Wer sich dieser Tage den exzellenten Pixar-Spaß „Toy Story 3“ ansieht, bekommt dabei ganz schön was auf die Ohren. Für die deutschen Stimmen von Woody, Ken und Dino standen nämlich drei der beliebtesten Comedians mit ihren Stimmen Pate. Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian – die genialen Spinner aus der „Bullyparade“ blödeln abermals frei drauflos. Wir trafen die Sprachwunder in Berlin.
Hier lesen: Toy Story 3 Filmkritik
gamona: Bully, du bist ja selbst Filmemacher. Hier musst du auf die Anweisungen von andern Leuten reagieren und das dann vernünftig umsetzen - war das schwer für dich?
Bully: Nein überhaupt nicht, das mache ich Zuhause jeden Tag. Ich hör immer auf die Anweisungen meiner Frau, bin das also gewöhnt. Ganz im Gegenteil: Ich glaube, wenn man selber viel macht und sich dann auch mal auf die Anweisungen von anderen verlassen kann, das ist einfach wahnsinnig angenehm.
gamona: Aber es ist doch sicherlich eine besondere Herausforderung, in die Fußstapfen von Peer Augustinski (der ursprüngliche Sprecher von Woody, Anm. d. Red.) zu treten.
Bully war für David während des Interviews eine echte Stütze.Bully: Nein, ich glaube, wenn man von Herausforderung spricht, dann eher von jener, dem Original gerecht werden zu wollen. Der Regisseur Lee Unkrich hat sich ja vier Jahre lang wahnsinnig viel Mühe gegeben. Der hat da ein Werk geschaffen, bei dem er sich was gedacht hat. Timing, Betonung, Besetzung, Dramaturgie – diesen Vorgaben muss ich mich unterordnen. Da muss man versuchen, so nah wie möglich heranzukommen. Insofern ist die Synchronisation eines Animationsfilms im Grunde verhältnismäßig einfach, weil man sehr genau vorgelegt bekommt, was man zu tun hat. Da ist wenig Spielraum. Ein bisschen Improvisation vielleicht.
gamona: Wie läuft so ein Sprech-Casting eigentlich, wenn man schon einige Synchronisationen erledigt hat in seinem Vorleben. Ist das immer noch schwierig oder wird man da direkt durchgewunken?
Christian: Grundsätzlich sollte es immer ein Casting geben. Einfach um zu sehen: Passt da jetzt tatsächlich der Ton zum Bild. Als Regisseur kennt man natürlich manche Darsteller oder Sprecher und weiß, die können was. Aber die Frage bleibt: Ist diese Stimme auch genau die, die ich mir für meine Charaktere vorstelle? Das find ich nach wie vor sehr wichtig. Und durchgewunken wird man überhaupt nicht.
Bully: Man kann ja nicht davon ausgehen, dass die einen kennen. Die Leute kriegen ja so einen Take vorgelegt in Amerika und die Verantwortlichen schauen sich das dann an, prüfen ob die Stimme auf die Figur, den Charakter passt und dann geben sie ihr „Ja“ oder „Nein“.
Regie: Lee UnkrichGenre:AnimationFilmstart: 29.07.2010Spieldauer: 103 min
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Michael Herbig, sicher ohne Frage talentiert, ersetzt Peer Augustinski, welcher, im Gegensatz zu Herbig, einer der wirklich großen Synchronsprecher und seit dem ersten Film Woodys Stimme ist. Wer also alle Filme der Reihe nach sehen möchte bekommt im dritten Teil eine recht unpassende Stimme für Woody zu hören.
Man beachte: Dies soll keine Kritik an Michael Herbigs wirken als Schauspieler und Synchronsprecher sein sondern vielmehr an den entsprechenden Verantwortlichen die (Film)Kunst in den Hintergrund stellen nur den Film besser Promoten zu können.
Christian Tramitz als Ken ist hervorragend besetzt. Schon als Jefferson D'Arcy in "Eine schrecklich nette Familie" hat er den leicht tuntigen Playboy wundervoll gesprochen.
Rick Karvanian hat zirka zwei Sätze und scheint nur der vollständigkeit halber dabei zu sein.
Und das alles nur, damit letztendlich alle drei Jungs mit verhältnismäßig bedeutenden Namen da sitzen und den Film promoten können. Schade. Ansonsten ist der Film echt klasse. Im Original also uneingeschränkt zu empfehlen.
Gruß, Moritz.
dann gibste aber paar Autogramme ab, ja? :D