Vor der Premiere von „Tron: Legacy“ baten wir die Darsteller Garrett Hedlund und Beau Garrett sowie Regisseur Joseph Kosinski zum Gespräch. Und es war erstaunlich, wie wenig Nerd man sein muss, um einen Film zu machen, der in einem Computer spielt.
Das Ritz Carlton am Potsdamer Platz in Berlin ist nicht modern, sondern mondän. Alles sieht teuer aus, als hätten die Dinge wie selbstverständlich ein goldenes Endstück oder einen Knauf aus Elfenbein. Hier fanden die Interviews zum neuen Disney-Film „Tron: Legacy“ statt. Eine sehr schöne und auch gleichzeitig ein bisschen unpassende Kulisse für einen Film, der eine durch und durch technophile Botschaft besitzt und in Sachen Bild und Sound Maßstäbe setzt.
Zumindest die beiden anwesenden Darsteller bestätigen dieses kontrastreiche Bild. Denn Garrett Hedlund – der an der Seite von Jeff Bridges dessen Sohn Sam Flynn spielt – schreibt noch nicht einmal gerne E-Mails. Und seine Kollegin Beau Garrett, deren Filmfigur Gem reine Digitalität verkörpert, geht lieber mit ihrem großen schwarzen Hund spazieren, als sich mit ihrem E-Book zu beschäftigen.
Garrett Hedlund, 26, spielt Sam Flynn, den Sohn des verschwunden Hackers Kevin Flynn. Netter Typ, ein Landei irgendwie, wirkt aber weder provinziell noch bräsig, sondern leise und nachdenklich. Kommt ursprünglich aus Minnessota. Spielt lieber mit den Hunden als mit dem Computer. Wirkt erdverbunden, auch wegen seiner Hustenbonbonstimme. So als habe er mit Erde gegurgelt. Oder die Nacht durchgefeiert.
gamona: Hast du Tron gesehen, bevor du wusstest, dass du die Rolle bekommen wirst?
Garrett Hedlund spielt Sam Flynn.Garrett Hedlund: Ja, aber es ist Jahre her. Denn der Film kam raus, bevor ich raus kam. Ich habe ihn 2003 das erste mal gesehen. Es ist schon eine ziemlich abgefahrene Vorstellung, die Steven Lisberger, der Regisseur des ersten alten Films, da hatte: Eine Welt, in der Computerprogramme existieren, die so sind wie wir. Und das alles ist ja erst der Anfang.
gamona: Wie meinst du das? Werden wir auch einmal im Computer leben?
Garrett Hedlund: Wir Schauspieler vielleicht. Wir wurden alle in den Computer eingelesen. Wäre etwas Schlimmes passiert, Gott bewahre, aber wäre jemand von uns von der Kulisse gefallen, hätte der Film trotzdem weiter gedreht werden können. Schließlich hatten sie auch Computerversionen von uns im Kasten. Damit können sie uns wieder auferstehen lassen.
gamona: Ist das nicht auch eine unheimliche Vorstellung, als Schauspieler zu agieren, lange nachdem man tot ist?
Garrett Hedlund: Absolut, denn welche Kontrolle hast du dann noch? Sie können dich machen und sagen lassen, was immer sie auch wollen. Das ist schon angsteinflößend. Ich bin aber kein großer Freund von Technik. Das ist alles relativ neu für mich.
gamona: Was für eine Beziehung zu Computern besitzt du denn? Hast du kein Smartphone, kein iPad, keine Videospielkonole?
"Ich bekomme gern E-Mails, schreibe aber nie welche zurück."Garrett Hedlund: Ich? Diese Form von Kommunikation ist nicht mein Ding. Ich kann das nicht. Ich bekomme gerne E-Mails, schreibe aber nie welche zurück, und dann bekomme ich auch keine mehr. Ich bin eher der analoge Typ. Müsste ich eine ältere Version meiner selbst spielen, würde ich auch lieber auf Make-Up zurückgreifen, um mein Gesicht älter zu machen, anstatt mich mit Computergrafiken künstlich altern zu lassen. Da hat etwas mit Kontrollverlust zu tun. Wenn du deine Performance in die Hände eines Computerspezialisten gibst, kann der versuchen, deine Fähigkeiten und dein Aussehen naturgetreu abzubilden. Aber es ist niemals hundertprozentig Du selbst.
gamona: Wie ähnlich ist denn die Arbeit vor einem Bluescreen zu der im Theater?
Garrett Hedlund: Jeff (Bridges) sagt, als Schauspieler verlierst du niemals den Bezug zum Kind in dir. Deswegen mag ich Bluescreens. Ich mag die Phantasie, die es erfordert, das Publikum glauben zu machen, man sähe etwas, was man tatsächlich nicht sieht. Dass etwas existiere, was nicht existiert. Für mich hat das etwas sehr Magisches. Zum Glück war Joe Kosinski unser Regisseur. Er war allen anderen ständig zehn Schritte voraus. Und er hat die Dinge sehr genau beschrieben, so dass wir alles, was wir sehen mussten, dann auch tatsächlich gesehen haben.




























Äh... und Boxleitner???
Allerdings hat mir der Film sehr gut gefallen, von daher geht das in Ordnung bzw. scheint ja auch ohne RL-Verbindungen gut zu funktionieren.
Mit etwas Übung schreibst du demnächst auch den Hauptdarsteller des Films richtig.
Danke für den Hinweis - berichtigt. Ein ganz pöser Fehlerteufel ;)
Mit etwas Übung schreibst du demnächst auch den Hauptdarsteller des Films richtig.