David Fincher ist schon der Dritte, der den womöglich bekanntesten Krimistoff der vergangenen Jahre erzählt. Doch er hat die pessimistische Atmosphäre der Vorlagen noch ein wenig pessimistischer gemacht und liefert einen beklemmenden, auf höchstem Niveau inszenierten Thriller ab.
Düster und stilistisch souverän – David Fincher gelingt eine eindrucksvolle Neuinterpretation.FazitHollywood geht gerne auf Nummer sicher – und das Publikum offensichtlich auch. Zwischen „Fluch der Karibik“ zwo bis vier, „Twilight“ und „Harry Potter“ gab es gerade in den vergangenen Jahren nur wenige erfolgreiche Stoffe, die ganz neu fürs Kino entwickelt worden waren. „Verblendung“ scheint diesem Trend nun die Krone aufzusetzen: Aus der Romantrilogie von Stieg Larsson um den Journalisten Mikael Blomkvist und die Hackerin Lisbeth Salander wurde eine in Larssons Heimatland Schweden produzierte Filmtrilogie, die nun in Gänze für den amerikanischen Markt neu aufgelegt wird. Doch David Finchers Version funktioniert verblüffend gut – weil der Regisseur ein eigenes, schlüssiges ästhetisches Konzept entwickelt hat. Und weil er dabei eben ganz und gar nicht auf Nummer sicher geht.
Schon der grandiose Vorspann verdichtet dieses Konzept und ist doch ein Kunstwerk für sich. In unterschiedlichen Schattierungen von Grau und Schwarz entspinnt sich ein infernalischer assoziativer Bilderstrom. Lange Ölfäden rinnen über die Leinwand, entwickeln sich zu stacheligen Tentakeln, umklammern Geräte, Computertastaturen und fließen in menschliche Gesichter – eine Symbiose aus Fleisch und Technik, die an den visionären japanischen Film „Tetsuo“ von Shin’ya Tsukamoto erinnert.
Ein kantiger, rauer Kerl: Daniel Craig passt hervorragend in den Film.Dazu sägen die knarzigen Industrial-Riffs von Trent Reznor und Atticus Ross aus den Lautsprechern, die sich für den Soundtrack von Finchers „The Social Network“ bereits einen Oscar abholen konnten. So druckvoll und dominant wie zu den Credits bestimmt die Musik die Atmosphäre im weiteren Verlauf zwar nicht mehr. Doch gelingt es den Komponisten, selbst in leiseren, emotionalen Momenten stets noch einen Hauch an Dissonanz einzumischen, die Zeugnis ablegt von einer kranken, verkehrten Welt, in der sich die Handlung entspinnt.
Daniel Craig spielt Blomkvist, der gerade wegen Verleumdung verurteilt wurde, als ihn ein Angebot des Großindustriellen Henrik Vanger (Christopher Plummer) ereilt. Blomkvist soll für ein stattliches Gehalt Vangers Biographie schreiben. Vordergründig – in Wirklichkeit geht es dem alten Mann darum, das Verschwinden seiner Nichte Harriett aufzuklären, das seit Jahrzehnten an ihm nagt. So macht Blomkvist sich von Stockholm auf den Weg zu der Insel Hedeby, wo die überlebenden Mitglieder des Vanger-Clans leben.
Beinahe jedes seiner Settings hat Szenenbildner Donald Graham Burt, der für Fincher bei „The Social Network“ vorrangig moderne, unzweifelhaft amerikanische Innenräume von der Studentenbude bis zum weitläufigen Dotcom-Büropark gestaltete, als Metapher angelegt. Da gibt es das schlichte, funktionale Büro des Magazins „Millennium“, bei dem Blomkvist arbeitet, die von Holz dominierten, altmodisch eingerichteten Räume in Henrik Vangers Villa und die verschwenderischen, hochpolierten hellen Oberflächen in den Häusern der jüngeren Millionäre.
Blomkvist dagegen verschlägt es in eine Hütte ohne Heizung am Rande der Vanger-Siedlung, die so grau und kalt ist wie der winterliche Moloch Stockholms. Und die weiße Weite der Insel um ihn herum hat ebenfalls nichts Malerisches an sich, sondern nur das Raue, Abweisende einer gerade mal notdürftig zivilisierten Wildnis – auch Kameramann Jeff Cronenweth ist ein Veteran von Finchers Facebook-Film. Die Entscheidung, die Handlung in Schweden zu belassen und auch dort zu drehen, erweist sich nicht nur dank der eindrücklichen Naturkulisse als richtig.
David Fincher liefert wieder sehr stimmungsvolle, starke Bilder.Denn die furchtbaren Ereignisse, denen Blomkvist allmählich auf die Spur kommt, entwickeln eine besondere Sprengkraft unter dem Firnis der liberalen, vom sozialdemokratischen Konsens geprägten Mentalität des Landes. Es sei ein großer Fehler, die Vergangenheit zu verdrängen, sagt Harald Vanger, ein Anhänger der Nazis, einmal zu Blomkvist. „Sie meinen Ihre Familie“, fragt der zurück. „Schweden“ ist die Antwort.
Als Blomkvist die Recherche über den Kopf wächst, heuert er die Hackerin Lisbeth Salander an. Sie war von den Vangers schon damit beauftragt worden, Informationen über Blomkvist einzuholen, und befindet sich auf einer fortgesetzten Odyssee durch Jugendheime und Amtsstuben, die in einem grausamen sexuellen Übergriff gipfelt. Noomi Rapace war in den schwedischen Filmen ein Ereignis in dieser Rolle, sie brachte eine authentische Präsenz ein in diese versehrte, kratzbürstige, bisexuelle Eigenbrötlerin im zerfetzten Gothic-Look, die Rooney Mara in der Neuverfilmung ein wenig fehlt. Umso stärker ist sie in den Nuancierungen dieser schillernden Figur – darin, wie sie im kalten Blick der Salander eine unterschwellige Zartheit versteckt und im Vertrauen einen hartnäckigen Zweifel.
Regie: David FincherGenre:Thriller, KrimiFilmstart: Darsteller:Christopher Plummer, Rooney Mara, Daniel Craig
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Dann sah ich den Trailer im Fersehen und das war wien Schlag ins Gesicht, aber im positiven Sinne. Ich wollte diesen Film unbedingt sehen!
Letzten Samstag war es dann endlich soweit...und ich bin hellauf begeistert!
Ich muss zugeben, ich habe mich schon alleine davon einlullen lassen, dass in diesem Film so viele Schauspieler mitspielen, die ich gerne mag! xD"
Ich fand die ganze Atmosphäre des Films unglaublich toll...
Aber am Anfang fiel mir nicht gleich wieder ein, woher ich diesen Filmtitel kannte. Bis es mir wieder einfiel...
Dann habe ich mir einen Trailer zum Original angesehen und war so schrecklich enttäuscht. Keine Ahnung, was wäre, wenn ich mir den ganzen Film ansehen würde, aber schon beim Trailer hatte ich das Gefühl, die gute Grundeinstellung, die ich zum Remake hatte, könnte sich bei diesem Film nicht einstellen. Allein die Hauptdarstellerin hat mich mit ihrer Stimme im Trailer um den Verstand gebracht...Ich wollte nur noch weg..
Ja, vielleicht ist das auch ein bisschen oberflächlich, aber wenn ich mir einen Film ansehe, dann muss eben alles passen!
Ich bin froh, dass ich mir das Original vorher nie angesehen habe, sonst wär ich vielleicht aus Prinzip nicht in diesen Film gegangen.
Man merkt einfach die krassen Budgetunterschied und ich mag beide verfilmungen sehr gerne. Finchers Version ist dabei die leichter Verständliche, jedoch auch die weniger spannende, da hier recht offensichtlich ist, wer der Böse am Ende ist. Bei der erstverfilmung ist man da eher mehrfach auf eine falsche fährte geführt worden.
aber nur durch zufall mir diesen mit einem kumpel angesehen und bin relativ begeistert schon lange her das mich ein film so fesseln konnte. auch die relativ lange spielzeit mit 2 1/2 stunden ist nicht aufgefallen.
Hm...also den Fincher-Film wird man irgendwann mal gucken. Aber erst auf DVD dann.
Der Film IST ziemlich gut, sehr nahe an der Romanvorlage weniger nahe an dem orignalfilm aus schweden.
So oder so, ob es nun 3 oder 10 Teile sind, die Story ist in sich schlüssig und gott sei dank auch abgeschlossen, anders als R.R. Martin der für seine Ice und Fire Geschichten 6 Jahre pro buch braucht :-/
1. Es passieren Sachen die für die eigentliche Story ziemlich belanglos sind (z.B. Lisbeth Salanders Reise auf die Karibik wo sie eine Affäre hat und einen Mann überführt der jemanden ermorden will)
2. Ellenlange Produktbeschreibungen z.B. Möbel von Ikea, Apple-Laptop, Kaffeemarken, usw (bestimmt hat der Autor Geld von den Unternehmen bekommen)
3. Lisbeth Salander ist eine Mary-Sue der schlimmsten Sorte: sie ist hübsch, körperlich stark, super intelligent (hat ein Unternehmen um eine Milliarde erleichtert), reich und kann auch einen Bösewicht einschüchtern
Habs das Buch recht bald aufgegeben zu lesen
aber verblendung war als film ein thriller auf höchstem niveau.
leider war der zweite teil ziemlich langweilig, weshalb mir die lust auf den dritten vergang. vielleicht wirds ja diesmal was mit den fortsetzungen aber ich finde teil eins kann eh nicht mehr übertroffen werden
(und die sind in diesem fall allererste sahne)
muss ich dir zustimmen. Die Kameraführung war amateurhaft und meiner Ansicht nach hat dem Original-Film die Düsternis gefehlt. Es war mir zuviel Tatort-Atmosphäre. Nur die Schauspieler fand ich eigentlich ganz ok, auch wenn dieses Hohelied auf Noomi Rapace mir etwas auf den Senkel geht.
Ein Urteil über die neue Umsetzung kann ich noch nicht abgeben.
Über das Lob zum Film bin ich erstaunt, denn es geht mir wie Beodan, sämtliche Bilder und Auszüge, die ich bisher gesehen habe, sehen aus wie eine exakte Kopie der ersten Verfilmung. Anschauen will ich ihn mir ohnehin, vielleicht muss ich doch nicht mit Erwartungen im Negativbereich in Kino gehen?
wenn man sich den Trailer so anschaut sieht der Film aus wie eine 1 zu 1 Kopie. Bin ein bischen traurig das Fincher den gemacht hat.
Warum sollte man den angucken?
Alles was sich reimt ist gut, der Craig ist für mich aber ein alter Hut.
...alter Schwede, was für ein Zungenbrecher, Du,xD.