Dass man bei Tiberius mitunter ziemlich schmerzbefreit ist, haben im Lauf der Zeit Amateurstreifen á la „Bloody Birthday“ oder „The Black Knight“ gezeigt. Wenn das Cover gut genug ist, dann schreckt man nicht davor zurück, auch den übelsten Trash unters Volk zu bringen. Und das Cover von „Wasteland“ sieht schon ziemlich cool aus.

Wasteland - Am Ende der Menschheit - Deutscher Trailer

Die Endzeit ist da, die Welt zu einem wüstenähnlichen Ort geworden. Sandstürme haben die Erde zu einem Wasteland gemacht. Die Bevölkerung wurde merklich ausgedünnt, die wenigen Überlebenden müssen immer auf der Hut sein, da man nie sicher sein kann, ob und wie weit man anderen trauen kann. Keo und seine Familie leben abgeschieden von anderen Menschen, als Caine mit seinen Leuten zu seiner Farm kommt. Caine ist ein religiöser Eiferer, der mit seiner Sekte durch die Lande zieht, mordet und vergewaltigt – und seine Opfer bisweilen auch auffrisst.

Wasteland - Am Ende der Menschheit - Mutanten, Monster, Meuchelmörder – in der Endzeit lebt sich’s ungemütlich

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Wasteland erscheint am 03.07.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Keo muss mit ansehen, wie seine Frau vergewaltigt und ermordet wird. Danach schießt Caine auf ihn und lässt ihn zurück, während er Keos Sohn Jacob entführt. Aber Keo hat überlebt. Über Jahre hinweg jagt er Caine. Nur der Gedanke an Rache hält ihn noch aufrecht.

Mad Max für Arme

Dass Filmemacher Kantz (Vornamen hat er keinen, so etwas brauchen coole Künstler nicht) „Mad Max“ genau studiert hat, merkt man seinem Low-Budget-Streifen an. Aber nicht nur das, auch „Cyborg“ wird zitiert. Oder zumindest hat es den Anschein, die Storykrücke von der gemeuchelten Familie ist aber eh ein Standard des Subgenres und wird häufig als Katalysator für die Action benutzt. So haben es auch die Italiener bei ihren Steinbruch-Endzeitfilmen in den 80er Jahren gehalten. Da ist es für Kantz nur recht und billig, in die gleiche Bresche zu schlagen.

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Tja. Mad Max als Vorlage zu nehmen macht noch keinen guten Film.
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Ein paar Neuerungen gibt es dann aber wenigstens schon noch: Mutanten, die durch das Wüstenland streifen und Leute fressen. Immerhin sehen die Mutanten – siehe das Cover – einigermaßen interessant aus.

Dass einer von Caines Leuten eine Eishockeymaske trägt und damit an den Humungus aus „Mad Max 2“ erinnert, ohne natürlich auch nur ein Jota von dessen Coolness zu haben.

Die Synchro wird dem Bild gerecht

„Wasteland“ sieht unglaublich billig aus. Der Videolook lässt das Ganze noch schäbiger aussehen, als es das ohnehin schon tut. Um die halbgaren Kostüme und Ausstattungsgegenstände nicht zu sehr auffallen zu lassen, setzt Kantz auf Nahaufnahmen. Immer schön ran ans Gesicht, dann sieht man wenigstens nicht, wie günstig alles aussieht – das war wohl der Hintergedanke dabei.

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"Wasteland" ist jetzt schon einer der schlechtesten Filme des Jahres.
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Aber damit nicht genug, mehr als einmal schafft es Kantz, die Kamera so irre einzusetzen, dass abgeschnittene Köpfe zu bewundern sind. Es hat fast den Anschein, als wäre der Kameramann blind gewesen, oder hätte unter Schüttelfrost gelitten, so irre wackelt das Bild.

Als wenn das Bild noch nicht schlimm genug wäre, hat man bei der Synchronisation offenbar auf ein ganz günstiges Studio gesetzt. Das unterirdische Minenspiel der Hauptdarsteller wird hier durch eine ausdrucklose Synchronisation abgeschmeckt. Na wenigstens kann man nicht sagen, dass das eine besser wäre als das andere.

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Keo (Garret Sato) auf Rachekurs.
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Sex und Gewalt

Gibt es beides, ist aber nicht weiter nennenswert. Die Action ist Marke Eigenbau. Man muss sich das so vorstellen: Ein paar Freunde wollen einen Film drehen, haben aber keine Ahnung, wie das geht. Action-Choreographie? Stunts? Das sind Fremdwörter. Man tut einfach so ein bisschen, als würde man kämpfen. Genauso stellt sich die Action in „Wasteland“ dar.

Würde das nicht so unendlich traurig aussehen, man könnte darüber lachen. Auf jeden Fall ist es jedoch peinlich, einen solchen Rohrkrepierer herzustellen. Aber noch peinlicher ist es sicherlich, dafür auch noch eine Lizenz zu erwerben.