Regisseur Duncan Jones und Orgrim Schicksalshammer-Darsteller Robert Kazinsky waren auf der PAX East und sprachen über Warcraft: The Beginning.

Warcraft: The Beginning - Robert Kazinsky: Man kann keine Hunderte an Game-Story in 90 Filmminuten packen

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Menschen und Orks müssen sich verbünden, um zu bestehen
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Videospielverfilmungen sind keine leichte Aufgabe. Ist man zu nah am Original, wird den Filmemachern mangelnde Kreativität vorgeworfen. Entfernt man sich zu sehr davon, sind die Fans ebenfalls enttäuscht. Und dennoch versuchen es Hollywoodstudios immer wieder, erfolgreiche Spiele zu verfilmen. In diesem Jahr erscheint das lange angekündigte Warcraft: The Beginning. Für das Team rund um Regisseur Duncan Jones, viele von ihnen selbst große Fans der Reihe, ist bereits klar: sie können es nicht jedem recht machen.

Auf der PAX East sprachen Jones und Robert Kazinsky (Orgrim Schicksalshammer) über die Dreharbeiten, ihre Strapazen und was sie zu erreichen versuchten.

"Historisch gesehen sind Videospielverfilmungen scheiße"

Diese Meinung Kazinskys dürften viele teilen. Nur selten gelingt es einer Videospielverfilmung, für sich allein zu bestehen. "Spiele haben sich verändert", so Kazinsky. "Früher hatte man Mario, der Prinzessin Peach rettete. Man dachte sich, 'Wie sollte man daraus einen 90-minütigen Film machen?' Und sie machten daraus eine richtig beschissene Storyline."

Doch auch die Evolution der Spiele berge eine Tücke für Filmemacher. Nun sind Spiele wie Assassin's Creed, Mass Effect und Fallout viel zu komplex geworden, um daraus einen Film zu machen. Vom Regen in die Traufe.

"Man kann keine Hunderte Stunden an Storyline nehmen und sie in einen 90-minütigen Film pressen. Was Jones und Legendary Entertainment und all die anderen taten, und das ist ziemlich klug, sie haben es gar nicht erst versucht."

Helden auf allen Seiten

Für Regisseur Jones war das Besondere an der Warcraft-Reihe immer der Umstand, dass Blizzard keine bloße Schwarz/Weiß-Malerei betrieb - jede Seite habe ihre Helden. Als er den Posten von Sam Raimi übernahm, war davon aber rein gar nichts im Drehbuch zu sehen. Ein Fehler, wie er befand. Und etwas, das er behob.

"Was sie im Fantasy-Genre einführten, ist meiner Meinung nach die Vorstellung von Helden auf allen Seiten. Eine Seite nicht notwendigerweise als gut oder böse zu betrachten. Stattdessen sind es zwei unterschiedliche Seiten, zwei unterschiedliche Perspektiven auf einen unausweichlichen Krieg."

Wunderbar reale Orks

Eine Angst, die Kazinsky den Fans ebenfalls nehmen will, ist jene, dass die Orks wie deplatziert wirken. Das war eine Angst, die auch er zu Beginn teilte.

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Das Team hat viel Wert auf realistische Orks gelegt
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"Ich meine, wir trugen diese dummen Pajamas und alle konnten deinen Penis sehen, und man hatte diesen riesigen Helm auf... und dann war da diese Sorge, dass sie nur so aussahen wie... nicht dass die Uruk-hais [Herr der Ringe] schlecht aussahen, aber die Technologie ist nicht stehengeblieben, nicht? Also was, wenn sie so ausgesehen hätten? Wisst ihr, mit all dem Make-up und den Prothesen. Und dann, eines Tages, als wir ans Set kamen, zeigte uns Jeff White [ILM Effects Supervisor] das fertig gerenderte Gesicht von mir. Und jede Sorge, die ich zu dem Zeitpunkt hatte, war verflogen."

Tatsächlich sei das gesamte Team inklusive Regisseur Jones dermaßen begeistert gewesen, dass die Ausrichtung des Films zugunsten der Orks verändert wurde.

"Die Zuversicht, die wir dank ILM erhielten, eine der ersten Einstellungen im Film ist ein Close-Up auf Durotan. Und wir sitzen einfach auf ihm - nun, nicht buchstäblich, ich meine, die Kamera hält auf ihm drauf - zehn Sekunden lang in einem Close-Up. Wir sind einfach da und schauen seinen Ausdruck an, als er seine schlafende Frau betrachtet. Und diese zehn Sekunden sind alles, was das Publikum braucht, um in seinen Augen zu versinken und zu sagen, 'Ich verstehe, wer dieser Charakter ist', und er ist nicht mehr länger nur ein Monster."

Synopsis

In Azeroth, dem Reich der Menschen, herrscht seit vielen Jahren Frieden. Doch urplötzlich sieht sich seine Zivilisation von einer furchteinflößenden Rasse bedroht: Ork-Krieger haben ihre, dem Untergang geweihte, Heimat Draenor verlassen, um sich andernorts eine neue aufzubauen. Als sich ein Portal öffnet, um die beiden Welten miteinander zu verbinden, bricht ein unbarmherziger und erbitterter Krieg um die Vorherrschaft in Azeroth los, der auf beiden Seiten große Opfer fordert.

Die vermeintlichen Gegner ahnen jedoch nicht, dass bald schon eine weitere Bedrohung auftaucht, die beide Völker vernichten könnte. Statt sich zu bekämpfen, müssen sie nun zusammenhalten. Ein Bündnis wird geschlossen und zwei Helden, ein Mensch und ein Ork, machen sich gemeinsam auf den Weg, dem Bösen im Kampf entgegenzutreten – für ihre Familien, ihre Völker und ihre Heimat.

In Duncan Jones' Warcraft: The Beginning spielen neben Travis Fimmel als Anduin Lothar und Rob Kazinsky als Orgrim Doomhammer noch Ben Foster als Medivh, Toby Kebbell als Durotan, Daniel Wu als Gul'dan, Dominic Cooper als King LLane, Clancy Brown als Blackhand, Ben Schnetzer als Khdgar, Paula Patton als Garona, Ruth Negga als Lady Taria und Callum Keith Rennie als Moroes mit.

Warcraft startet voraussichtlich am 10. Juni 2016 in den hiesigen Kinos.