15 Jahre nachdem Regisseurin Amy Heckerling und Schauspielerin Alicia Silverstone „Clueless“ drehten, arbeiteten sie erneut zusammen. Es dauerte dann jedoch noch zwei Jahre, bis „Vamps – Dating mit Biss“ auch ausgewertet wurde. In den USA geschah das recht halbgar, hierzulande gibt es ihn auch nur für das Heimkino (VÖ: 26.4.2013).

Im letzten Jahr machte der Film die Festival-Runde. Er war auch auf dem Fantasy Film Fest zu sehen und fand dort ein überraschtes Publikum vor. Denn kaum jemand hatte wohl erwartet, sich bei diesem Film herrlich amüsieren zu können.

Goody (Alicia Silverstone) und Stacy (Krysten Ritter) sind zwei Vampire in New York. Die eine ist knapp 200 Jahre, die andere gerade 40 Jahre alt, aber eines haben sie gemein: Sie ernähren sich nicht von Menschen und besuchen auch die Anonymen Sanguiniker. Ihre Schöpferin Cisserus (Sigourney Weaver) ist da noch von anderem Schlag. Immer, wenn sie nach New York kommt, lässt sie reihenweise ausgesaugte Leichen zurück.

Das ruft auch Dr. Van Helsing (Wallace Shawn) vom Heimatschutz auf den Plan, in dessen Sohn sich Stacy verliebt. Damit sind auch Goody und Stacy gefordert, endlich gegen ihre Schöpferin aufzubegehren, aber das ist leichter gesagt als getan, denn der Tod eines Stammvampirs hat erstaunliche Auswirkungen auf seine Nachkommen…

Süß, aber nicht kitschig, witzig, aber nicht vulgär

Einzig altbacken am Film ist der einfallslose Titel. Davon sollte man sich nicht beirren lassen, denn Heckerling hat eine spritzige Gute-Laune-Komödie abgeliefert, die nur ein Ziel hat: Spaß machen. Das wird durch eine Mixtur unterschiedlichster Gags erreicht und kann mal plump (Rattendrinks mit Strohhalm), mal ein In-Joke (Taylor Negron als Pizza-Lieferant, so wie vor mehreren Jahrzehnten in Heckerlings „Ich glaub, ich steh im Wald“), aber auch pointiert (Goodys Anti-Technik-Sermon) sein.

Spritzige Komödie um zwei hippe New Yorker Vampirinnen, die ein fast ganz normales Leben führen. Leichtherzig, smart, witzig.Fazit lesen

Silverstone und Ritter harmonieren sehr gut miteinander. Die Chemie zwischen ihnen sorgt für viel Gefühl. Niemals zweifelt man daran, hier langjährige beste Freundinnen vor sich zu haben.

Vamps - Dating mit Biss - Wer ist die Bitch neben Alicia Silverstone?

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Wahrlich Best Friends Forever: Krysten Ritter und Alicia Silverstone.
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Nostalgisch

Heckerling zielt mit ihrem Film nicht auf ein Teenie-Publikum ab. Ihr ist wohl bewusst, dass ihr Publikum, aber auch das von Silverstone, ebenfalls älter geworden ist. Dank des Vampir-Sujets hat sie die Möglichkeit, in Nostalgie zu schwelgen. Heckerling baut immer wieder Ausschnitte alter Schwarzweißfilme ein. Teilweise korrelieren sie mit der Haupthandlung, mitunter sind sie aber auch nur stimmungsbildend. Sie beschwören jedoch eine längst vergangene Ära herauf, die die Hauptfigur Goody mit ihrer besten Zeit assoziiert.

So befasst sich „Vamps – Dating mit Biss“ auch mit dem Alter und den Veränderungen, die man mit voranschreitenden Jahren zwangsläufig in seiner Umgebung wahrnimmt. Es ist nicht immer elegant gelöst, wenn Goody sich an frühere Zeiten erinnert, aber es geschieht mit viel Gefühl.

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Ein feines Ensemble

Silverstone und Ritter sind die unumwundenen Stars des Films, aber er ist bis in die Nebenrollen fein besetzt. Wallace Shawn trägt sein Knautschgesicht zu Schau, während „Weeds“-Star Justin Kirk nicht nur die Lacher auf seiner Seite hat. Er zeigt auch, was Vampire so faszinierend macht. Nur wenig zu tun hat Malcolm McDowell als Vlad Tepes, aber seine Szenen bei den Anonymen Sanguinikern sind höchst vergnüglich. Einzig Sigourney Weaver muss sich mit einer weniger ansprechenden Figur vergnügen. Als Schurkin wirkt sie nicht bösartig genug. Aber das mag auch dem Stil des Films geschuldet sein.

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Die Axt im Haus erspart den Pflock durchs Herz.
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Denn obschon man bei dieser Geschichte natürlich den Horroraspekt hätte betonen können, hat sich Heckerling dazu entschieden, eine reinrassige Komödie daraus zu machen. Es wird zwar getötet, das aber nur sehr harmlos und effektfrei. Vielleicht auch besser so, denn gerade die Effekte sind nicht immer überragend. Speziell das animierte Skelett am Ende wirkt doch etwas arg billig.