Michael Bay, Shia LaBeouf und Megan Fox sind derzeit wohl die vielbeschäftigsten Personen dieses Planeten. Im Rahmen der gigantischen "Transformers 2"-PR-Tour jetten sie derzeit über den halben Globus. Trotzdem hatten sie während ihres Zwischenstopps in Berlin noch Zeit für ein Interview. Und darin verraten sie freigiebig, wie schwer es ist, auf den Pyramiden zu drehen, und warum Megan Fox sich den Film bisher nicht einmal angesehen hat.

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gamona: Im ersten Teil waren es noch 14 Transformers, dieses Mal sind es ganze 46. Hast du einen Lieblings-Transformer?

Megan Fox: Natürlich hat jeder seine Favoriten. Optimus Prime ist zwar verdammt cool, aber ich liebe Bumblebee. Er ist sehr emotional und trotzdem – das werdet ihr vor allem in Teil zwei merken – ein großartiger Kämpfer. Und ich finde es toll, dass er über Songs kommuniziert. Musik ist ja irgendwie eine universelle Sprache.

Transformers 2: Die Rache - Im Gespräch mit Megan Fox, Michael Bay und Shia LaBeouf

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"Sogar der ägyptische Chefarchäologe ist ein Fan des ersten Transformers."
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gamona: Mister Bay, Sie scheinen es zu lieben, ständig alles Mögliche in die Luft zu sprengen. Und jeder Ihrer Filme stellt die Vorgänger dahingehend in den Schatten. Macht man sich dann vorher Gedanken, wie man das überhaupt noch schafft?

Michael Bay: Nein, mir geht es nicht darum, einfach alles in die Luft zu jagen. Das passiert eher so nebenbei. Ich versuche andere Dinge für mich und meine Filme zu erreichen – wie etwa die Tatsache, dass wir in Ägypten drehen durften. Normalerweise ist es extrem schwierig eine Drehgenehmigung von der ägyptischen Regierung zu bekommen, wenn nicht unmöglich. Vor allem die Pyramiden darf man für gewöhnlich nicht filmen. Aber es stellte sich heraus, dass der ägyptische Chefarchäologe den ersten Transformers-Film gesehen hat und ihn großartig fand. Also durften wir dort drehen. Er meinte vorher nur: „Bitte versau’ mir nicht meine Pyramiden!“ Ich habe ihm aber nicht gesagt, was wir im fertigen Film mit seinen Pyramiden anstellen – das wird sicher ein Schock für ihn.

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Megan Fox: War John (John Turturro, spielt den Agenten Simmons, Anm.d.Red.) nicht der erste Darsteller überhaupt, der die Pyramiden betreten und dabei gefilmt werden durfte?

Michael Bay: Nein, ich glaube da waren wir nicht die ersten. Aber wir durften als weltweit erstes Filmteam Luftaufnahmen der Pyramiden machen.

"Es ist verrückt, ins Leere zu sprechen"

gamona: Mal ehrlich: Ihr agiert den ganzen Dreh über mit unsichtbaren Superrobotern, die erst hinterher per Computer eingefügt werden. Redet man da mit einem Tennisball, um Emotionen wie Angst und Freude rüberbringen zu können?

Shia LaBeouf: Einen Tennisball am Stock brauchen wir dafür nicht, nein. Das Gute war, dass wir durch den ersten Teil schon viel Erfahrung im Umgang mit CGI-Kreaturen hatten. Und dieses Mal gibt es sehr viel mehr Interaktion mit echten Menschen als mit Maschinen. Es ist schon verrückt einfach ins Leere zu sprechen und vorzugeben, da stünde ein gigantischer Transformer. Aber irgendwann gewöhnt man sich daran.

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"Es ist verrückt, ständig ins Leere zu schauspielern - aber man gewöhnt sich daran."
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Michael Bay: Ich versuche in solchen Fällen meine Darsteller so gut es geht zu unterstützen und mit genauen Anweisungen zu lenken. Wir hatten Monate vor dem Drehstart schon jede einzelne Szene genauestens am Storyboard ausgearbeitet und unzählige Skizzen angefertigt. Es war also bereits vorher alles festgelegt, Shia und Megan wussten in jeder Szene, wo sich was hinterher befinden wird.

gamona: Nun war ja Transformers schon eine riesige Produktion, bei Transformers 2 hat sich der Aufwand sogar noch einmal verdoppelt. Was war dieses Mal die größte Herausforderung am Set?

Michael Bay: Für mich ist jeder Dreh eine Herausforderungen, einfach ist es nie. Einen Film dieser Größenordnung zu leiten, bei dem unzählige Menschen beteiligt sind, die alle koordiniert werden müssen – das kann hart sein. Wirklich anstrengend sind etwa die täglichen Meetings mit der Animationsabteilung. Da ich nicht immer vor Ort sein kann, halten wir dann Videokonferenzen ab. Man muss wortwörtlich überall sein als Regisseur. Aber wenn sich am Ende alles zusammenfügt – das ist die schönste Belohnung, die man kriegen kann.

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Shia LaBeouf, Michael Bay und Megan Fox luden zum netten Smalltalk.
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Shia LaBeouf: Es ist gar nicht so einfach, uns noch einmal zu toppen. Das war vielleicht sogar die härteste Herausforderung.

gamona: Habt ihr den Film schon gesehen? Würdet ihr sagen, dass es euch gelungen ist, den ersten Teil zu toppen?

Shia LaBeouf: Ich denke schon. Ich habe den Film jetzt schon zwei Mal gesehen. Megan noch nicht, oder? Hast du überhaupt schon den ersten Teil gesehen, Megan?

Megan Fox: *lacht* Sehr witzig. Natürlich habe ich den gesehen, Teil zwei aber leider noch nicht.

gamona: Warum nicht?

Megan Fox: Ich weiß nicht – ich bin jetzt zwar schon eine Weile im Geschäft, aber ich kann mich immer noch nicht daran gewöhnen, mich selbst zwei Stunden auf der großen Leinwand zu sehen. Das fühlt sich irgendwie komisch an.

Michael Bay: Wenn du willst, kann ich dich digital entfernen lassen. (alle lachen)

"Mir geht es nicht darum, Dinge in die Luft zu sprengen"

gamona: Filmlegende Steven Spielberg ist – ebenso wie beim ersten Teil – in die Produktion involviert. Wie sieht die Zusammenarbeit genau aus?

Michael Bay: Normalerweise hört man ja oft diese Horrormeldungen jener Produzenten, die sich in jede Drehentscheidung einmischen. Steven lässt mich aber glücklicherweise mein Ding machen. Ich zeige ihm in bestimmten Abständen immer wieder kurze Szenen und bespreche sie mit ihm. Vor allem ist er mir eine große Hilfe. Jemand mit seiner Erfahrung weiß eben viele Dinge, die ich noch lernen muss. Wenn ich im Schneideraum sitze, werde ich schnell betriebsblind und denke oft „Oh Mann, das wird schlecht“. Aber dann kommt Steven, gibt mir einen Tipp und es geht wieder voran.

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"In meinen Filmen geht es nur in zweiter Linie um große Explosionen."
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gamona: Auch wenn Sie es nicht gerne hören, Mr. Bay, bezeichnet man Sie häufig als Krawall-Regisseur, dem es nur um Schauwerte ginge. Wie viel Wahrheit steckt wirklich in dieser Behauptung.

Michael Bay: Wie schon gesagt, mir geht es nicht darum, Dinge in die Luft zu jagen. Das ist Quatsch.

Shia LaBeouf: Dafür hast du die Explosionen am Set aber ziemlich lange vorbereitet. Ganze sieben Monate lang. (grinst)

Michael Bay: (gespielt empört) Was redest du denn, sieben Monate ist völlig übertrieben. Hört nicht auf Shia. Da steckt jede Menge Arbeit drin, aber mehr als einen Tag Vorbereitung brauchen wir für die Explosionen nicht.

Shia LaBeouf: ...plus weitere sieben Monate. (lacht)

Michael Bay: So läuft das ständig am Set, immer ärgern sie mich… Ich halte immer noch den Rekord für die größte Explosion an einem Filmset. Und dieses Mal haben wir den Rekord für die größte Explosion, an der menschliche Darsteller beteiligt sind, aufgestellt. Man sieht sie im Finale in der ägyptischen Wüste.

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Shia gibt fleißig Autogramme am roten Teppich in Berlin.
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Megan Fox: Schön, dass du deinen Spaß dabei hast. Was meinst du, wie uns die Hosen flattern, wenn wir da in der Wüste stehen und neben dir im Boden liegt ein riesiger gasbefüllter Kanister, um den herum auch noch TNT-Stangen gewickelt sind. Du hast dann vor dir eine kleine Markierung, die dir sagt „Wenn du hier drauf trittst, bricht hinter dir die Hölle los“ – das ist irgendwie gar nicht witzig.

Shia LaBeouf: Dazu möchte ich eine kleine Geschichte erzählen: Es gibt da diesen Typen namens Schwam. Er ist für die Koordination der Explosionen zuständig und sorgt für die Sicherheit der Schauspieler. Schwam ist echt verrückt, denn wenn einer immer ganz vorne steht - also da wo der große Knall passiert - dann ist es Schwam. Er steht immer direkt neben der Kamera. Und bei dieser Superdetonation in der Wüste, sah ich mich um und stellte fest, dass Schwam irgendwo ganz weit hinten neben den Jeeps kauerte und sich die Hände über den Kopf hielt. In dem Moment wusste ich: Shia, du bist am Arsch. (lacht)

Mega Fox steht auf Männerautos

gamona: Eine andere Regel besagt: Kein Film von Michael Bay, ohne dass nicht mindestens jedes einzelne Gerät des amerikanischen Militärs im Bild zu sehen ist.

Michael Bay: Tatsächlich hatte ich eigentlich vor, auch das deutsche Militär im Film zu zeigen. Wir hatten einen wichtigen Dreh auf einem Luftwaffenstützpunkt in New Mexico und benötigten militärische Beratung, als uns eine deutsche Einheit hilfreich zur Seite stand. Ich fragte, ob sie auch im Film für ein paar Szenen zu sehen sein wollten und sie fanden es großartig. Dummerweise hat die deutsche Regierung die Zusage verweigert – daher gibt es nur amerikanische Militärs im Film.

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Haben alle drei ein ganz besonderes Verhältnis zu ihren ersten Autos.
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gamona: In „Transformers“ geht es ja auch um „ das erste Auto“. Was waren eure ersten fahrbaren Untersätze? Und habt ihr ihnen Namen gegeben?

Michael Bay: Ich hatte einen Plymouth, den wir das BayBoat nannten, weil er so riesig und sperrig war.

Megan Fox: Ich habe mir von meinem ersten selbst erarbeiteten Geld einen schwarzen Mustang gekauft. Ein toller Wagen, vor allem, weil es nicht so ein typisches Mädchenauto ist. Schwarze Ledersitze, schwarze Lederverkleidung – es sieht mehr nach dem Auto von „Van Halen“ aus.

Shia LaBeouf: Ich bin in einer jüdischen Familie aufgewachsen und da sieht man die Dinge eher zweckmäßig. Meine Eltern wollten ein sicheres Auto - also habe ich einen 68er Volvo bekommen. Könnt ihr euch das vorstellen? Es war ein einziger Schrotthaufen. Meine Mutter sagte: „Junge, wir gehen zu einer Auktion und da kannst du dir dann für 3000 Dollar ein Auto aussuchen.“ Ich erwiderte völlig geschockt: „Mom, normale Jungs haben Autos, in denen die Stereoanlage schon 3000 Dollar kostet.“ Geholfen hat’s nichts.

Transformers 2: Die Rache - Bilderstrecke: Premierenfotos von Megan Fox

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