„Wenn Die Gondeln Trauer Tragen“ – im Urwald. Mit Emmanuelle Béart als Julie Christie und Rufus Sewell als Donald Sutherland, die im thailändischen Dschungel ihr seit dem Tsunami vermisstes Kind suchen.

„Vinyan“ ist der zweite Film von „Calvaire“ Regisseur Fabrice du Welz und erneut muß man einiges schlucken. Weit jenseits konventioneller Thriller- oder Horrorstandards brodelt hier ein psychotischer Fiebertraum, dessen düstere Atmosphäre ständiger Bedrohung nur schwer greifbar ist.

Der Film wird getragen von seinen starken, eindringlichen Bilder und dem hypnotischen Score von François-Eudes Chanfrault (bekannt durch seine ebenso tolle Musik für „Inside“). Kino ist hier weniger „von a nach b“, sondern ein wilder Rausch, eine nach allen Seiten offene Momentaufnahme absoluter Extremität.

„Vinyan“ lief dieses Jahr auf den Festivals in Toronto und Venedig und wurde mit teils euphorischen Kritiken gefeiert. Die Erneuerung des Horrorgenres muss weh tun und an den Nerven zerren, und anscheinend ist sie schon in vollem Gange.

Der deutsche Start steht noch nicht fest, dürfte aber auf jeden Fall im Laufe des nächsten Jahres passieren.