Gerade machten noch die Schlagzeilen die Runde, Warcraft: The Beginning sei die erfolgreichste Videospielverfilmung aller Zeiten, auch dank der gigantischen Einnahmen in China. Doch nun kommen Zweifel auf.

Warcraft: The Beginning - Sind die Mega-Einnahmen in China gefälscht?

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Ist Warcraft: The Beginning doch nicht der erhoffte Mega-Hit in China?
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Warcraft: The Beginning ein Riesen-Hit in China? Das klang so normal wie das Amen in der Kirche, immerhin haben die Chinesen schon so manch einer Hollywood-Produktion entweder über die Zielgerade verholfen (Pacific Rim) oder zum Milliarden-Blockbuster gekürt (Transformers: Ära des Untergangs). Bedenkt man hinzu noch, dass China ein Land voller MMO-Begeisterte ist, klang es fast schon natürlich, dass Regisseur Duncan Jones' Warcraft: The Beginning in China zum Erfolg avanciert.

379 Millionen Dollar konnte der Film weltweit bereits einspielen, davon über 200 Millionen Dollar allein in China - einsame Spitze, denn selbst in den USA versank das Warcraft-Schiff mit nicht einmal 30 Millionen Dollar Einsspiel am Startwochenende.

Geistervorstellungen vor leeren Sälen?

In China brach Warcraft: The Beginning Rekorde und wurde mit über 150 Millionen Dollar innerhalb der ersten fünf Tage zum erfolgreichsten Filmstart aller Zeiten. In der zweiten Woche konnten immerhin noch knapp 25 Millionen Dollar eingespielt werden.

Nun das Interessante: 100 der landesweiten Kinos mit den meisten Einnahmen für Warcraft: The Beginning gehören zur Dalian Wanda-Kinokette. Und Dalian Wanda ist der Mutterkonzern von Legendary Entertainment, dem Produktionsstudio von Warcraft: The Beginning. Das chinesische Unternehmen kaufte Legendary Entertainment im Januar für 3,5 Milliarden Dollar. Ein Kinokomplex der Dalian Wanda Group in der Stadt Liuzhou hatte am Samstag im Schnitt 130 Kinobesucher pro Vorstellung. Das Kuriose hierbei: Die Stadt wird derzeit von heftigen Überschwemmungen heimgesucht. Weite Teile der Millionenstadt sind betroffen. Derzeit herrschen die schlimmsten Überflutungen des Landes seit 20 Jahren. Wer geht da ins Kino?

Dalian Wanda hat aufgrund der rasch zunehmenden Vorwürfe des Betrugs ein Statement veröffentlicht, in dem die hohen Besucherzahlen damit erklärt werden, dass man massiv die Werbetrommel für den Film gerührt habe. Allerdings profitiert Dalian Wanda als börsennotiertes Unternehmen am meisten von einem guten Abschneiden des Films in China.

Zudem wäre es nicht das erste Mal, dass ein Distributor die Zahlen fälscht. Erst im März bestrafte die chinesische Regierung den Distributor Max Screen für die Manipulation der Zahlen bei Ip Man 3. Das Unternehmen darf einen Monat lang keine Filme mehr veröffentlichen. Der Grund: Es hatte Tickets im Wert von 8,61 Millionen Dollar aufgekauft und so für 7600 sogenannte Geistervorstellungen gesorgt, die zum Box Office beitrugen.

Im Fall von Warcraft: The Beginning steht es noch nicht fest, aber sollten die Zahlen manipuliert sein, dürfte Prince of Persia vielleicht wieder auf den Thron zurückkehren als erfolgreichste Videospielverfilmung aller Zeiten.

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