So ganz passend ist der deutsche Titel nicht, geht es doch weniger darum, dass die Protagonisten dringend Urlaub machen müssten, als dass sie vielmehr die Gelegenheit beim Schopfe packen. „Blended“ – „vermengt“ oder „gemischt“ – das trifft es schon deutlich eher, den in dem Resort in Afrika hat man eine Themenwoche ausgerufen: Familymoon. Hier sollen Patchwork-Familien einander näher kommen.

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Daran denken Lauren (Drew Barrymore) und Jim (Adam Sandler) aber gar nicht. Sie ist frisch geschieden, er verwitwet, das erste Date seit etwa 20 Jahren verläuft katastrophal. Er schleppt sie ins Hooters und sie will nur weg. Aber wie es der Zufall so will treffen sich die beiden wenig später noch einmal – und dann noch einmal. Und weil Zufälle eine schöne Sache sind, ergibt es sich, dass er mit seinen drei Töchtern und sie mit ihren zwei Söhnen dieselbe Reise antreten, dabei aber als Pärchen und Patchwork-Familie wahrgenommen werden.

Urlaubsreif - Adam Sandler in einem echten Gag-Feuerwerk?!

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Der Film startet am 22.05.2014 in den deutschen Kinos.
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Es kommt, wie es kommen muss. Lauren versteht sich gut mit seinen Töchtern, ihre Söhne leisten Widerstand gegen den vermeintlichen Interessenten an ihrer Mutter und die zwei Erwachsenen geraten immer wieder aneinander. Aber in einer Woche Afrika kann sich viel tun – und Amor hat schon seinen Pfeil gezückt.

Ein eingespieltes Paar

Schon in „Eine Hochzeit zum Verlieben“ und „50 erste Dates“ kreisten Drew Barrymore und Adam Sandler um einander, bis es zum verdienten Happyend kam. Dass es bei „Urlaubsreif“ in irgendeiner Weise anders sein könnte, erwartet man nicht. Man befindet sich schließlich innerhalb der Genre-Konventionen einer Romcom. Überraschungen und Neuerungen sind hier weniger wichtig als die routinierte Umsetzung eines bewährten Erzählmusters.

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Die beste Adam-Sandler-Komödie seit Jahren.
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Barrymore punktet mit ihrem süßen Lächeln, Sandler kultiviert das Heraushauen knackiger One-Liner. Sie haben sich beide in ihren Wohlfühlzonen bequem eingerichtet. Für den Zuschauer gilt das aber auch. Denn „Urlaubsreif“ ist genau die Art Film, die viel Spaß machen kann, wenn man sich auf das Genre einlässt.

Hohe Gagdichte

Bei Romcoms ist häufig die Luft raus, wenn es in Richtung des letzten Drittels geht. Dann schwenken die Filme auf den dramatischen Aspekt um und fahren den Humor deutlich zurück. Bei „Urlaubsreif“ ist das erfreulicherweise nicht der Fall, hier wird knapp zwei Stunden mit hoher Taktung ein Gag an den anderen gereiht.

Urlaubsreif zündet ein echtes Gag-Feuerwerk und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Nicht nur für Adam-Sandler-Fans empfehlenswert!Fazit lesen

Dabei wechseln sich Situationskomik mit knackigen Dialogen ab, die vor allem dann zu Tage treten, wenn Lauren und Jim sich die Sprüche um die Ohren hauen. Denn über lange Zeit hinweg kann sich keiner von beiden vorstellen, irgendwas mit dem anderen anzufangen.

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Mit A. Sandler perfekt eingespielt: Drew Barrymore.
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Besonders, als die Figuren in Afrika kommen, verfällt der Film etwas stark in episodisches Erzählen, der emotionale rote Faden wird aber auch hier nie fallen gelassen. Er ist das verbindende Element und so routiniert gestaltet, dass potenziell kitschige Szenen – etwa, wenn Lauren Jims Kindern etwas vorsingt, das die wiederum an ihre Mutter erinnert – nie versumpfen, sondern gerade so gefühlvoll sind, dass auch Männerherzen schmelzen.

Eine Romcom für alle

Das Schöne an Romcoms mit Adam Sandler ist, dass der Humor eine rotzigere Note annimmt, weniger auf Friede-Freude-Eierkuchen ausgerichtet ist und darum auch das männliche Publikum ins Boot holt „Urlaubsreif“ ist genau die Art Film, die für beide Geschlechter funktioniert. Die Romantik für die Damen, die Kalauer und Gags für die Herren. Dass das nicht immer realistisch sein muss, versteht sich von selbst. Das nimmt man hin, wenn das Ergebnis so gut ist wie die Szene mit dem unerwartet auftauchenden Nashorn.

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"Urlaubsreif" heißt im Original "Blended".
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In einer Nebenrolle agiert Terry Crews, der ehemalige Football-Star, den man vor allem aus Actionstreifen wie „The Expendables“ kennt. Hier spielt er im Afrika-Resort einen Animateur, der immer ein Liedchen auf den Lippen hat – und auch immer zur Stelle ist, um es zum Besten zu geben. Die immer mit dem eigenen Chor auftretende Figur ist natürlich abstrus, aber das auf eine herrlich abgehobene, hoch amüsante Art und Weise. Und wer hätte das gedacht? Terry Crews kann sogar (ganz passabel) singen.