“Trickfilme sind Wahnsinn“
gamona: Bekommt man da eigentlich noch mal Lust, selber so einen Trickfilm zu drehen?
Bully: Nein. Ich wollte so etwas immer mal machen und hab’s dann ja auch gemacht, aber es ist Wahnsinn, wenn du drei Jahre lang damit beschäftigt wirst. Klar, eine Realverfilmung braucht auch so ihre Zeit, aber da hast du andere Phasen. Da schreibst du das Buch, dann drehst du, dann bist du in der Post-Production und dann wird der Film so langsam fertig. Aber du brauchst für so einen Animationsfilm schon Geduld. Geduld ist eigentlich immer gefragt, aber bei so einem Film ist die Geduld SOWAS von gefragt. Weil das so ein wahnsinnig zäher Prozess ist und alles kostet natürlich einen Haufen Geld. Bei Pixar kostet kein Film unter 100 Millionen Dollar. Bei „Lissy“ waren es vergleichsweise ein bisschen über 10 Millionen.
Rick: Mit demselben Budget wie Lissy hätten die grade mal die ersten 10 Minuten zustande bekommen.
Schon der erste Trailer zu Toy Story 3 war zum Kaputtlachen.Bully: Nee, soll ich dir mal was sagen, das allein geht bei denen schon in die Vorproduktion. Die hauen da mal schön 10 Millionen für die Entwicklung raus, bevor überhaupt zu animieren begonnen wird. Aber ist eben für den weltweiten Markt. Wenn man jetzt den ersten „Toy Story“-Film sieht, fragt man sich: Wie konnte sich das damals überhaupt jemand ansehen? Das sieht echt ein wenig unheimlich aus.
gamona: Vor allem die Menschen…
Bully: Ja, furchtbar. Das war auch der Grund, warum sie da Puppen als Charaktere gewählt haben für den ersten Film. Weil man da eben keine Haare benötigte und keine Klamottensimulation.
gamona: Danke für das Interview.
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