Vacationland - Infos

»Vacationland« nennt sich der US-amerikanische Bundesstaat Maine. Ein Ort zum Urlaubmachen aber dort aufwachsen, in den 80ern, in der Kleinstadt? Joe jedenfalls will weg und Kunst studieren, statt die wechselnden Prügel-Männer seiner Mutter zu ertragen, seinen Schwarm Andrew anzuhimmeln, der natürlich mit der Anführerin der Cheerleader zusammen ist oder auf der einzigen Klappe ausgerechnet seinem Französischlehrer zu begegnen.
Er wird erst herausfinden, dass Andrew auch schwul und darüber hinaus in ihn verknallt ist, und dass es auch in Bangor Künstler wie Victor gibt, der ihn nicht nur als Aktmodell engagieren wird, sondern ihm auch erst zu einer Wohnung und dann zu einem Stipendium an der Kunsthochschule verhelfen kann. Doch bevor er seine öde Heimatstadt verlässt, muss er noch einmal zurück in seine Vergangenheit und das Netz aus Doppelmoral, Missbrauch und kleinstädtischer Verlogenheit aufdecken, das ihn schon zu lange geprägt hat.
Wenn der amerikanische Underground-Filmer Todd Verow (Frisk, Anon ymous) seine eigene Jugend verfilmt, kann man davon ausgehen, dass man keine der üblichen, klischeehaften Coming-Of-Age-Geschichten zu sehen bekommt. Der Regisseur hat mit diesem sehr persönlich gehaltenen Film über schwule Träume und Alpträume in der Provinz zwar sein sich er zugänglichstes und unterhaltsamstes Werk geschaffen, aber der Biss in der Geschichte verrät, wie sehr er all das aus persönlicher Erfahrung kennt, was er an tragik-komischen Episoden aus dem Urlaubsland Maine schildert. Verows unabhängige Produktion ist wie bei ihm üblich authentisch und kompromisslos, sexy und dank seiner beiden leidenschaftlich agierenden Darsteller und seines stimmigen Soundtracks eine wunderschön anzusehende Geschichte über die trostlose Provinz geworden.

Vacationland - Kinotrailer