Für Jason Momoa ist „Vendetta Rider“ eine Herzensangelegenheit gewesen. In Interviews hat er sich häufig darüber geäußert, was ihn daran ansprach, warum er eine Geschichte erzählen wollte, die zeigt, wie Native Americans Opfer von Verbrechen werden. Das ist alles schön und gut. Ein ehrenwertes Anliegen, ein durchaus auch wichtiges Thema, aber der große Wurf ist Momoa nicht gelungen. Vornehmlich, weil er als Regisseur und Ko-Autor sein eigene Boss ist, aber eben noch nicht in der Lage, ohne Einfluss von außen den richtigen Weg zu beschreiten.

Vendetta Rider - Weg der Rache - Official Trailer

Robert Wolf (Jason Momoa) ist im Reservat aufgewachsen. Der Mojave-Indianer hat das Gesetz in die eigenen Hände genommen, nachdem seine Mutter vergewaltigt und ermordet worden ist. Er brachte den weißen Täter zur Strecke, wird nun aber vom FBI gejagt. Mit seinem Kumpel, dem abgehalfterten Musiker Cash (Robert Homer Mollohan, der Ko-Autor) reist er durch die Weiten Amerikas.

Ein Ziel hat er auch vor Augen: den Nationalpark Teton Range, wo er die Asche seiner Mutter verstreuen will.

Vendetta Rider - Weg der Rache - 'Game of Thrones'-Fans aufgepasst: Khal Drogo kann auch Filme drehen

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Der Film erscheint bei uns am 26.08.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Die Straße nach Paloma

Der deutsche Verleih hat sich sicherlich etwas gedacht, als er den Film „Vendetta Rider“ titelte. Hauptsächlich wohl, dass das nach Action klingt, dass es markig ist, dass es die Fans von Khal Drogo anzieht. Der eigentliche Titel verspricht da schon anderes: „Road to Paloma“. Das klingt nach einem Reisevideo, und ganz so schlimm ist der Film nicht, aber wirklich punkten kann er tatsächlich nur bei den herrlichen Landschaftsaufnahmen.

Die Arbeit des Kameramanns ist das Beste am Film, die des Cutters durchaus auch. Mit Hilfe schneller Schnitte wird kaschiert, dass die Actionsequenzen eher schwachbrüstig inszeniert sind. Wenn Schläge meilenweit am Kopf vorbeigehen und einfach ins Leere gehen, dann kann das nur stakkatoartiger Schnitt verbergen. Zum Teil zumindest, wer genau hinsieht, merkt schon, dass Momoas Stärke Action nicht ist.

Packshot zu Vendetta Rider - Weg der RacheVendetta Rider - Weg der Rache

Das ist umso erstaunlicher, da er sowohl als Khal Drogo als auch als Conan und natürlich als Gegner von Sylvester Stallone in „Shootout“ mehr als genügend Erfahrung in Sachen Action gesammelt hat. Es ist aber ohnehin nicht so, dass „Vendetta Rider“ ein reinrassiger Actionfilm wäre.

Wer hier Action erwartet, wird bitter enttäuscht. Jason Momoa versagt als Autor, Regisseur und Darsteller in Personalunion.Fazit lesen

Es gibt Action, in erster Linie wirkt der Film aber wie der Versuch seines Machers, einen kontemplativen Action-Streifen zu drehen.

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Jason Momoa auf der Flucht.
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Männlein und Weiblein

„Vendetta Rider“ wirkt weniger wie ein waschechter Film als mehr wie das Abschlussprojekt eines Filmstudenten. Da hilft es auch nicht, dass Momoa seine Frau Lisa Bonet als Wolfs Love-Interest besetzt hat, denn genau so verfahren auch Hobbyfilmer: Sie setzen Freunde und Verwandte ein.

Immerhin: Die Chemie stimmt natürlich, allerdings hat man häufig das Gefühl, dass die zwei weniger spielen als sich selbst darstellen. Das wiederum reist aus der Geschichte heraus, aber das ist nur ein kleinerer Makel. Denn richtig hineingezogen wird man in sie ohnehin nie. Der Film plätschert, ist nett anzusehen, aber frei von Substanz.

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Und am Ende…

So richtig kann sich „Vendetta Rider“ nie entscheiden, was er eigentlich sein will. Er prangert an, dass Verbrechen an Indianern nicht verfolgt werden, wenn aber ein Weißer im Reservat sein Leben aushaucht, dann kommt die Staatsmacht mit aller Gewalt daher. Das funktioniert halbwegs, häufig scheint der Film aber zu vergessen, dass er sich eigentlich dieses Themas annehmen wollte.

Da wird er dann eher zu einer indianischen Version von „Easy Rider“, ohne natürlich jemals dessen Brillanz zu erreichen. Stattdessen gibt es zahlreiche Szenen, die einfach ins Nichts führen, bis zu dem völlig unerwarteten Ende, auf das nichts in diesem Film hingedeutet hat.