Toy Story 3 – Filmkritik

Fulminanter Abschluss der Pixar-Trilogie

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von Rajko Burchardt, 29. Juli 2010 11:20 Uhr

Es begann einmal mit einer kleinen Tischleuchte – und nun sind auch schon wieder 15 Jahre vergangen, seit die Pixar Studios mit „Toy Story“ den ersten vollständig computeranimierten Langspielfilm in die Kinos manövrierten, um damit die große Wende des Animationsfilms einzuläuten. Die eigenwilligen Abenteuer einer Gruppe lebendiger Spielzeuge führten die enorme Erfolgsgeschichte jenes Unternehmens an, das den Trickfilm ins digitale Zeitalter konvertierte. Jede weitere Pixar-Produktion betrat fortan Neuland, immer wieder erfand sich das Studio ästhetisch neu, verschob seine Erzählperspektiven oder brach mit Genrekonventionen.

Ein Leben aus Plastik

Ein spektakulärer letzter Auftritt der lieb gewonnenen Kinderzimmerhelden: „Toy Story 3“ ist ein Muss!Fazit„Toy Story“ erzählte die originäre Geschichte der Plastikfiguren Woody und Buzz Lightyear, die wie alle unbeaufsichtigten Spielzeuge in den Kinderzimmern dieser Welt ein geheimes Eigenleben führen. Sie erleben Abenteuer, Zwistigkeiten und echte Gefahren, weil der Film sie als lebendige Charaktere mit Herz und Seele verstand. Ein nahezu dadaistisches Konzept, das die Fortsetzung des Debüterfolges vier Jahre später noch vertiefte, indem es die abenteuerlichen Erlebnisse seiner Spielzeugprotagonisten zu einem letztlich höchst tiefsinnigen Film über Identität, Verlust und Endlichkeit chiffrierte. „Toy Story 2“ war so etwas wie der ultimative Kinderfilm für ein erwachsenes Publikum.

Screenshot zu: Fulminanter Abschluss der Pixar-TrilogieDem Kinderzimmer entwachsen: Andy ist mittlerweile ein Teenager und interessiert sich wenig für Buzz, Woody und Co.

Als die Animationsschmiede 2006 vom Vertriebspartner Disney aufgekauft wurde, galt es angesichts zahlreicher Personalverschiebungen zu befürchten, dass Pixar mit der Ankündigung weiterer Sequels ihrer großen Kinohits zu einem Baukastenverein ähnlich des Konkurrenten DreamWorks verkommen würde. „Toy Story 2“ bildete schließlich die glorreiche Ausnahme im Œuvre des Studios, dessen kreativer Kopf John Lasseter Fortsetzungen vom Fließband zugunsten neuer Geschichten stets ausgeschlossen hatte. Der angekündigte dritte Film um die lieb gewonnene Spielzeugbande musste nach dem Relaunch also unweigerlich auch als Generalprobe verstanden werden.

„Toy Story 3“ weist jedoch alle Befürchtungen in ihre Schranken. Es ist der erste Film nach den vielen konzeptionellen und wirtschaftlichen Veränderungen des Studios, und er lässt vermuten (wie hoffen), dass der neue Kurs keine negativen künstlerischen Auswirkungen auf die Produktion der Pixar-Filme nimmt. Im Gegenteil: Nach „Oben“, dem rührigen, aber überfrachtet und sentimentalisiert erzähltem letzten Pixar-Film, ist das neue Abenteuer aus der Spielzeugkiste eine wahre Berufung auf alte Stärken. „Toy Story 3“ überrascht durch seinen Ideenreichtum, perfektes Timing und grandiose Dialoge – ein unerwartet wunderschöner Abschluss der Trilogie.

Screenshot zu: Fulminanter Abschluss der Pixar-TrilogieIm Sunnyside-Kindergarten wähnen sich die Spielzeuge im neuentdeckten Paradies - vorerst.

Die Helden des Films stehen nun vor einem existenzialistischen Wendepunkt: Der kleine Andy aus den Vorgängern ist mittlerweile zu einem Teenager gereift, der das Elternhaus verlassen und seine einstigen Spielzeuge aussortieren muss. Für Cowboys, Space Rangers oder Dinosaurier aus Plastik findet sich auf dem College keinen Platz mehr, und so landen die Figuren durch ein Versehen statt auf dem häuslichen Dachboden in einer Kindertagesstätte. Was zunächst wie das Paradies auf Erden für jedes Spielzeug scheint, erweist sich für unsere Heldentruppe schließlich als größte Bewährungsprobe ihres Plastikdaseins.

Denn wenn in Sunnyside die Lichter ausgehen, übernehmen der despotische Teddybär Lotso und seine Gefolgschaft die Herrschaft über den Kindergarten. Und das bedeutet für Woody, Buzz, Barbie und Co. nichts weniger als ein Leben in Gefangenschaft. Erstaunlicherweise nimmt „Toy Story 3“ hier mit seiner düsteren Geschichte die Gestalt eines Prisoner-of-war-Filmes im Reich der Spielzeuge an – samt jeglicher genretypischer Elemente, deren Exploitation-Kontext eine faszinierend bizarre Verbindung mit kindgerechten Sujets eingeht.

Toy Story 3 - Clip: Meet Ken4 weitere Videos
Kommentare 17
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michi21.10.2010 20:58
miso schrieb:
ich fand den film auch gut gemacht aber auch nicht so überragend wie auf imdb dargestellt...
ich fand den film auch gut gemacht aber auch nicht so überragend wie auf imdb dargestellt...insbesondere schafft der film den spagat zwischne kinder- und erwachsenen-fiilm manchmal einfach nicht... ich denke dies sollten animations filme auch in zukunft lassen - geht entweder richtung kinder oder richtung erwachsene...kein wischiwaschi humor den erwachsene langweilig finden und kinder ängstigt oder nicht verstehen


Genau mehr in Richtung Tiny Toons die Balance hat die Serie sehr gut hinbekommen obwohl sie schon teilweise fast nur Erwachsenenhumor hatte
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golgarta290503.08.2010 22:31
Flach!

Story fast ohne den tollen Pixar Esprit.

Kaum Szenen die lustig wirken.

Im Kino war nicht ein einziges mal Kinderlachen zu
vernehmen.Unser Sohn 7 Jahre fragte nach 70
Quälend langweiligen Minuten ob wir das Kino
verlassen könnten,dem sind wir gerne
nachgekommen.

3D Effekte so gut wie gar nicht vorhanden.

Shrek4 oder als bestes Beispiel
Drachenzähmen leichtgemacht sind da um Welten
besser.

Fande Teil 1 und 2 klasse,die neuauflage hätte man sich
sparen können.

Für uns der schlechteste Pixar Film
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Gregor WallischGregor Wallisch02.08.2010 14:54
Hab ihn gestern gesehen und muss gestehen, dass ich ihn garnicht mal sooo toll fand. Ok er ist witzig und cool und nett, aber mehr als 7/10 bekommt er von MIR nicht (aber ich bin ja auch kein Filmkritiker 8[ )
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accessoire01.08.2010 01:41
Also wenn man die ganzen Spielzeuge sieht, wird man schon extrem nostalgisch und muss an den ersten Teil denken. Schmunzeln vorprogrammiert.

Ich kenne bisher nur die Trailer, kann aber jetzt schon sagen, dass Englisch deutlich besser sein wird. Deutsch klingt im Vergleich zu englisch ziemlich mies :s. Besonders der Spanischteil mit Buzz.
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AtraxiaAtraxia30.07.2010 21:51
Ihr immer mit euren Rumgehacke...das is doch nur ne Meinung von nem "Redakteur"....wen interessiert das schon? :D
Bei ToyStory bin ich gerne nochmal 10....und der bekäme von mir IMMEr ne volle 10/10, immer.
Was anderes geht nicht, schon allein Woody, wenn ich den seh, isser ne 10 wert :D
Sorry, aber Toystory ist der beste Anomationsfilm, den es je gab (meine Meinung!), gleich dahinter Madagaskar....super.
Da hätte gamona auch ne 1/10 geben können....und?
Meinungen, Leute Meinungen....
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derok30.07.2010 07:21
NE 8/10 bedeutet für mich "sehenswert" aber nix überragendes revolutionierendes noch nie zuvor gesehenes.

Ich finde ne 8/10 triffst ganz ugt ;)

Besonders bei einem dritten teil könnte man meinen das das ganze mittlerweile langweilen könnte .
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miso29.07.2010 21:57
ich fand den film auch gut gemacht aber auch nicht so überragend wie auf imdb dargestellt...insbesondere schafft der film den spagat zwischne kinder- und erwachsenen-fiilm manchmal einfach nicht... ich denke dies sollten animations filme auch in zukunft lassen - geht entweder richtung kinder oder richtung erwachsene...kein wischiwaschi humor den erwachsene langweilig finden und kinder ängstigt oder nicht verstehen
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mithamitha29.07.2010 13:36
Dass der Kram mehrfach im RSS-Feed auftaucht ist irgendwie... Die Abonnenten desselben habens ja eh schon gelesen.
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woldeuswoldeus29.07.2010 13:20
würde auch eine 8 aus dem bauch heraus geben^^ der gilm ist einfach ne 8, da gibts keine rationale erklärung für;)
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wazupwazup29.07.2010 12:50
Hm... also ich würde der deutschen Fassung Punkte abziehen, weil ich die Stimme von Mr. Herbig für Woody nicht mag, mochte die alte mehr oö
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Martin29.07.2010 12:05
Wo das Problem liegt?

Nach Lesen des Fazits und Überfliegen des Artikels ist schwer nachzuvollziehen, warum der Film "nur" 8 Punkte erhalten hat. Was hat zum "Abzug" der zwei Punkte geführt? Was hätte der Film besser machen können, um eine höhere Wertung er erlangen?

Dass die Beantwortung der Fragen und die Wertung rein subjektiv ist, das ist mit klar. Aber wieso gerade 8 und nicht 9 oder 10 Punkte? Wieso, Rajko? ;)
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XadraXadra29.07.2010 11:55
Also ich hätte ihn wohl ne 9 oder 10 gegeben, weil der Film ist wirklich genial. Ne 8 finde ich nicht angemessen.
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mhm23.06.2010 00:41
dacht immer wertungen wären eh subjektiv oO
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Rajko BurchardtRajko Burchardt22.06.2010 18:47
Häh? Wo genau liegt jetzt eigentlich das Problem?

8 Punkte = sehr guter Film

Oder erwartet wirklich jemand mathematische Besprechungen, in denen Filme haargenau an Punkten abgeglichen oder nur in lächerlichen Wertungsrastern gefasst werden?

"Ein Spielzeug hat mir in dem Film nicht gefallen, dafür gebe ich einen Punkt Abzug."
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nicht nachvollziehbar22.06.2010 15:21
euer wertungsystem ist echt überhaupt nicht nachvollziehbar
würfelt ihr ?
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Mongoose21.06.2010 22:34
Für mich etwas seltsam und nicht wirklich nachvollziehbar, dass der Film hier eigentlich in den Himmel gelobt wird und trotzdem "nur" eine Wertung von 8/10 bekommt.

Ich habe den dritten Teil selbst noch nicht gesehen, weshalb ich zur Qualität des Films nicht viel sagen kann. Aber die ersten beiden Teile waren und sind aber extrem gut, insbesondere in der englischen Originalfassung.
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.21.06.2010 20:26
Der Film hat bei imdb eine Wertung von 9.5! O_O
(auf Englisch)
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