Die Verfilmungen von Comics schrecken schon seit langem nicht mehr vor der Darstellung heftiger Gewaltszenen zurück. Wer sich „Sin City“ oder „The Dark Knight“ ansah, kann das bestätigen, auch wenn bei letzterem die Gewalt stärker der eigenen Fantasie überlassen war. Vor harten Vergewaltigungsszenen schreckt man aber auch dort meist zurück, schließlich stellt die ins Grausame umgekehrte, an sich positiv belegte Sexualität, für viele einen deutlich extremeren Tabubruch dar.


Manch ein Fan guter Comicverfilmungen mag sich eventuell noch an „The Crow“ erinnern, welcher mit Rückblenden aufwartete, in denen eine Gangsterbande über die Freundin des Protagonisten herfällt. Doch so heftig wie in „The Watchmen – Die Wächter“ dürfte auch diese Szene nicht ausgefallen sein.

Der Film überträgt nämlich eine komplette Übergriffsszene des Comics nicht nur vollständig auf die Leinwand. Er räumt dem Geschehen einer sexuellen Attacke sogar mehr anteilige Filmzeit ein, als der Comic der entsprechenden Szene an Seiten zugesteht. Die Darstellerin Carla Gugino, die in der Rolle des „Watchmen“-Mitgliedes „Sally Jupiter“ von ihrem Wächter-Kollegen „Comedian“ fast vergewaltigt wird, sagte gegenüber MTV News dazu Folgendes:


„Es war sehr brutal. Es war brutal zu drehen. Dies war eines der Dinge, die mir Zack von Anfang an gesagt hat: ‚Ich will das richtig gewalttätig werden lassen. Es ist nicht als antörnender Part des Plots gedacht. Es ist furchtbar.’ Es ist wichtig, dass wir das so umgesetzt haben, ich denke es wird einen sehr großen Eindruck hinterlassen.“

Egal wie unangenehm es auch für sie war, laut Gugino soll dies eine Szene sein, die definitiv in den Film gehört. So viel des späteren Plots führt auf diese Attacke zurück, vor der „Sally Jupiter“ letztlich nur durch das Eingreifen eines weiteren Watchmen gerettet wird. Ihr Rückzug aus dem Heldenleben, ihr Selbstbild als Sexsymbol so wie eine spätere freiwillige erneute Annäherung an den „Comedian“.

„Es gibt einem viel Information über sehr viele thematische Aspekte im Film und in der Comicfassung. Nicht nur für ihren Charakter sondern auch für den des ‚Comedian’ und [ihrer Tochter] Laurie. Viele Dinge begründen sich auf diese spezielle Situation.“, so Gugino.