Schweigi, Schweigi, deine Welt sind die Romantic-Comedys. Schweigi, Schweigi, denn bei denen bist du zu Haus. Grüne Oasen, flaue Charaktere im Sonnenschein … Schweigi, Schweigi, braucht keiner zum Glücklichsein – jodelihi!

Vaterfreuden - Offizieller TrailerEin weiteres Video

Korrekt gelesen, das ist eine Adaption des Intro-Liedes von Heidi. Denn der deutsche Schnuckelschauspieler Matthias Schweighöfer kann nicht nur Großstadt, sondern auch Bergalm.

Schweighöfer spielt Schweighöfer

Der Traum jedweder Schwiegermütter ist in seinem neuen Film „Vaterfreuden“ ein richtiger Öko! Immer mit dem Rad auf malerischen, strahlend grünen Landstrichen unterwegs, Sex ohne Kondom und sehr tierlieb. So tierlieb, dass er gefräßigen Frettchen sogar seine eigene Möhre mit süßem Honig verfeinert zum Naschen anbietet. Ansonsten bleibt jedoch alles beim Alten.

Vaterfreuden - Und täglich grüßt der Schweighöfer

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Der Schweighöfer ist wieder zurück. Aber ist das wirklich ein Grund zur Freude?
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Wie schon in „What a Man“, „Rubbeldiekatz“, „Schlussmacher“ und Keinohrküken … -hasen…-panda – was auch immer – spielt Matthias Schweighöfer die Rolle, die er am besten beherrscht: sich selbst. Damit das niemandem auffällt, nennt er sich in „Vaterfreuden“ aber nicht Matthias Schweighöfer, sondern Felix – und schon ist die Tarnung perfekt!

Der blondgelockte, nette und liebenswerte Durchschnittstyp von nebenan ist ein typischer Single vor dem Herrn: Keine Kinder, keine Beziehung, keine Verantwortung. Daher kann er auch einfach mal für die Geburtstagsparty seines Patenkindes den Job sausen lassen und trotzdem sein stilvolles Apartment bezahlen, ohne eine neue Anstellung suchen zu müssen. Felix hat es eben voll drauf!

Kastration durch Frettchen

Als jedoch plötzlich sein chaotischer Bruder Henne (Friedrich Mücke) vor seiner Tür steht, ändert sich schlagartig sein Leben. Henne bringt nicht nur das verwaiste Frettchen Karsten mit, sondern auch einen Kopf voller verrückter Ideen. So verdient Henne nämlich sein Geld als Samenspender und schlägt Felix vor, es ihm gleich zu tun. Gesagt getan, Felix verkauft sein Sperma und kann damit eine unbekannte Dame glücklich machen.

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Das wird gleich sehr weh tun.
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Bis dato wollte der Vorzeige-Single auch nichts von Familienleben wissen. Er hat eine Affäre nach der anderen und probiert dabei auch gerne Neues aus. Als bei einem seiner Sexabenteuer allerdings Karsten anstelle einer heißen Brünette sein bestes Stück probiert, verpasst das Frettchen diesem auch gleichzeitig den Todesstoß: Felix ist unfruchtbar.

Diese Hiobsbotschaft setzt ihm so dermaßen zu, dass er sich prompt aufmacht, um die Mutter seiner Spermaspende ausfindig zu machen – und trifft so auf die erfolgreiche Sportmoderatorin Maren (Isabell Polak), die er daraufhin ausgiebig stalkt. Und wie immer bei solchen Romantic-Comedys ist natürlich aller Anfang schwer, aber nach und nach kommt man sich näher. Wäre da nicht Marens Freund Ralph (Tom Beck), den sie eigentlich heiraten möchte …

Ein Film der Marke „Schweighöfer“. Jetzt noch vorhersehbarer, platter, monotoner und ausgelutschter als jemals zuvor!Fazit lesen

Wir können uns jetzt schon alle denken, wie das ausgeht. Denn das Rezept, nachdem Schweighöfer seine Filme dreht, verhält sich wie alte Familientraditionen: es wird sich niemals verändern ... Das trifft auch auf Schweighöfers Rollen zu. Wenn er über die Leinwand hüpft, sieht man nicht seine Rolle, sondern stets Matthias Schweighöfer. Seine Figur ist natürlich charmant, etwas chaotisch, liebevoll und bereit sich für die Liebe seines Lebens zu ändern.

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Humor an der Untergrenze. Danke Schweighöfer.
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Dass wir hier immer die gleiche Sülze vorgekaut bekommen, wäre sogar noch zu verkraften und unter dem Motto „Man weiß bei Schweighöfer eben, was man bekommt“ abzutun, wenn dafür der Rest des Films ansprechend wäre. Doch selbst mit dem Humor, der bei solchen romantischen Komödien essentiell ist, hat es der gute Herr Schweighöfer nicht so. Dieser geht - wie auch Michael Bully Herbigs „Buddy“ - in eine veralberte, amerikanische Richtung: kunterbunt, schadenfroh und flach.

Schweighöfer und die Chipmunks.
Hier wagt sich Matthias Schweighöfer zwar auf etwas neue Wege, indem er diesmal vieles cartoonartig inszeniert, wie zum Beispiel Hennes Rückblick-Episode, wie er in die Samenbank eingebrochen ist, oder, noch krasser, das Frettchen Karsten, dass schon fast an die Chipmunks erinnert. Animiert und mit großen, comichaften Augen, nimmt es menschliche Züge an, scheint Henne, wenn er mit ihm spricht, stets zu verstehen, und kommentiert mit seiner Mimik und albernen, cartoonesken Geräuschen auch die Situation. Dieser Sidekick wirkt jedoch recht fehl am Platz und sehr aufgesetzt, als wolle man auf Teufel komm raus noch irgendwie ein humoristisches Element hinzufügen, weil der sonstige Film es einfach nicht hergibt.

Auch neu sind die verdächtig und unnötig viele Aufnahmen von Landschaften, Parks und sonstigen Grünanlagen, die sich durch den Film ziehen und eine Filmförderung durch gewisse Ländereien vermuten lassen. Aber es kann natürlich auch sein, dass Herr Schweighöfer einfach mal eine Kameraführung á la Peter Jackson ausprobieren wollte. Diese zwar schönen Bilder lockern den Film jedoch nicht auf und harmonieren eher weniger mit dem vorliegenden Genre.

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Ein Film, den man getrost vergessen kann.
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Ebenso unharmonisch verhält es sich mit der Auswahl der Schauspieler: Friedrich Mücke kann als chaotischer und eigenbrötlerischer Henne zwar überzeugen und bildet ein echtes Unikat zwischen alledem, doch das fällt, aufgrund der schlechten Darbietungen von Matthias Schweighöfer und Isabell Polak, leider kaum ins Gewicht.

Es würde zu weit gehen, Schweighöfer als untalentiert zu bezeichnen, doch seine immerzu gleichen Sunnyboy-netter-Typ-von-Nebenan-Rollen sind so dermaßen ausgelutscht, dass sie nichts Neues mehr zur deutschen Filmlandschaft beitragen.

Isabell Polak hingegen scheint tatsächlich weitgehend talentfrei zu sein. Sie spielt sehr steif, spricht überaus monoton und klingt bei jeder ihrer Zeilen so, als würde sie ihren Text gerade vom frisch gedruckten Drehbuch ablesen. Auch wirkt sie in ihrer Rolle als Maren uncharismatisch und setzt kaum gezielte Zeichen für Felix, sich in sie zu verlieben.

Man weiß zwar von Anfang an, dass sein Herz für sie schlagen wird, aber eben nicht warum. Die schlichte Begründung, dass sie sein Kind austrägt, reicht normalerweise nicht für eine „Rom-Com“. Aber damit passt auch dieser Makel zum gesamten Rest des Films: Er reicht einfach nicht für eine gute Unterhaltung.