dann steht Evelyn wieder vor der Tür: als Zombie, der sich aus dem Grab herausgekämpft hat und nun ihr Leben mit Max wieder aufnehmen will. Was macht man da nur? Der Ex den Kopf abschlagen und den Zombie-Grusel ein für allemal beenden?

Zu alter Form

Gut, mit seinen ganz großen Filmen kann auch „Weg mit der Ex“ nicht mithalten, aber die Zombie-Komödie erinnert an Dantes schönste Filme, weil das Genre mit Respekt und sehr liebevoll behandelt wird. Es gibt jede Menge Nebengags, die sich nur Horrorfans erschließen. Das bereichert das Ganze, aber damit wird er für Gelegenheitszuschauer nicht weniger zugänglich.

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Was tun mit der Zombie-Ex?
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Dante hat zudem eine Geschichte gefunden, die abseits der üblichen Norm ist. So wie es diesem Filmemacher nun mal am besten liegt. „Weg mit der Ex“ ist eine Zombie-Geschichte, die sich vom Gros ähnlich gelagerter Streifen abhebt. Es gab schon Geschichten, die sich damit befassten, dass die Liebe nach dem Tod weitergeht – man denke an „Life after Beth“ –, aber „Weg mit der Ex“ bewegt sich dennoch in andere Richtung. Auch und gerade, weil für die Hauptfigur das Happyend eigentlich mit dem Tod der Freundin kommt.

Nicht nur für Romantiker

Was nun klingt, als wäre es eine Romcom – oder besser noch: eine Zomcom –, der irrt ein wenig. Denn allen Irrungen und Wirrungen zum Trotz geht es doch weiterhin um Zombies. Und was deren Leib-und Magenspeise ist, muss man niemandem erklären, weswegen es auch ein paar blutige Sequenzen gibt. Die sind nie bösartig oder brutal gestaltet, aber sie verleihen der ansonsten vielleicht etwas zu harmlos wirkenden Geschichte ein gewisses Flair.

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In erster Linie lebt „Weg mit der Ex“ aber von den gut aufgelegten Schauspielern. Yelchin spielt zurückhaltend, er porträtiert Max als jungen Mann, der in den Umständen gefangen ist – und keine davon gefällt ihm. Ashley Greene versteht es wiederum schön zu nerven, aber sie versteht es, beim Zuschauer auch Mitgefühl zu erzeugen, da sie allem zum Trotz nur versucht, die Liebe am Leben zu erhalten. Und Alexandra Daddario ist der Traum jedes Horrorfans.