Michael Bay ist der Meister ebenso effektvoller wie hirnloser Actionfeuerwerke. Er versteht es bestens, aus Blödsinn Geld zu machen und diesen immer weiter zu vermarkten. Dabei hilft es nicht nur, dass die „Transformers“-Reihe eigentlich auf Spielzeugen basiert, sondern auch, dass das Universum der Sci-Fi-Roboter schier unendlich ist. Und trotzdem ganz schön festgefahren.

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Transformers ist ganz klar Geschmackssache. Die einen stehen auf die „Hirn aus, Transformers an“-Philosophie, andere suchen verzweifelt Handlung und den Sinn hinter dem Ganzen. Der Sinn ist ganz klar: Bombastische und größenwahnsinnige Action, die alles und jeden verschlingt und dabei auch noch gut aussieht.

Aber leider hat sich der Look seit „Transformers 3: Dark of the Moon“ kaum verändert. Trotz 3D scheint sich hier nichts wirklich verbessert zu haben. Die Roboter wirken sogar noch künstlicher und kitschiger. Dafür hat sich im Schauspieler-Cast so einiges getan: Megan Fox ist ja schon seit dem letzten Teil nicht mehr dabei, dort wurde sie von Rosie Huntington-Whiteley ersetzt. Aber auch diese spielt im neuen Transformers nicht mehr mit.

Transformers: Ära des Untergangs - Die Ära des Schwachsinns

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Wiedersehen mit alten bekannten.
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Neue Darsteller, alte Roboter

Doch auch die Dauerbrenner Shia LaBeouf und Josh Duhamel haben dem Franchise-Riesen den Rücken gekehrt. Somit bleiben eigentlich nur noch Bumblebee, Optimus Prime, Ratchet und Brains der Saga erhalten. Denn auch hier fand man neue Autobots, die wieder einmal herrlich – oder vielmehr nervig – albern sind.

Da wäre ein mehr als affiger Samurai, der stets Übungen mit seinem Samurai-Schwert vollzieht. Ein dicker, bärtiger und – ja, wirklich! - Zigarre rauchender Autobot, der mit seinem wurmig aussehenden Bart ein wenig einem gruseligen Piraten ähnelt – und dessen Zigarre umgedreht als Rakete fungieren kann. In solchen Momenten verdreht der Kinobesucher dann nicht mal mehr die Augen, sondern greift sich mit der Hand, um Fassung ringend, an die Stirn. Die Albernheiten können kaum noch gesteigert werden.

Packshot zu Transformers: Ära des UntergangsTransformers: Ära des Untergangs

Mal wieder steht die Welt vorm Untergang

Und natürlich haben alle Autobots wieder alle Hände voll zu tun. Die offizielle Inhaltsangabe für die Pressevertreter gibt über den Verlauf der Handlung jedoch nicht viel Aufschluss: „Diesen Sommer wird die unglaubliche Entdeckung eines Mannes die Welt in den Ausnahmezustand versetzen. Dabei werden die Grenzen der Technologie bis ins Unkontrollierbare überschritten und eine uralte Transformers-Macht wird die Erde an den Rand der Zerstörung bringen: Es ist die Ära des Untergangs. Der Kampf zwischen Mensch und Maschine, Gut und Böse, Freiheit und Versklavung steht unaufhaltsam bevor.

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Der vierte Teil wird natürlich wieder episch hoch vier... Oder so ähnlich.
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Nicht nur, dass der Text unglaublich stumpfsinnig klingt, nein, auch strotzt er nur so vor großen Wörtern wie „Ausnahmezustand“, „uralte Transformers-Macht“, „Untergang“, „Zerstörung“ und „Versklavung“. Worum es im Film tatsächlich geht, wird allerdings nicht klar. Aber das kann man dem Schreiberling nicht vorwerfen, denn vermutlich wissen die Filmmacher selbst nicht einmal genau, worum es in „Transformers: Ära des Untergangs“ eigentlich geht.

Aber das ist ja auch egal, nicht wahr? Boom Boom, Action, alles kaputt. Reicht doch, oder? Nein, das reicht nicht! Andere Actionfilme schaffen es doch auch, eine halbwegs gescheite Handlung und Sinn ins Spiel zu bringen. Dürfen wir vorstellen? Hollywood-Star Mark Wahlberg spielt Cade Yeager, den Vater eines absolut scharfen Fegers: Tessa Yeager (Nicola Peltz). Tessa trägt natürlich immerzu brav ihre Hotpants und enge Tops die viel Haut zeigen. Dem Eindruck des sexy Mädchens helfen dabei natürlich auch die Kameraeinstellungen, die gerne sekundenlange Nahaufnahmen von ihrem Allerwertestens zeigen. Pubertierende Jungs dürfen sich also freuen.

Freund oder Feind?

Cade ist ziemlich pleite und versucht sich irgendwie mit Hilfe seiner Schrauberkenntnisse und seines Erfinderreichtums durchzuschlagen, bis er in einem alten Theater einen heruntergekommenen LKW findet, den er mitnimmt, um an ihm rumzubasteln. Dabei entdeckt er, dass es sich hierbei um einen Autobot handelt.

Herr, lass Hirn ins Transformers-Universum regnen!Fazit lesen

„Transformers: Ära des Untergangs“ spielt vier Jahre nach den Ereignissen des dritten Teils. Die Autobots werden von der Regierung gejagt. Nicht nur, weil sie meint, die Roboter würden Bösewichte zur Erde führen, sondern auch, um ihre Technologie zu erforschen und nachzubauen. Aus diesem Grund verstecken sich die Autobots so gut sie nur können. Doch sobald Cade den LKW auf sein Grundstück gebracht hat, ist die Regierung auch schon alarmiert und stattet Yeagers Hof einen Besuch ab.

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Der Film startet bei uns am 17.07.2014 in den Kinos.
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Dabei zeigt sich nicht nur Optimus Prime in seiner vollen Gestalt und bekämpft seine Gegner, sondern Cade lernt auch Tessas festen Freund Shane (Jack Reynor) kennen, der exzellente Fahrkünste besitzt und in einem rasanten Autorennen den Regierungsbeamten entkommt.

Fortan sind sie zusammen mit Optimus Prime auf der Flucht und entscheiden sich dazu, den Autobots zu helfen. Dabei begeht „Transformers 4“ den „Spider-Man 3“ -Fehler: Zu viele Bösewichte und zu viele Handlungsstränge! Denn neben der Regierung sucht auch noch der „Schöpfer“ der Autobots nach seinen Kreaturen und schickt eine Armada böser Autobots, um Optimus Prime und seine Crew einzufangen. Und dann wäre da noch das Wissenschaftsinstitut, dessen Vorsitzender Joshua Joyce (Stanley Tucci) die Autobot-Technologie nachbaut. Und wer darf natürlich auch nicht fehlen? Megatron! Denn der lebt natürlich noch. Der ewige Gegner…

Transsaurier-Action!

Die Bots des Schöpfers kommen mit einem monströsen Raumschiff zur Erde – und trotzdem spielt der Großteil der Handlung auf der Erde, anstatt sie vielleicht mal ins Weltall zu verlegen, um ein bisschen frischen Wind in die Geschichte zu bringen.

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Dieser Film braucht ganz dringend ... Dinosaurier!
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Die ausgelutschte alleinerziehender-Vater-liebt-seine-Tochter-über-alles-und-kann-sich-nicht-damit-abfinden,-dass-sie-erwachsen-wird-Geschichte trägt natürlich auch nicht lange. Und das haben die Macher vermutlich gespürt, weswegen sie Bösewicht um Bösewicht in den Film quetschen, damit es auch ganz viel zu tun gibt. Zumindest so viel, dass es für 167 Minuten gerade so reicht. Und das ist schon viel zu viel, denn der Film zieht sich zäh wie Kaugummi.

Mehrfach hat man das Gefühl, das Finale sei endlich gekommen – und doch geht es weiter. Und weiter. Und weiter… Eine niemals endende Effektschlacht, die in 3D nicht einmal besser als in 2D aussieht. Hier kann man sich den 3D-Zuschlag also getrost sparen. Schade, denn so ein Film ist natürlich prädestiniert für fliegende Bauteile, die durch den Kinosaal schnellen und Explosionen und Kreaturen, als seien sie zum Anfassen nah. Nix da.

Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, denn Megatron, die Regierung, Raumschiff-Roboter, die Aliens im Raumschiff, die Wissenschaftler - habe ich etwas vergessen? – ach ja, die Asiaten, die die Technologie kaufen wollen und ihre Abgesandte Su Yueming (Bingbing Li) schicken, die als eine der bekanntesten Schauspielerinnen Chinas im Vorfeld groß angekündigt wurde und im Film tatsächlich kaum eine Rolle spielt, reichen natürlich nicht!

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Vielleicht hätten die Jungs und Mädels es nach Teil 3 einfach lassen sollen.
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Wir brauchen mehr! Wir haben Aliens, wir haben Politik, wir haben Wissenschaft, wir haben Roboter, wir haben heiße Frauen und sogar eine heiße Asiatin. Aber das reicht uns nicht! Wir brauchen… Dinosaurier! Und darum gibt es am Ende noch die volle Dino-Ladung.

Die Transformer verbünden sich mit anderen Transformern, die sich in überdimensionale Dinos verwandeln. T-Rex, Flugsaurier, alles ist dabei. Und auf ihrem Rücken dürfen sich die Autobots schließlich episch in die finale Schlacht begeben. Ein Höhepunkt des Kitsches und der Albernheiten und gewiss kein Spoiler, denn der Trailer verrät dies schon. Wie alle halbwegs guten Szenen mal wieder.