Die Besonderheit der ISO soll der Geschichte eine gewisse Spiritualität verleihen, die ja so auch nicht wirklich mit Computerwelten in Verbindung gebracht wird und daher tatsächlich eine Neuerung darstellt. Aber weiter liegt uns der Film damit nicht in den Ohren.
Daft Punk sorgen für den Soundtrack.Die sind eh damit beschäftigt, den grandiosen Sound und allem voran den Score des französischen House-Duos Daft Punk aufzunehmen. Die Soundkulisse reiht sich nahtlos in einen Film ein, der durch seine grandiosen Kulissen überzeugt. Davor agieren, weitaus vertrauter mit der Leere vor dem Special Effect, die Schauspieler.
Olivia Wilde als Quorra ist gut, mal stark, mal zerbrechlich, aber immer attraktiv. Michael Sheen als schillernder Zuse ist noch besser, ein Nachtclubbesitzer, der sich irgendwo zwischen den Geschlechtern bewegt wie David Bowie zu seinen besten Ziggy-Stardust-Zeiten. Über allem natürlich: der alte Jeff Bridges, einer der wohl konstantesten Hollywood-Darsteller der letzten 30 Jahre.
Die Module spiel'n verrückt: Olivia Wilde als sexy Programm.Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zum ersten Film. Denn dessen stilisiert dargestelltes Computerinnenleben war wohl ähnlich einflussreich wie „Matrix“. Und natürlich sieht auch „Tron: Legacy“ gut aus, objektiv vielleicht sogar besser, glatter, sauberer programmiert und designt: ein perfektes und zeitgemäßes Abbild dessen, was wir für digital halten.
Doch bei aller technischen Pracht ist der Film eines nicht: wirklich kreativ. Er zeigt uns nichts Neues, sondern toppt nur unsere Sehgewohnheiten. In einer ausführlichen Dokumentation über den ersten Tron erklärt der Conceptual Artist Roger Allers: „Es gibt Kreativität, und es gibt Technologie. Beide stehen in einer wechselseitigen Beziehung zueinander. Aber Technologie ist nicht notwendigerweise kreativ.“ Das war in den Achtzigern genauso wahr wie heute.
Regie: Joseph KosinskiGenre: Science FictionFilmstart:
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