„Unbroken“, das ist Angelina Jolies zweite Regie-Arbeit, ihr Versuch, sich mit einem großen Hollywood-Projekt zu profilieren und damit eine Karriere, die vor allem auf die Regie abzielt, voranzutreiben. Es ist Kalkül, das hinter diesem Film steckt, und es ist ebendieses, das den Film von vorne bis hinten durchzieht. Denn auch wenn die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, so ist das Ganze ausgesprochen klischiert – und voller Pathos.

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Louis Zamperini (Jack O’Connell) wird von seinem Bruder ermutigt, sich als Läufer in Wettkämpfe zu werfen. Er ist ein extrem guter Athlet, was ihn schließlich auch zu den Olympischen Spielen nach Berlin bringt. Wenig später bricht der Zweite Weltkrieg aus, weswegen auch Zamperini sich zum Militärdienst meldet.

Unbroken - Angelina Jolie spielt Krieg

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Der Fiolm erscheint bei uns am 15.01.2015 in den Kinos.
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Er ist Teil einer Bomberbesatzung, die schon allerhand Einsätze geflogen hat. Bei einer Rettungsmission wird das Flugzeug jedoch selbst abgeschossen und muss im Meer notwassern. Die meisten Besatzungsmitglieder sterben, Zamperini und zwei Freunde überleben jedoch. Wochen treiben sie allein auf weiter See, immer dem Hungertod nahe, aber dann naht Rettung. Oder zumindest sieht es so aus.

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Denn tatsächlich gerät Zamperini in japanische Kriegsgefangenschaft. Er wird in ein Lager gesteckt, das von einem anderen Sportler geleitet wird, dem brutalen Watanabe (Takamasa Ishikara), der Zamperini einst in Berlin gesehen hat. Watanabe macht es sich zur Aufgabe, den amerikanischen Olympioniken zu brechen, aber er hat nicht mit der Widerstandskraft und dem eisernen Willen des Mannes gerechnet.

Flach erzählt

Der Titel ist bezeichnend für das Problem des Films. Zamperini ist ungebrochen. Die eigentlich interessante Geschichte wäre aber die eines Mannes, der gebrochen wird und sich dann wieder berappelt. Denn so außergewöhnlich es auch sein mag, dass er nicht bricht, den meisten Menschen geschieht dies, aber wahre Größe entwickelt der, der sich davon nicht unterkriegen lässt.

Unbroken - Angelina Jolie spielt Krieg

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"Unbroken" ist Angelina Jolies zweite Regiearbeit.
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In „Unbroken“ fehlt dieses dramatische Potenzial. Stattdessen wird Zamperinis Leben als eine Art Leidensgeschichte erzählt, bei der man sich fragt, wie viel davon tatsächlich der Wahrheit entspricht. Denn: Dieser Mann erlebt so viel Schlechtes, das legt fast den Verdacht nahe, dass hier eine hollywoodtechnische Überspitzung stattgefunden hat.

Aber auch wenn dem nicht so ist, und selbst, wenn alles wahr ist, gestaltet sich „Unbroken“ wie ein einziges Klischee. Filme dieser Art hat man in der Tat schon dutzende Male gesehen, häufig aber besser, oder zumindest aufregender.

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Technisch kompetent

An der technischen Umsetzung gibt es nichts zu mäkeln, Angelina Jolie weiß durchaus, wie sie einen Film gestalten muss. „Unbroken“ sieht schön aus, er erinnert sogar an die Technicolor-Highlights der 1960er Jahre, aber allem Schein steht eben nur sehr wenig Sein gegenüber.

Die Schauspieler sind durchaus gut, vor allem Jack O’Connell liefert hier eine Darstellung ab, mit der er sich für Größeres empfiehlt. Jeder kann aber auch nur so gut sein, wie die Rolle, die ihm angedacht ist. Speziell die Rolle des japanischen Kommandanten ist jedoch ein schlechter Witz. Es fehlt im Grunde nur der Bart, den er teuflisch zwirbeln könnte. Eine differenzierte Charakterisierung hätte helfen können, „Unbroken“ über faden Einheitsbrei zu erheben, aber da lässt das Drehbuch der Coen-Brüder – die auch schon bessere Arbeit geleistet haben! – sehr zu wünschen übrig.