Die amerikanisch-malaysisch-japanische Koproduktion debütierte bereits im Jahr 2012 auf der San Diego Comic Con. Seitdem wurde sie nur auf wenigen Festivals gezeigt, nun kommt sie auch regulär ins Kino. In Deutschland wird sie von Kinostar vertrieben, so dass man den Film vornehmlich in den Kinos der eigenen Kette sehen wird.

War of the Worlds: Goliath - Deutscher Trailer

Kevin Eastman ist einer der Produzenten des Zeichentrickfilms „War of the Worlds: Goliath“. Bekannt ist er vor allem als ein Teil des Duos, das die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ ersonnen hat. Als ausführender Produzent hatte er mit dem vorliegenden Film wohl nicht zu tun. Ohnehin wirkt das Ganze – zumindest im Original – wie ein Klassentreffen von „Highlander“.

War of the Worlds: Goliath - Der Turtles-Erfinder präsentiert den Kampf gegen die Marsianer

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Die dunkelste Stunde der Menschheit... schon wieder.
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Geschrieben wurde das Drehbuch von David Abramowitz, der als Autor und Produzent für die „Highlander“-Fernsehserie zuständig war. Er hat auch das entsprechende Stimm-Ensemble versammelt: Adrian Paul, Peter Wingfield, Jim Byrnes und Elizabeth Gracen sprechen hier. Bei „Highlander“ waren sie Duncan MacLeod, Methos, Joe Dawson und Amanda. Im Deutschen merkt man das nicht mehr, man hat leider die Möglichkeit versäumt, die Synchronsprecher von damals zu rekrutieren.

Die zweite Invasion

Es ist das Jahr 1899: Die Marsianer haben die Erde überfallen. Hunderte Millionen Menschen sterben, die Hauptstädte der Welt werden verwüstet, aber dann sind es kleine Bakterien, die den mächtigen Invasoren den Garaus machen. 15 Jahre später bereitet sich die Welt vor, eine erneute Invasion abzuwehren.

War of the Worlds: Goliath - Der Turtles-Erfinder präsentiert den Kampf gegen die Marsianer

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Das historische Alternativ-Szenario ist durchaus reizvoll.
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Zu diesem Zweck wurde A.R.E.S. gegründet, eine militärische Einheit, die über modernste Flugzeuge, eigene Tripods und Strahlenwaffen verfügt. Man hat in den vergangenen Jahren die Technologie der Marsianer studiert und auch selbst weiterentwickelt. Aber anders als die Marsianer begegnet die Erde ihren Feinden nicht in einer geeinten Front.

Es ist das Jahr 1914, in Europa wird der österreichische Erzherzog erschossen und die Länder des alten Kontinents rüsten zum Krieg. Sie interessieren sich nicht für das große Ganze, aber das große Ganze interessiert sich für sie. Als die Marsianer ihre zweite Invasion starten – mit besseren Waffen und immun vor den Bakterien – liegt es an den Soldaten von A.R.E.S., die Heimat zu verteidigen, damit die Länder dieser Welt auch weiterhin ihre kleingeistigen Konflikte austragen können, während die wahre Gefahr aus den Sternen kommt.

Die Animationen sind durchwachsen, die Geschichte bekannt, der Steampunk-Faktor inklusive Alternativwelt-Ansatz gefällt aber.Fazit lesen

Steampunk-Krieg der Welten

Die Geschichte ist nicht besonders originell. Sie stellt nur eine Variation der typischen „Krieg der Welten“-Verfilmungen dar, hat aber eines, womit sich dann doch gegenüber den Kollegen punkten lässt: Die Geschichte im Jahr 1914 anzusiedeln, kommt mit ganz neuen Möglichkeiten daher, da hier bekannte Figuren der Weltgeschichte dabei sind. Zudem ist es eine alternative Realität mit weit besserer Technik, als sie das Jahr 1914 wirklich bieten konnte. Das sorgt für eine interessante Optik.

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Action gibt es nicht zu knapp und die Kämpfe machen Spaß - aber viel Substanz ist nicht dahinter.
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Der rote Baron Manfred von Richthofen ist auch dabei und liefert sich ein famoses Luftduell mit einer marsianischen Flugmaschine. Derweil ist Teddy Roosevelt nicht Präsident der USA, sondern Kriegsminister und Leiter der A.R.E.S., und zudem noch ein echter Action-Held. So hat man Roosevelt garantiert noch nicht gesehen.

Interessanter Hintergrund

Die Geschichte im Jahr 1914 spielen zu lassen bringt den Vorteil mit sich, dass man sich auch mit den Ereignissen auf dem Kontinent befassen kann. Allerdings geschieht dies nur aus der Ferne, der Erste Weltkrieg, der hier droht, ein europäischer Krieg zu werden, soll etwas dramatisches Hintergrundrauschen bieten, allerdings dringt die Geschichte dafür nicht tief genug vor.

Kleingeistige Zwistigkeiten zwischen Ländern mag man nicht recht ernstnehmen, wenn die gesamte Welt nur 15 Jahre zuvor kurz vor der Auslöschung durch die Marsianer stand. Es ist zweifelhaft, dass sich Nordiren mit den Briten bekämpfen würden, um ihre Unabhängigkeit zu sichern, wenn zugleich die Auslöschung durch außerirdische Invasoren als Schicksal droht.

War of the Worlds: Goliath - Bilder zum alternativen Krieg der Welten

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Viel Kabumm!

Womit der Film wirklich punkten kann, das sind die recht dynamischen und groß gestalteten Schlachtensequenzen, die mit Verlauf des Films auch immer zahlreicher werden. Hier kommt die Mischung aus 2-D und 3-D-Animation auch am besten zur Geltung.

Der Film sieht in diesen Sequenzen richtig knackig aus. Die Animation der Figuren lässt indes zu wünschen übrig. Hier fühlt man sich an Zeichentrickserien der 1980er Jahre erinnert, aber über das Stadium sollte man im Jahr 2012, als dieser Film erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, schon hinaus sein.